Landwirte aus ganz Deutschland versuchen mit der Politik über die zahlreichen Probleme ins Gespräch zu kommen. Zu dem Thema „Zukunft in der Landwirtschaft“ als kleiner Bauer erreichte uns heute ein Leserbrief von Klaus:

Ich bin nur ein kleiner Bauer…….

und mache mir so meine Gedanken. 

In dem Medien ist immer wieder zu hören, daß die Lebensmittel die Preistreiber der Inflation seien.

Wir betreiben eine Nebenerwerbslandwirtschaft mit 90% Direktvermarktung über unseren kleinen Hofladen. Auch bei uns sind Energie und Lohnkosten gestiegen. Trotzdem haben wir zB. unsere Eierpreise (noch) nicht erhöht, anders im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) die Erzeugerpreise sind gleich geblieben im Handel ist die Ware teurer geworden, bei Milch ist der Erzeugerpreis sogar gesunken und die Produkte im Handel sind teurer geworden……wer sackt sich die Steigerungen ein ???

In meinen Augen ist nicht nur die derzeitige Regierung schuld durch immer neue Steuererfindungen wie Kunststoffsteuer, CO2 Abgaben und und und…..

Deshalb sage ich auch nicht „die Ampel muß weg“ (was kommt danach) ich sage „Schluß mit dem gehampel“.

Auch die Gewerkschaften, die eigentlich eine sehr wichtige Einrichtung sind, fordern immer mehr Geld oder weniger Arbeitszeit bei gleichen Gehalt (wie ich meine kommt das auf das selbe heraus).

Da ich zu unserem Betrieb noch nebenbei Vollzeit im öffentlichen Dienst beschäftigt bin, sehe ich immer nur Forderungen in diese Richtung.

Bei der Bahn, Flugbegleitern usw. überall das selbe. Grade im Pflegebereich, Kita usw. laufen die Beschäftigten im wahrsten Sinne auf dem Zahnfleisch aber zB. die Kommunen sind Finanziell am oder schon über ihrem Limit, wenn Verdi jetzt bessere Arbeitsbedingungen fordert kommt meist eine Einmalzahlung und eine Lohnsteigerung aufgeteilt auf zwei Jahre dabei heraus.

Somit werden keine Arbeitsspitzen entschärft, somit werden neue Arbeitsspitzen geschaffen, den Kommunen fehlt das Geld für neues Personal und das Bestandspersonal ist immer noch am oder über Ihrem Limit, daß Personal bekommt mehr Geld aber der Krankenstand nimmt immer weiter zu……woher soll der Mehraufwand kommen ???

Sollten die Gewerkschaften nicht auch für eine Arbeitsplatzsicherung antreten ???

Das Gegenteil ist bei solchen Forderungen der Fall, jede wegfallende Stelle wird mit Kräften einer Arbeinehmerüberlassungsfirma besetzt, diese Mitarbeiter arbeiten zu anderen Tarifen als das Stammpersonal und deren Perspektiven werden zur Zeit nicht besser, ist das Sozial ???

Die Gewerkschaften sind aus Sozialen Gründen gegründet worden !!!

Wäre es nicht besser wenn für die Arbeitnehmer wieder mehr Netto vom Brutto bleiben würde ???

Was nützt dem Arbeitnehmer wenn mindestens die Hälfte der Lohnsteigerung an Abgaben gar nicht beim Arbeitnehmer ankommen und der Rest geht für Lebenshaltungskosten drauf (wenn es dann reicht), diese Sondervergünstigungen wie zB. Heizungsanlage usw. kann sich nicht jeder leisten und Menschen die zur Miete wohnen bekommen davon eh nix ab.

Mein Fazit: Gewerkschafter bohrt nicht nur am dünnen Brettchen Arbeitgeber, setzt euch mit den Regierenden zusammen und tut etwas für die Allgemeinheit, der einzige Gewinner aus euren Gehaltsrunden seit ihr, bekommt ihr doch mehr Beiträge und eure Gehälter sowie Aufwandsentschädigungen passen sich der Wirtschaft an………

Ja, auch ich habe gegen diese Gängeleien von idealistischen Auflagen demonstriert aber nicht nur einfach für mehr Geld gestreikt (Demonstrieren und streiken sind zwei verschiedene Mittel um Aufmerksamkeit zu erreichen), wir Bauern rufen auch nicht nach weniger Arbeitszeit, wir möchten nur nicht für Verfehlungen anderer verantwortlich gemacht werden und nach fachlichen Wissen auf unseren Böden in unseren Ställen arbeiten dürfen, auch wenn der Kalender oder eine Eingebung von „oben“ gerade etwas anderes sagt.

Denkt mal alle drüber nach.

Euer kleiner Bauer Klaus Weber aus Lohmar

Lesermeinungen sind die persönliche Meinung der Schreiber und entsprechen nicht unbedingt der Auffassung der Redaktion.

Bildquelle: ML-Archiv