Leserbrief – Nahrungsmittelsicherheit: Landwirtschaftliche Produktion ist unweigerlich an die Vegetation gebunden und braucht langen Vorlauf

    Silvia Bender sagte vor kurzem, „wir werden die Ziele des Green Deal und der Farm-to-Fork-Strategie weiterverfolgen“.

    Die Politik muss jetzt angesichts des Krieg in der Ukraine umdenken, wir brauchen nun kluge und vorausschauende Entscheidungen von unserer Regierung.

    Wir bekamen dazu einen Leserbrief von Ulrich Knippenberg zugesandt:

    Es ist fast schon einen Monat her, das ich hier darauf hingewiesen habe welche Probleme der Krieg in der Ukraine uns, und vor allem anderen, hinsichtlich der Versorgung mit Nahrungsmitteln bringen wird.

    Mittlerweile ist das Thema öffentlich sehr präsent, Lösungsvorschläge seitens der Landwirtschaft liegen lange auf dem Tisch, unsere amtierende Bundesregierung zieht es jedoch vor, an Ihren ideologischen Idealen festzuhalten und die Extensivierung und somit den sinkenden Output der heimischen Landwirtschaft weiter unbeirrt fortzusetzen.

    Es sei nur nochmal angemerkt: Landwirtschaftliche Produktion ist unweigerlich an die Vegetation gebunden, und braucht langen Vorlauf.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!

    In 2023 werden uns wohl nur sehr stark eingeschränkte Mineraldüngermengen zur Verfügung stehen, da wegen extrem hoher Gaspreise die Europäische Produktion mit angezogener Handbremse produziert und Russische Exporte wohl kaum in Frage kommen werden. Die jetzt nicht produzierte Menge wird sich erst zur Ernte 2023 Auswirken, der unweigerlich folgende Mangel wird dann erst Anfang/Mitte 2024 durchschlagen!

    Das ist KEIN Deutsches Problem, kein Europäisches- es ist praktisch die gesamte so genannte westliche Welt betroffen! Statt nun dafür vorzusorgen, zieht es unsere Bundesregierung lieber vor den Nährstoffkreislauf in der Viehhaltung auch noch einschränken zu wollen.

    Mit der Viehhaltung auch noch die Verfügbarkeit organischen Düngers massiv zu reduzieren ist an Dummheit kaum noch zu überbieten, es wäre DRINGEND an der Zeit den Menschen zu erklären, das niemand in Deutschland durch die gezielte Düngung mit Gülle und Gärresten mit irgendwelchen Problemen zu rechnen hat, aber das Millionen von Menschen Hunger leiden werden, wenn wir nicht mal im Stande sind uns langfristig selbst vernünftig und nachhaltig zu ernähren!

    Es braucht pragmatische Ansätze, keine Idiologischen Märchen und Utopien! Das Deutschland bislang daran fest hält, 4% der Fläche in 2023 aus der Produktion zu nehmen, setzt dem ganzen dann noch die Krone auf!

    Ulrich Knippenberg

    Lesermeinungen sind die persönliche Meinung der Schreiber und entsprechen nicht unbedingt der Auffassung der Redaktion.

    Bildquelle: Moderner Landwirt-Archiv

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