Wie geht es weiter in der Schweinehaltung?

    Mehr als 320 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßte Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies in dieser Woche bei einer Online-Veranstaltung über die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und die Vermarktung von Schlachtschweinen und Ferkeln.

    „Die Achterbahnfahrt der letzten Jahre setzt sich fort. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Afrikanischen Schweinepest sind immer noch spürbar, und jetzt kommt die aktuelle Krisensituation mit noch gar nicht absehbaren Folgen hinzu“, beschrieb der Landwirt die Lage der Berufskollegen.

    Dr. Albert Hortmann-Scholten, Unternehmensbereichsleiter Betrieb bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, konnte dem Auditorium wenig Hoffnung machen, dass sich diese Lage in naher Zukunft entspannen wird. „Steigende Erzeugererlöse werden von den horrenden Energie- und Futtermittelkosten wieder aufgefressen“, sagte der Agrarökonom. „Je länger der Krieg dauert, umso stärker werden die Folgen an den Märkten zu spüren sein. Die Knappheit von Eiweißfuttermitteln wird die viehhaltenden Betriebe stark belasten.“

    Auf die verheerenden Folgen für Schweinehalter bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Niedersachsen bei Haus- oder Wildschweinen hat Landvolk-Veterinärin Dr. Wiebke Scheer hingewiesen. Auch Jörn Ehlers, Landvolk-Vizepräsident und Vorsitzender des Veredelungsausschusses, appellierte nochmals, unbedingt die Biosicherheitsmaßnahmen auf den Höfen einzuhalten. Lösungen der Vermarktungsprobleme seien nur auf politischer Ebene zu erreichen.

    Über den aktuellen Stand der Initiative Tierwohl und der Nutztierstrategie sprach Landvolk-Marktreferent Markus Kappmeyer. „Seit der Vorstellung der Empfehlungen in der Borchert-Kommission vor zwei Jahren ist nicht viel passiert“, bemängelte Enno Garbade, Vorsitzender des Arbeitskreises Sauenhaltung beim Landvolk Niedersachsen. Diskussionen über künftige Regelungen auf Ebene von Verordnungen und Gesetze seien schwierig und zäh. Garbade wies auf das Positionspapier hin, das das Landvolk Niedersachsen zur Umsetzung der Empfehlungen des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung vorgelegt habe.

    „Wir haben Bundesminister Özdemir mehrfach daran erinnert, dass es den Umbau in der Tierhaltung nicht zum Nulltarif gibt“, fasste Jörn Ehlers zusammen. Auch poche das Landvolk weiterhin darauf, eine Umstrukturierungsprämie für Schweinehalter in der Nutztierstrategie des Borchert-Planes zu verankern.

    Quelle: Landvolk Niedersachsen

    Bildquelle: ML-Archiv

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