Führt die Energiekrise zum Engpass in der Versorgung mit Lebensmitteln?

    Die Chemiefirmen haben weltweit aufgrund der hohen Erdgaspreise die Düngemittelproduktion gedrosselt oder sogar ganz eingestellt. Jetzt lauft die Landwirtschaft Gefahr, dass nächstes Jahr nicht genug Dünger zur Lebensmittelproduktion zur Verfügung steht. Dies hätte fatale Folgen für die weltweite Versorgung mit Lebensmitteln.

    Chemiefabriken stellen aufgrund hoher Gaspreise Düngemittelproduktion ein

    Weltweit haben mehrere große Hersteller von Düngemitteln die Düngemittelproduktion entweder vollständig gedrosselt oder sogar komplett eingestellt. Die Verteuerung von Erdgas um teilweise bis zu 500 Prozent gegenüber dem Jahresbeginn hat die Herstellung von Ammoniak zu stark verteuert. Ammoniak ist ein Vorprodukt zur Herstellung von Dünger für die Landwirtschaft und wird aus Erdgas hergestellt.

    Versorgung mit Lebensmitteln wegen fehlendem Dünger gefährdet

    Fehlender Dünger wirkt sich weltweit auf die Lebensmittelversorgung aus, denn ohne oder mit zu wenig Dünger fallen auch die Ernten schlechter aus. Mittlerweile befürchten Experten im nächsten Jahr einen Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge um 30 bis 40 Prozent. Dies wird sich natürlich auch massiv auf die Preise der Grundnahrungsmittel auswirken.

    Udo Hemmerling, stellvertretende Generalsekretär des deutschen Bauernverbands warnt bereits vor geringeren Erträgen bei der Lebensmittelproduktion und stellt fest: „Auch in Deutschland dürfte es zeitweise Lücken in den Regalen geben – bei frischem Obst und Gemüse kann dies für den Verbraucher 2022 schnell spürbar werden.“

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    Stark steigende Lebensmittelpreise erwartet

    Es ist bereits abzusehen dass Nahrungsmittel aufgrund des Düngermangels im kommenden Jahr noch einmal deutlich teurer werden. Die Preise sind in diesem Jahr bereits aufgrund der erhöhten Energiepreise deutlich gestiegen. Die großen Lebensmittelproduzenten, wie Nestlé, Unilever, Mondelez und Danone, haben ebenso bereits Preiserhöhungen angekündigt, ebenso die großen Bierbrauer.

    Aber auch die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut, geben die gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie an die Landwirte weiter. 

    Dazu kommen die erhöhten Energiekosten bei den Verarbeitern der landwirtschaftlichen Produkte. Backwaren, zum Beispiel, sind dabei stark betroffen, den die Backöfen brauchen viel Energie.

    Gestiegene Lebensmittelpreise treiben natürlich auch die Inflation immer stärker an und reduzieren damit unser aller Kaufkraft. Erhöhte Kosten für Lebensmittel treffen aber hauptsächlich Bevölkerungsschichten mit geringem Einkommen. Diese wurde bereits von den gestiegenen Heizkosten stark getroffen. Und letztendlich kommt auf die Energiekosten zum Jahresbeginn 2022 auch noch eine höhere CO2-Abgabe.

    Quelle: SKW, Blackout News

    Bildquelle: ML-Archiv

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