FREIE BAUERN gegen Verbrauchertäuschung: Herkunft von Lebensmitteln muss ausgewiesen werden

    Die FREIEN BAUERN, Interessenorganisation der bäuerlichen Familienbetriebe in Deutschland, haben die dringliche Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel angemahnt.

    „Der Wunsch vieler Verbraucher nach heimischen Produkten muss ins Leere laufen, so lange Lebensmitteleinzelhandel und Industrie weiter täuschen und verschleiern dürfen“, sagte Christian Linne von den FREIEN BAUERN Niedersachsen anlässlich der aktuellen Sonderangebote von Edeka, in denen billiger Rohrzucker aus Übersee als nachhaltig erzeugtes norddeutsches Produkt angepriesen wird. Bei den zähen Verhandlungen des vergangenen Jahres mit den großen Handelsketten sei deutlich geworden, dass die Konzerne von sich aus kein Interesse an einer ehrlichen Deklaration ihrer Waren hätten, so der 49jährige Rübenbauer aus Sottmar im Braunschweiger Land:

    „So lange sie zum Beispiel Deutsche Markenbutter aus tschechischer Milch verkaufen, können sie auch die Preise drücken. Hier ist die Bundesregierung gefragt, um endlich Transparenz in den Ladenregalen und damit bessere Marktchancen für unsere heimischen Landwirte herzustellen.“

    Rohrzucker hat dieselben lebensmitteltechnischen Eigenschaften wie der europäische Rübenzucker, wird aber vor allem in Brasilien, Indien und China kostengünstig erzeugt unter sozialen und ökologischen Standards, die hierzulande undenkbar wären, weiß Linne:

    „In Brasilien etwa brennt der Regenwald für neue Plantagen, Indios werden vertrieben, Landarbeiter müssen unter schwierigsten Arbeitsbedingungen für sehr niedrige Löhne schuften, und es werden Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die bei uns lange verboten sind.“

    Angesichts der Dumpingpreise aus Übersee kann selbst der auf den besseren Böden im Vorland der deutschen Mittelgebirge sehr ertragreiche Rübenanbau nicht mehr konkurrieren und wird zunehmend vom Markt gedrängt, kritisieren die FREIEN BAUERN. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf allen Verpackungen könnte den Verbraucherinnen und Verbrauchern im Supermarktregal Orientierung vermitteln, wie die angebotenen Lebensmittel produziert und wie weit sie transportiert wurden, wünscht sich Linne:

    „Erst dann kann man sich als Kunde bewusst für dieses oder jenes Produkt entscheiden.“

    Quelle: Freie Bauern

    Bildquelle: Freie Bauern

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