Rückenwind für die neue Aussaat im August/September kommt auch von einer starken Nachfrage aus dem Biokraftstoffsektor. Auch wenn weiterhin große Herausforderungen – sei es bei der Düngung oder beim Pflanzenschutz – vor dem deutschen Rapsanbau stehen, dürfen die damit verbundenen Chancen nicht verkannt werden.

Der Marktteil des UFOP-Newsletters beleuchtet die Achterbahnfahrt der Preise vor dem Hintergrund der Marktversorgung des letzten Jahres. Gleichzeitig wird eine Einschätzung für das neue Wirtschaftsjahr gegeben. Demnach ist in 2023/24 mit einer niedrigeren Versorgung als im gerade abgelaufenen Wirtschaftsjahr zu rechnen. Aufgrund der Dürre und Hitze in weiten Bereichen der EU wurden die Ernteerwartungen nach unten korrigiert. Die Unsicherheiten, wie viel Raps in der Ukraine künftig geerntet und exportiert werden kann, halten weiter an. Fest steht, dass Australien deutlich weniger liefern kann als in den letzten beiden Wirtschaftsjahren. Die UFOP sieht daher Anlass für Optimismus und ruft die Landwirte auf, Winterraps in ihrer Anbauplanung für die Ernte 2024 einen festen Platz einzuräumen.

Auch ein Beitrag zur Stickstoffdüngung im Winterraps ist im Newsletter enthalten. Anfang Juni hatte die EU-Kommission das Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen unzureichender Umsetzung der Nitratrichtlinie eingestellt. Damit herrscht nach vielen Jahren der Diskussionen endlich Sicherheit für die Düngeplanung. Die hohen Erträge der Ernte 2022 – trotz der Restriktionen der Düngeverordnung – zeigen die Leistungsfähigkeit moderner Rapssorten auch unter diesen Bedingungen auf. Eine im Hinblick auf Termin und Bedingungen bestmögliche Aussaat ist Voraussetzung für eine gute Herbstentwicklung und Ertragsbildung im Frühjahr. Situationen, die in alten Zeiten mit „Reparatur-Stickstoff“ noch in den Griff zu bekommen waren, sind auf alle Fälle zu vermeiden.

Ebenfalls beleuchtet wird die Situation beim chemischen Pflanzenschutz. Hier sehen sich die Landwirte mit massiven Forderungen für eine Reduktion konfrontiert. Die Diskussionen und Verhandlungen über den entsprechenden Verordnungsvorschlag der EU-Kommission werden hart geführt – das Ergebnis ist offen. Unabhängig davon treten immer mehr Resistenzen bei Unkräutern und Schädlingen auf und neue Mittel bzw. Wirkstoffe lassen auf sich warten.

Von Seiten der Industrie wird keine Besserung in Aussicht gestellt. Als Fazit aus diesen Entwicklungen ist klar zu ziehen, dass der chemische Pflanzenschutz nicht mehr der einzige Trumpf im Ackerbau sein kann und darf. Die Fruchtfolge als zentrales Instrument im Ackerbau eröffnet hier Optionen: Winterraps als Blattfrucht lockert getreidereiche Fruchtfolgen auf, darf aber selbst auch nicht zu eng gestellt werden. Für den Wechsel zwischen Winterung und Sommerung bieten sich die Blattfrüchte Sonnenblume sowie Ackerbohne, Körnerfuttererbse, Sojabohne sowie Süßlupinen an. Eine Aufgabe für die Zukunft wird es zweifellos sein, Alternativen zu chemischen Pflanzenschutzmitteln und/oder entsprechende Kombinationen alltagstauglich zu machen. Zahlreiche Hinweise dazu enthalten die UFOP-Leitlinien zum integrierten Pflanzenschutz.

Ergänzend werden im Newsletter Hinweise auf die Ergebnisse aus dem Bundes- und den EU-Sortenversuchen gegeben. Die UFOP empfiehlt, ausschließlich in Deutschland zugelassene und/oder in den in Deutschland durchgeführten EU-Sortenversuchen geprüfte Winterrapssorten auszusäen.

Quelle: UFOP

Bildquelle: ML-Archiv


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