Es ist Samstag, der 24.07.2021. Genau eine Woche nachdem ein schweres Unwetter vor allem den inneren Landkreis BGL heimgesucht hat.

Ein Tag, an dem ich mit einem Mitstreiter von LSV und mittlerweile sehr guten Freund, Tobias unterwegs bin. Dieses mal aber nicht auf eine Demo, Politikergespräch oder Aufklärungsarbeit, heute versuchen wir zu helfen.

Tobias fährt mit seinem LKW 31 Silorundballen, also Futter für Rinder, nach Berchtesgaden. Wir haben nämlich gehört, dass hier viele Bauern vom Unwetter schwer getroffen waren und daher nicht mehr ausreichend Futter für ihre Tiere haben.

Als der LKW die Straße am Hallthurmer Berg bezwungen hat, sieht man, eine Woche danach, noch einen riesigen „See“, dort wo eigentlich eine Wiese sein sollte und man kann ein wenig erahnen, wie viel Wasser hier wohl vom Himmel gekommen ist.

Nach einer Umleitung, da ein Teil der Bundesstraße weggespült worden ist, erreichen wir den Hof von Hans. Der bekommt große Augen, als der den Sattelzug mit Futter sieht und die Dankbarkeit ist ihm ins Gesicht geschrieben.

„Griaß eich! Ihr seids da Wahnsin!!!“ werden wir begrüßt und erst einmal auf eine Brotzeit eingeladen. Hier erzählt uns Hans dann, wie er das Unwetter erlebt hat, wie ihm Siloballen weggeschwemmt wurden, Muren abgegangen sind und dass er das Gras der überfluteten Flächen nicht mehr als Futter verwenden kann.

Er erzählt aber auch, von einer Hilfsbereitschaft, die sie dort nun erleben, von Nachbarn, teils über 100km angereisten Helfern, Soldaten die nach Dienst kamen, Leuten die in der Umgebung arbeiten und nach Feierabend zum Teil mit Getränken und Verpflegung kamen.

Was Hans aber für sich festhalten kann ist: „es ist ein Unglück, aber keine Katastrophe. Nach getaner Arbeit können wir in unser Haus gehen, duschen, in der Küche Brotzeit machen und dann ins Bett gehen.“

Er weiß aber auch von Leuten die es schlimmer getroffen hat, bei denen im Wohnzimmer nun ein Minibagger steht um Schutt und Geröll heraus zu räumen. Tobias und ich erfahren hier auf alle Fälle, dass Bauern von anderen Berufsgruppen geholfen wurde und umgekehrt. Hier sehen wir ein großes Potenzial für unsere Gesellschaft, dass Landwirtschaft mit den Konsumenten wieder enger zusammen wachsen und somit wieder mehr gegenseitiges Verständnis entsteht.

Einen Appell den wir noch an alle betroffenen Landwirte richten wollen: in unseren LSV Gruppen ist Bereitschaft mit Futterspenden extrem groß, aber auch beim Maschinenring, Bauernverband und Molkerei ist von einer extrem hohen Spendenbereitschaft zu hören, also meldet euch wenn ihr Futter braucht.

Es wäre sehr schade, wenn Betriebe aufgrund von Futtermangel aufgeben müssten oder Ihren Viehbestand drastisch reduzieren müssten. Hier können wir mit Zusammenhalt Notlagen verhindern und sicher stellen, dass die Landwirtschaft erhalten bleibt und damit eine schöne und vor allem nachhaltige Kulturlandschaft.

Quelle: Andreas Lang LSV Süd-Ost

Bildquelle:: Andreas Lang


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