Laut der vierteljährlich aktualisierten Kostenstudie des Büros für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) betragen die Produktionskosten – mit aktuellem Stand Juli 2021 – 45,30 ct/kg, während der durchschnittliche Auszahlungspreis in der gleichen Zeit bei nur 35,79 ct/kg lag. Somit fehlten den ErzeugerInnen in Deutschland insgesamt 9,51 ct/kg zur Kostendeckung.

In diesem Jahr wurden auch die Ergebnisse für das Jahr 2019 für Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Litauen, Luxemburg und die Niederlande veröffentlicht. Sie finden die komplette Studie hier sowie ein Video zur Kostenvorstellung hier.

Preis-Kosten-Ratio (Unterdeckung)

Die Preis-Kosten-Ratio verdeutlicht, inwieweit das Milchgeld die Produktionskosten deckt. Im Juli 2021 haben die ErzeugerInnen nur 79 % ihrer Produktionskosten über den Milchpreis erwirtschaftet; die Unterdeckung betrug somit 21 %.

Sehen Sie hier die Kostenunterdeckung seit 2014:

Milch-Marker-Index (MMI)

Der Milch-Marker-Index (MMI) zeigt die Entwicklung der Kosten der Milchproduktion auf. Der MMI hatte im Juli 2021 einen Wert von 110, d. h. dass die Produktionskosten für deutsche MilcherzeugerInnen im Vergleich zum Basisjahr 2015 (2015 = 100) um zehn Prozent gestiegen sind.

Hier sehen Sie den Milch-Marker-Index im zeitlichen Verlauf:

Biokostenstudie

Für Deutschland gibt es seit November 2019 nun auch Informationen zu den Milcherzeugungskosten im Biobereich.

Hier finden Sie die Studie „Was kostet die Erzeugung von Biomilch?“ (Zeitraum: Wirtschaftsjahre 2011/12 – 2018/19) sowie die Aktualisierung für das Wirtschaftsjahr 2019/20.

Neu: Studie zu den Produktionskosten acht wichtiger Milcherzeugungsländer

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in sieben weiteren Ländern werden regelmäßig Kostenberechnungen durchgeführt. Auch dort wird deutlich, dass MilcherzeugerInnen keine kostendeckenden Milchpreise erhalten.

Hier finden Sie die Berechnungen der Milchproduktionskosten in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Litauen, Luxemburg und den Niederlanden für das Jahr 2019 sowie in diesem Video eine Vorstellung der Kosten mit Beiträgen aus den einzelnen Kostenländern.

Kosten der Milchproduktion chronisch unterdeckt – was schafft Abhilfe?

Das European Milk Board schlägt die gesetzliche Verankerung eines Kriseninstruments vor, um der chronischen Unterdeckung entgegenzuwirken. Das Marktverantwortungsprogramm (MVP) beobachtet und reagiert auf Marktsignale durch eine Anpassung der Produktion.
Sehen Sie hier eine kurze Beschreibung des Marktverantwortungsprogramms des EMB.

Hintergrund:

Für die Studie „Was kostet die Erzeugung von Milch?“ hat das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) 2012 im Auftrag des European Milk Boards und der MEG Milch Board erstmals die Milcherzeugungskosten in Deutschland flächendeckend berechnet. Die Kalkulation basiert auf Daten des Informationsnetzes landwirtschaftlicher Buchführungen der EU (INLB) sowie des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und wird seit 2014 vierteljährlich aktualisiert.

Quelle: EMB

Bildquelle: EMB


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