Schleswig-Holsteinischer Treckerkonvoi startet Montag in Richtung Berlin

    Am Montag, den 22.März 2021 startet morgens um 9 Uhr ein Treckerkonvoi aus Eichede (https://goo.gl/maps/AzSgjFK68LXEmv8G6), dem Konvoi werden sich neben Landwirten aus Schleswig-Holstein auch Kolonnen aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern anschließen – das Ziel ist Berlin! Dort werden zur gemeinsamen Kundgebung am Dienstag zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland erwartet. Vor Ort werden verbandsübergreifend Redner auf der Bühne stehen und auf die aktuellsten Probleme eingehen.

    Im Einzelnen: Das Aktionsprogramm Insektenschutz (API) wurde vom Bundeskabinett (SPD und CDU/CSU) beschlossen, durchläuft derzeit das Gesetzgebungsverfahren und wird in der kommenden Woche auch Thema während der Sitzungswoche in Berlin sein. „Natürlich brauchen wir Insektenschutz, aber wir brauchen ihn wissenschaftlich basiert, wir brauchen ihn ausgeglichen und wir brauchen ihn gemeinsam mit der Landwirtschaft. Er muss nachhaltig sein für die Insekten, aber er muss auch nachhaltig sein für unsere Betriebe.“ sagt Tilo v. Donner von LsV SH+HH e.V.

    Deutschland zu einem reinen Natur- und Landschaftspflege-Standort umzugestalten, um sich als Regierung in Sachen Natur- und Klimaschutz sowie Nachhaltigkeit eine weiße Weste zu erkaufen hilft jedoch den Insekten nicht und schadet massiv der Landwirtschaft mit allen Konsequenzen für Kulturlandschaft und Ernährungssicherung.

    Gerade in Hinsicht auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit sollte besonders auf regionale Lebensmittelerzeugung gesetzt werden, denn für einen Hektar landwirtschaftlicher Fläche, der in Schleswig-Holstein als Gunst-Standort aus der Lebensmittelproduktion herausgenommen wird, muss anderswo 20% mehr (insgesamt das 1,2-fache an) Fläche bewirtschaftet werden, um den Verlust zu kompensieren. Damit verlagern wir die Verantwortung bestenfalls in andere Regionen bzw. ins Ausland.

    Kooperative Ansätze statt kalter Enteignung

    Die Landwirtinnen und Landwirte in Schleswig-Holstein bewirtschaften bereits allein 42.000 Hektar in Vertragsnaturschutzmaßnahmen, das sind ca. 4,3 % der Nutzfläche in SH. Viele Programme sind überzeichnet, d.h. dass die Nachfrage an einer Teilnahme größer ist als die finanzielle Ausstattung der Maßnahmen. Hinzu kommen noch ökologische Vorrangflächen, Blühflächen und eine Vielzahl freiwilliger Projekte.

    Für die weitreichenden Auflagen jedoch, angefangen vom Gewässerrandstreifen über Pflanzenschutzverbote in Schutzgebieten bis hin zum Biotopschutz für artenreiches Grünland und Streuobstwiesen sind keine Entschädigungen vorgesehen – das ist eine kalte Enteignung. Wir erwarten Verlässlichkeit von der Politik, die bei der Ausweisung von Fauna-Flora-Habitat (FFH)- und Vogelschutzgebieten einen Bestandsschutz für die Bewirtschaftung nach dem Prinzip der guten fachlichen Praxis zugesagt und zusätzliche Förderungen in Aussicht gestellt hatte. Die Politik steht dafür im Wort! Wer über Jahrzehnte artenreiches Grünland und Streuobstwiesen erhalten und gepflegt hat, wird nun dafür abgestraft. Zudem konterkariert dieses Gesetz den Gedanken des kooperativen Naturschutzes und gründet einen massiven Vertrauensverlust der Landwirtschaft gegenüber der Politik zu Lasten des Naturschutzes.

    Wir benötigen keine ideologische Agrarwende-Utopie aus wahltaktischen Gründen und opportunem Populismus, wir benötigen eine realistische Landwirtschaftspolitik in der Wissenschaft, Forschung und Pragmatismus die Grundlagen bilden. Es muss zukünftig zwingend wieder zu einer Abwägung kommen zwischen Umweltschutz, Tierschutz und einer effizienten landwirtschaftlichen Produktion.

    Quelle: LSV Schleswig-Holstein + Hamburg e.V.

    Bildquelle: ML-Archiv

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