Landvolk fordert Prämie für Schweinehalter

    Die Schweinekrise spitzt sich weiter zu und nimmt für die Halterinnen und Halter der Tiere dramatische Züge an. „In Niedersachsen kennt jeder Bauer einen Schweinemäster oder Ferkelerzeuger, der aktuell zum letzten Mal die Stalltür zumacht und endgültig aufgeben muss“, beschreibt Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies die für viele ausweglose Lage. Zusammen mit dem Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV), Hubertus Beringmeier, fordert Hennies deshalb nun eine staatliche Prämie für Schweinehalter.

    Bisher hatten sich Landvolk und WLV gegen staatliche Förderinstrumente wie eine „Umstrukturierungsprämie“ ausgesprochen. Beide Verbände unterstützen zwar die Empfehlungen des Kompetenznetzwerkes Nutztierhaltung beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Neuausrichtung der Tierhaltung („Borchert-Kommission“), wonach die tierhaltenden Betriebe in Deutschland eine Perspektive durch Planungssicherheit, Genehmigungsfähigkeit und Finanzierung erhalten sollen. Für die Schweinehalter fordern Landvolk und WLV nun jedoch vehement, in der Nutztierstrategie des „Borchert-Plans“ eine Umstrukturierungsprämie/-Entschädigung für den Ausstieg aus der Tierhaltung für Schweinehalter zu verankern, die in ihren Betrieben die Transformation der Tierhaltung aus bestimmten Gründen (bspw. Flächenknappheit, mangelndes Kapital, ungünstiger Betriebsstandort) sonst nicht bewerkstelligen könnten.

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    „Um einen von der Gesellschaft und der Politik gewünschten Prozess nicht zu einem Strukturbruch werden zu lassen, braucht es eine finanzielle Unterstützung in Form einer Umstrukturierungsprämie oder einer entschädigung für den Ausstieg aus der Tierhaltung“, bekräftigen Hennies und Beringmeier übereinstimmend. Die Forderungen werden (heute) in einem Positionspapier veröffentlicht, das untenstehend abrufbar ist.

    Deutschland erlebt vor allem in der Schweinehaltung einen wahren Bruch der Strukturen. Seit Mai 2018 ist die Zahl der schweinehaltenden Betriebe in Niedersachsen von 5.700, auf 5.400 im Jahr 2019 und auf 5.200 in 2020 auf nun 5.000 Betriebe (Stand Mai 2021) gesunken. Den deutschen Schweinehaltern und Ferkelerzeugern fehlt aufgrund der hohen Auflagen und der aktuellen Marktsituation durch Corona, verstärkt durch die ASP, jegliche Perspektive.

    Wir fordern unbedingt die 5D-Kennzeichnung, damit die Merkmale ‚Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Verarbeitung in Deutschland‘ für den Verbraucher eindeutig erkennbar sind“, so die Verbandspräsidenten aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Allein in diesen beiden Bundesländern werden knapp 15 Millionen der fast 25 Millionen Schweine und Ferkel in Deutschland gehalten.

    Quelle: Landvolk Niedersachsen

    Bildquelle: Landvolk Niedersachsen / ML-Archiv

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