Die perfekte Silage – Tipps zum Silieren

    Um Ihr Milchvieh optimal mit Nährstoffen zu versorgen, benötigen Sie ein qualitativ einwandfreies Gärfutter. Denn nur dann erfolgt eine optimale Futteraufnahme und somit auch anschließend eine hohe Milchleistung. Im Vergleich zur Lagerung von anderem Futter, wie zum Beispiel Heu, besteht ein geringerer Bedarf an teuren Investitionen.  Zudem kann mit geringeren Produktionskosten pro einem Liter Milch gerechnet werden, was Ihren Umsatz steigert.


    Qualitativ hochwertige Silage

    Damit Sie die Vorteile der Silage für sich nutzen können, muss in jedem Fall die Qualität des Futters stimmen. Denn nur wenn dieses gut genug ist, erhalten ihre Kühe ausreichend Nährstoffe und Energie. Dies wirkt sich wiederum positiv auf ihre Verdauung sowie die Menge und den Zustand der Milch aus.
    Problematisch wird es hingegen, wenn das Silo verschmutzt. Auch Schimmel oder die Entstehung von Nacherwärmung mindern die Silage Qualität. Um hochwertiges Silofutter zu gewinnen, müssen Sie folgende Punkte berücksichtigen:


    Beachten Sie den besten Erntezeitpunkt

    Um eine gute Silage zu erhalten, sollten Sie zunächst den perfekten Zeitpunkt der Ernte erkennen. Dieser ist frühmorgens, zu Beginn des Rispen- beziehungsweise Ährenschiebens. Nach dem Verteilen der Ernte funktioniert in diesem Fall das Anwelken besonders gut. Die Qualität des Silofutters steigt und erreicht einen perfekten Rohfasergehalt.
    Ist das Wetter nicht gerade ideal, sondern regnerisch und feucht, können Sie einen Tag warten, bevor Sie mit der Ernte beginnen. Das Anwelken klappt am besten, wenn die Ernte und auch die Böden trocken sind. Besteht die Möglichkeit zum Warten allerdings nicht, da beispielsweise keine besseren Wetterbedingungen vorausgesagt werden, können Sie das Mähen auch an Regentagen durchführen. Um dennoch eine Fehlgärung zu verhindern und insgesamt den Nährstoffgehalt der Silage zu verbessern, empfiehlt sich die Anwendung eines Siliermittels.
    Und auch eine Nacherwärmung der Silage wird somit verhindert. Dabei könnte sich Schimmel bilden und das Silofutter infolgedessen verderben. Da diese Silage nicht an Kühe verfüttert werden kann, würde für Sie im Endeffekt ein hoher finanzieller Verlust entstehen.


    Futterverunreinigung durch die richtige Schnitthöhe minimieren

    Um eine Verschmutzung der Silage zu verhindern, müssen Sie die optimale Schnitthöhe des Grases einhalten. Handelt es sich bei der Fläche um Dauergrünland, sollte die Schnitthöhe 5 cm oder mehr betragen. Ist der zu mähende Bereich uneben oder handelt es sich dabei um Neuansaaten oder Ackergras, wird eine Schnitthöhe von 9 cm empfohlen.
    Auf diese Weise wird verhindert, dass zu viel Erde der Silage beigemischt wird und somit ins Silo gelangt. Würde dies geschehen, bestehe die Chance, dass der pH-Wert während des Gärprozesses nur langsam sinkt und das Erntefutter nicht ausreichend konserviert wird.
    Ein weiterer Vorteil der richtigen Schnitthöhe ist, dass der Messerverschleiß der Mähmaschine sinkt und sie abermals Kosten einsparen.


    Der richtige Einsatz von Wender und Schwader

    Neben der Schnitthöhe müssen landwirtschaftliche Maschinen, wie der Wender und Schwader, ebenfalls eine ideale Arbeitshöhe erfüllen. Diese sollte der Schnitthöhe des Grases entsprechen. Dadurch wird erneut eine Verunreinigung des Erntefutters verhindert, da die Zinken die Erde nicht berühren.
    Ist der betroffene Boden noch feucht, sollte der Wender nur sehr langsam gefahren werden, um das Gras bestmöglich zu verteilen. 6 bis 7 km/h gelten hier als optimal. Um ein gleichmäßiges Trocknen und somit eine hohe Silage Qualität gewährleisten zu können, sollte das Gras anschließend noch einmal gewendet werden.
    Im nächsten Schritt bilden Sie mithilfe eines Schwaders Schwaden, die sich zu Ballen zusammenfassen lassen können. Bezüglich des Anwelkprozesses müssen Sie beachten, dass bei gutem Wetter möglichst große Schwaden entstehen sollten, um den Vorgang zu verlangsamen. Ist es eher regnerisch, kann das Schwaden erst kurz vor dem Einholen des Grases geschehen.


    Wie erzielen Sie den perfekten Trockenmassegehalt?

    Nach dem Anwelken sollte der Trockenmassegehalt des Ernteguts mindestens 30 Prozent betragen. Um dies zu erreichen, halten Sie eine kurze Liegezeit (maximal 24 Stunden) des Grases auf dem Feld ein. Denn hierdurch wird möglichst wenig Zucker veratmet.
    Legen Sie das Erntegut darüber hinaus nach dem Mähen breit ab, ist ein Trockenmassegehalt von 28 Prozent erreichbar. Bei der Ablage in Schwaden werden nur bis zu 22 Prozent erzielt.
    Gleichzeitig müssen Sie darauf aufpassen, dass das Silofutter nicht zu sehr austrocknet. Dies kann zu einer späteren Nacherwärmung sowie einer Fehlgärung führen.


    Erzielen einer besseren Verdichtung durch eine kurze Schnittlänge des Grases

    Schneiden Sie das Gras mit einer Länge von einem bis vier Zentimetern, wird es besonders gärstabil. Der Zucker tritt schnell hinaus und der pH-Wert sinkt. Dies lässt sich gut anwenden, wenn das Erntefutter sehr trocken ist. Bei feuchtem Gras sollte die Schnittlänge größer sein.


    Das richtige Abladen und Verdichten

    Nach der Ernte ist es nun wichtig, die Silage über die komplette Silostockmenge, von unten nach oben zu verteilen. Die jeweiligen Schichten sollten eine Höhe von 30 Zentimetern nicht überschreiten. Die optimale Walztechnik erreichen Sie mit einem Reifendruck von zwei bar und einem großen Walzgewicht. Fahren Sie sehr langsam, mit einem Tempo von nur 3 bis 4 km/h über das Silofutter, um Sauerstoffeinschlüsse zu verhindern. Zusätzlich verbessert dies die Reduzierung des pH-Werts.


    Wie entsteht der perfekte Gärprozess?

    Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Entstehung einer qualitativ hochwertigen Silage ist der Gärprozess. Entscheidend dafür sind eine sauerstoffarme Umgebung und somit eine luftdichte Abdeckung. Bei Silage Grasballen hilft hier ein sogenannter Ballenwickler.
    Des Weiteren muss in jedem Fall die Bildung von Hefe, Bakterien und Schimmelpilzen verhindert werden, da das Silofutter ansonsten für die Kühe ungenießbar wird.
    Der komplette Gärprozess nimmt in der Regel vier bis sechs Wochen in Anspruch. Erst danach lässt sich die Silage öffnen. Es ist ein haltbares Silofutter voller Nährstoffe entstanden. Dieses kann an das Milchvieh verfüttert werden, woraus Milch in einer hohen Qualität resultieren wird.

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