JENZ: Änderung in der Geschäftsleitung

    Vierte Generation übernimmt operative Geschäftsführung

    Die JENZ GmbH aus Petershagen-Friedewalde kann auf eine spannende erste Jahreshälfte 2021 zurück blicken. Am 06. Januar 2021 wurde das Unternehmen 100 Jahre alt, zur Mitte des Jahres folgte die geplante Änderung in der Geschäftsleitung. Uwe Hempen-Hermeier, langjähriger geschäftsführender Gesellschafter, übergab die operative Geschäftsführung des
    Familienunternehmens an seine Kinder Elisabeth Holland und Hans Heinrich Hermeier.

    „Damit haben wir den ersten Schritt in Richtung Generationswechsel vollzogen“, so der 62-Jährige, der sich nach rund 34 Jahren aus dem operativen Geschäft zurück zieht, der nächsten Generation aber weiterhin als geschäftsführender Gesellschafter ohne Geschäftsbereich in beratender Funktion zur Verfügung steht.

    Christian Klueppel
    Christian Klüppel

    Zuvor hatte er bereits zum 01. Juni die Vertriebsleitung hausintern an den bisherigen Leiter Export, Christian Klüppel übergeben.

    Die Geschwister Elisabeth Holland und Hans Heinrich Hermeier wurden zum 01.Juli durch Gesellschafter und Beirat der JENZ GmbH zu zusätzlichen Geschäftsführern berufen. Beide sind bereits seit einigen Jahren Gesellschafter des Unternehmens und verfügen über einige Jahre JENZ Erfahrung. Während die 33-jährige Elisabeth Holland zuletzt den Marketingbereich verantwortete und zukünftig für den kaufmännischen Bereich verantwortlich ist, leitete der 31-jährige Hans Heinrich Hermeier bisher das Produktmanagement und übernimmt ab sofort die Leitung des technischen Bereichs inkl. des Vertriebs.

    Mit der Änderung in der Geschäftsleitung bleibt die Führung des Unternehmens weiterhin in Familienhand und das in nun mehr vierter Generation.

    „Wir freuen uns auf die nun anstehenden Aufgaben und sind dankbar für die Möglichkeit unser 100-jähriges Unternehmen gemeinsam in die Zukunft zu führen“, so Elisabeth Holland,
    die gleichzeitig zur Sprecherin der Geschäftsleitung berufen wurde.

    Die aktuelle Situation des Unternehmens schätzt die Geschäftsführerin positiv ein:

    „Wir starten mit guten Voraussetzungen: trotz der Corona-Pandemie konnten wir im vergangenen Geschäftsjahr 2020 einen neuen Rekordumsatz verzeichnen und sind ohne Kurzarbeit und weitestgehend auch ohne Lieferengpässe durch das Jahr gekommen.“ Mit rund 66 Mio. € lag der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 7% über dem
    des Vorjahres. Gleichzeitig wurde ein ordentliches Ergebnis erzielt, was zu einer weiterhin soliden Eigenkapitalquote in der Bilanz beiträgt.

    „Das gute Umsatzergebnis in 2020 resultierte vor allem aus einem langen Auftragsvorlauf des Vorjahres. In diesem Jahr gehen wir von einem leichten Umsatzrückgang aus, sind
    aber dennoch grundsätzlich optimistisch“, so Holland.

    Dazu bei tragen auch die allgemeinen Entwicklungen zur Umsetzung der verschärften Klimaschutzziele, resultierend aus dem European Green Deal. „Die Auswirkungen der ersten Stufe der CO2-Steuer zeigen sich bereits an einem deutlichen Anstieg des Heizölpreises um über 50% seit dem Jahresbeginn. Dadurch steigt gleichzeitig der Preisvorteil von Hackschnitzeln gegenüber den fossilen Energieträgern, was sich i. d. R. positiv auf unser Geschäftsfeld auswirkt“, ergänzt Hans Heinrich Hermeier. Ein wichtiges Zeichen für die
    Branche, die im vergangenen Jahr unter extremen Schäden durch Borkenkäferkalamitäten und Trockenheit litt.

    Auch international sieht der Geschäftsführer positive Entwicklungen. „Während der Hochzeit der Pandemie wurde die wirtschaftliche Unsicherheit in vielen europäischen Ländern spürbar. Aktuell aber scheinen unsere Vertriebspartner wieder optimistischer in die Zukunft zu blicken.“ Rund 50% erwirtschaftete die JENZ GmbH im letzten Jahr außerhalb des DACH-Gebietes und will dies in Zukunft weiter ausbauen.

    Trotz der guten Entwicklung im laufenden Jahr sieht die neue Generation auch herausfordernde Zeiten auf sich zu kommen. „Die aktuelle Situation auf dem Beschaffungsmarkt, gekennzeichnet durch teils extreme Preiserhöhungen und Lieferterminverschiebungen, sorgt bei uns, genauso wie bei allen anderen produzierenden Unternehmen, derzeit für die größten Unsicherheiten“, berichtet Elisabeth Holland. Darüber
    hinaus sei auch die Situation auf dem Absatzmarkt kritisch zu beobachten. „Trotz CO2-Steuer liegt der Hackschnitzelpreis weiterhin auf niedrigem Niveau, was die Situation für unsere Kunden erschwert.

    Gleichzeitig herrscht auf politischer Ebene Uneinigkeit über die Zukunft holzartiger Biomasse als erneuerbarer Energieträger. Wir werden uns daher nicht auf den Ergebnissen der letzten Jahre ausruhen, sondern sehen unsere wichtigste Aufgabe darin, das Unternehmen verantwortungsbewusst auf die kommenden Zeiten einzustellen. Dafür sind wir in der bestehenden Konstellation und mit einem erfahrenen Team an Bord gut aufgestellt“, ist sich das Geschwisterpaar einig.

    Das 1921 gegründete Familienunternehmen JENZ wird in der vierten Generation von der Gründerfamilie geführt und hat sich zum Spezialisten im Bereich schwerer mobiler Maschinen für die Aufbereitung holzartiger Biomasse entwickelt. Derzeit werden am Standort in Petershagen bei Minden und den verschiedenen Vertriebsniederlassungen insgesamt etwa 230 Mitarbeiter, davon 20 Auszubildende und duale Studenten, beschäftigt.

    Quelle: JENZ

    Bildquelle: JENZ

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