Am heutigen Mittwoch, 28. Januar 2026, sind zahlreiche Landwirte mit Traktoren in die Münchner Innenstadt gefahren, um auf die angespannte Lage am Milchmarkt aufmerksam zu machen. Am Odeonsplatz und vor der Bayerischen Staatskanzlei protestierten Milchviehhalter aus ganz Bayern gegen weiter sinkende Erzeugerpreise bei gleichzeitig steigenden Produktionskosten.
Aufgerufen zur Demonstration hatte der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), unterstützt von weiteren landwirtschaftlichen Organisationen wie den Freien Bauern. Unter dem Motto „Märkte gestalten statt Krisen verwalten“ forderten die Teilnehmer wirksame politische Maßnahmen zur Stabilisierung des Milchmarktes.
Milchpreis 2026: Produktionskosten steigen, Erlöse sinken
Nach Angaben des BDM sind die Milchpreise seit Herbst 2025 erneut rückläufig. Gleichzeitig steigen die Kosten für Energie, Futtermittel, Tierarzt, Stalltechnik und Bürokratie kontinuierlich. Viele Betriebe arbeiten aktuell unter ihren Produktionskosten.
Der Verband fordert einen kostendeckenden Milchpreis von rund 62 Cent pro Kilogramm, um die wirtschaftliche Existenz der Milchviehbetriebe langfristig zu sichern und weitere Betriebsaufgaben zu verhindern.

Forderungen der Landwirte an Politik und EU
Die Landwirte richteten ihre Forderungen klar an die bayerische Staatsregierung, die Bundesregierung und die Europäische Union:
- Einführung wirksamer Marktinstrumente zur Krisenprävention
- Stärkung der Erzeugerposition gegenüber Handel und Molkereien
- Faire Wettbewerbsbedingungen auf EU-Ebene
- Verlässliche Rahmenbedingungen für die Milchviehhaltung
- Verhinderung weiterer Strukturbrüche im ländlichen Raum

Verkehrsbehinderungen durch Schlepperkolonnen
Durch die Traktoren kam es rund um den Odeonsplatz, die Ludwigstraße und die Bayerische Staatskanzlei zu zeitweisen Verkehrsbehinderungen. Die Landwirte setzten damit ein sichtbares Zeichen für die angespannte wirtschaftliche Lage in vielen Milchviehbetrieben.
Kommentar von Moderner Landwirt
Die Bauerndemo in München macht deutlich: Die Probleme am Milchmarkt sind strukturell. Ohne politische Kurskorrektur drohen weitere Betriebsaufgaben – mit gravierenden Folgen für regionale Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und den Erhalt bäuerlicher Familienbetriebe.
Quelle: ML
Bildquelle: Landwirte vor Ort / MLA

