Benedikt von Einfach Bauer – Mein Wort zur Bauern-Demo 2021 in Berlin

    Benedikt Hülsbusch von Einfach Bauer schildert uns hier seine Eindrücke von der Demo in Berlin:

    In den ersten Wochen des Jahres wurde der Trubel um das Insektenschutzgesetz immer größer. Ich begann also mich damit zu beschäftigen, mit dem Hintergedanken, daraus ein sarkastisches Video für meinen Kanal Einfach Bauer zu machen. 

    Nach und nach bekam ich auch immer mehr von der Bauern-Demo in Berlin zu hören, aber es ergab sich beruflich keinenpassenden Zeitpunkt um eine Strecke von genau 500km, 1000km hin und zurück, auf mich zu nehmen. 

    Ich beschloss also eine „Winterpause“ bei Einfach Bauer einzulegen, um mir ein bisschen Luft zu verschaffen, damit ich nach Berlin fahren konnte, um mir selbst ein Bild von der Demo zu machen. Ich verknüpfte es zufälligerweise noch mit einem anderen Geschäftstermin an der Ostsee. 

    Benedikt Einfach Bauer

    Als ich dann Anfang März nach Berlin kam, war eine Übernachtung geplant. Ich wollte ein paar Aufnahmen von der Demo machen um sie als Video bei Einfach Bauer zu veröffentlichen. 

    Aus einer Nacht wurden Zwei, weil ich so viele unterhaltsame, interessante und vor allem tiefgründige Gespräche über Landwirtschaft und die Probleme mit Regulierungen führte. Schnell merkte ich, dass es bei uns auf dem elterlichen Hof, auf dem ich aufgewachsen bin und immer noch lebe, damals genau so war. Die Hintergründe und Probleme sind die gleichen gewesen. Wir, bei uns auf dem Hof, haben mit der Tierhaltung aufgehört, weil wir die Absatzmenge nicht mehr erfüllen konnten, obwohl uns Sicherheit in Bezug darauf versprochen wurde. Und genau das ist der Kern der ganzen Problematik. Wer sich heute noch darauf verlässt, dass man mit einem kleinen alten traditionellen Hof in Zukunft noch bestehen wird, der hat sich gewaltig geschnitten. Das sagt selbst Bernhard Krüsken, Generalsekretär des deutschen Bauernverbandes. Allerdings betont er, dass es die „eigene Kalkulierung der Bauern“ schuld sei, dass die kleinen Höfe in Zukunft verschwinden, mit Regulierungen, Preissenkungen und großen Konzernen habe das natürlich nichts zu tun. 

    Schon bewundernswert, dass nicht nur die kleinen Bauern ihre Probleme haben, sondern auch viele der großen Betriebe immer mit einem großen Risiko leben müssen. Ein Stall für 2.000 Schweine oder ein großer Trecker mit 400 PS bezahlt sich nicht von allein und kann nur finanziert werden. Blöd nur,wenn einem dann Regulierungen ein Strich durch die Rechnung machen, Markpreise fallen und man seine Kosten nicht mehr decken kann. Dann stehen auch diese Bauern vor dem Ruin, und das nicht nur finanziell. 

    Viele Sorgen und Nöte treiben Bauern aus ganz Deutschland nach Berlin. Ob nun mit dem Trecker und bis zu 30 Stunden Fahrt, oder einfach mit dem Auto. Aus fast jedem Landkreis Deutschlands fuhren Fahrzeuge für die Bauerndemo in die Hauptstadt. Seit dem 26. Januar wird dort JEDEN Tag demonstriert. Über 80 Tage lang. Das hat nun vorerst ein Ende. 

    Auch ich war seit den ersten beiden Übernachtungen Anfang März, ein weiteres Mal eine komplette Woche Ende März und wiederum noch einmal für zwei weitere Übernachtungen um den 14. April noch einmal da. An bestimmten Tagen der Demonstration gab es Kundgebungen, bei denen sich Politiker zu verschiedensten Gesetzen und Vorgehensweisen der Politik äußerten und befragt wurden. 

    Mich persönlich hat diese Demonstration sehr geprägt. Es wird Landwirten immer mehr und mehr erschwert konkurrenzfähig und wirtschaftlich zu bleiben. Der Markt ist überflutet mit Produkten, größtenteils aus dem Ausland, die Nachfrage an Produkten, Preissenkungen, das Insektenschutzgesetz, Flächenenteignung, Themen, bei denen manchen Bauern das Wasser bis zum Halse steht. Egal ob Schweine-Bauern, Schafhalter, Winzer oder Milchviehhalter. Preise werden nur noch von oben diktiert und können von unten gar nicht mehr aufgefangen werden. 

    Landwirte sind die ganze Zeit in Berlin standhaft gewesen um, Flagge zu zeigen, um zu zeigen, dass die Landwirtschaft ein elementarer Bestandteil der Gesellschaft ist. Der deutsche Bauer verliert immer mehr und mehr an Wertschätzung in Deutschland und in den Medien hört man von Bauerndemos kaum etwas, vielleicht liegt es daran das Gewisse Personen aus der Umweltpolitik auch in so manchen Medienräten sitzen und auf alles was Widerstand zeigt den Finder legen, stimmt´s Frau Schulze? Aber mit Frau Klöckner ist es nicht anders, sich selbst nicht kritisieren lassen, aber den deutschen Bauern den positiven Sinn darin erklären, Lebensmittel aus Südamerika zu importieren, und den deutschen Bauern Flächen zu enteignen, sodass dieser weniger anbauen kann. Super, wenn man im gleichen Atemzug noch vom Thema Ökobilanz und einer CO2 Reduzierung spricht fehlen JEDEM die Worte. 

    Wahrscheinlich könnte ich über alle Eindrücke der Demo und der Ungereimtheiten ein ganzes Buch schreiben, aber dazu fehlt mir die Zeit. Wer gerne weitere Eindrücke bekommen möchte schaut sich gerne auf YouTube bei  „Einfach Bauer“ folgendes Video an:

    Bauerndemo 2021 Berlin – Der Film:

    Mein Lieblingssatz zu dem ganzen Thema ist und bleibt: Ist der Bauer ruiniert, wird das Essen importiert. 

    Das sollte sich jeder einmal vor Augen führen und genau aus diesem Grund werde ich auch bei den nächsten Bauern Demos dabei sein. 

    Benedikt von Einfach Bauer

    Hier noch Videos von den Berlin-Demos auf unserem YouTube-Kanal:

    Und hier noch ein Video aus 2019, hier waren 8600 Traktoren und 40.000 Landwirte in Berlin!

    Quelle: Einfach Bauer

    Bildquelle: Einfach Bauer

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