Raps- und Weizenpreise rutschen ab

    Die Erzeugerpreise von Raps und Weizen verließen in den vergangenen Wochen ihr Hochplateau und folgten der Schwächetendenz an den Terminmärkten nach unten.

    Die Rapsnotierungen an den Terminmärkten konnten ihren Höchstwert nicht halten, nachdem die Aussicht auf eine größere Ernte in Europa sowie das nachlassende Kaufinteresse die Kurse unter Druck setzten.

    Auch die in Frankreich begonnene Rapsernte belastet die Kurse und ließ auch die Preise am Kassamarkt abrutschen. So wurden Ende Juni durchschnittlich 783 EUR/t für alterntige Partien genannt und damit zwar rund 65 % mehr als noch zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr, allerdings 200 EUR/t weniger als noch im April 2022, als der Rekordwert von 983 EUR/t erreicht wurde. Auch die Forderungen für die jetzt beginnende Rapsernte gaben zuletzt deutlich nach. Mit den Ende Juni durchschnittlich geforderten 710 EUR/t wird der Höchstwert von 826 EUR/t vom April um 116 EUR/t verfehlt.

    Auch bei Brotweizen geben die Kassapreise infolge der anstehenden Ernte nach, auch wenn die Ertragsaussichten aufgrund der regionalen Trockenheit und der europaweiten Hitze getrübt sind. So büßten die Forderungen binnen 5 Wochen 38 EUR/t oder 10 % an Wert ein. Regional haben die Preisrücknahmen das Interesse an Vorkontrakten bei den Erzeugern noch einmal aufleben lassen.

    Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) weist mit Blick auf die erläuterte Preisentwicklung hin, dass ein Großteil der Ernte bereits zu niedrigeren Preisen in den Vormonaten kontrahiert wurde. Die Förderunion unterstreicht diese Feststellung, weil sich die Frage der Marktversorgung und zu welchen Preisen diese erfolgt in der öffentlichen Diskussion oft an den Höchstpreisen orientiert und nicht an den Preisen, zu denen tatsächlich vermarktet wurde und wird. Auch die Entwicklung der Produktionskosten für die Landwirte, insbesondere bei Düngemitteln, müsse ebenso berücksichtigt werden.

    Erzeugerpreise auf diesem Niveau sind daher zur Kostendeckung aktuell und wohl auch in Zukunft erforderlich, denn mit einem Sinken der Energiepreise, insbesondere bei Erdgas als wichtiger Energieträger für die Düngemittelherstellung, kann derzeit nicht gerechnet werden.

    Verbraucherinnen und Verbraucher müssten sich auf das für die Kostendeckung erforderliche höhere Preisniveau einstellen. Ein reduzierter Düngeraufwand und die Einflüsse des Klimawandels ließen derzeit keine Produktionssteigerungen erwarten, zumal auch die neuen europäischen Rahmenbedingungen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik kein Entwicklungspotential aufzeigten, so die UFOP.

    Quelle: UFOP

    Bildquelle: ML-Archiv

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