Was halten sächsische Landwirte von „Regionalität und Tierwohl“?

    Am 4. November 2021 findet im sächsischen Landtag eine Sitzung mit dem Thema „Regionalität und Tierwohl“ statt, welche die regionale Versorgung mit Lebensmitteln sichern soll. Eine Pressemitteilung von LSV-Sachsen zu dem Thema hier im Wortlaut:

    Brauchen wir das in Sachsen?

    Die Fakten: Seit 2010 sanken die gewerblichen Schlachtungen in Sachsen um über 66% von 600.000 auf unter 200.000 Schlachtungen pro Jahr. Der Selbstversorgungsgrad beim Rindfleisch sank auf unter 60%, Schweinefleisch auf unter 36% und beim Schaf auf unter 20%.

    Die Tierhaltungszahlen halbierten sich seit der Wende und im Tiefkühlregal im Einzelhandel wirkt das billige Importfleisch immer attraktiver als das regional geschlachtete Tier aus dem Metzgerfachhandel. Zusätzlich erschweren die wachsende Bürokratie und die nicht mehr zu erfüllenden Anforderungen an regionale Schlachtungen die Etablierung regionaler Verarbeitungsstrecken.

    Das offensichtliche Ergebnis einer Politik, welche sich für Regionalität und Tierwohl scheinbar wenig interessierte. Stattdessen werden die Transportwege in das EU-Ausland immer länger, die Klimabelastung dadurch immer höher und der Stress für die Tiere ebenso. Sächsische Landwirte müssen diese Entwicklung akzeptieren, da sie keinen Einfluss auf die politischen Rahmenbedingungen und die Schlachtinfrastruktur haben. Somit bleibt nur Aufgeben mit der Tierhaltung oder der Export. Auf Kosten von Klima und Tierwohl.

    Was halten sächsische Landwirte von „Regionalität und Tierwohl“?

    Sachsens Landwirte stehen für Regionalität, Tierwohl, Klimaschutz und kurze Transportwege. Jedoch ist die Politik an der Reihe, die Rahmenbedingungen für die regionale Versorgung mit Lebensmitteln zu schaffen und so nicht nur die regionale Landwirtschaft zu fördern, sondern auch den sächsischen Mittelstand. Ein solches Konzept wäre nicht nur für uns ein Gewinn, sondern ein Gewinn für die sächsische Bevölkerung, welche ein immer höheres Interesse an regionalen Lebensmitteln hat.

    Die Politik stellt sich hinter diese Idee?

    Dann muss sie jetzt die Bedingungen dafür schaffen!

    LsV Sachsen

    • Paul Kompe, Vereinsvorsitzender
    • Hagen Stark, Stellvertreter
    • Georg Stiegler, Stellvertreter

    Quelle: LSV Sachsen

    Bildquelle: ML-Archiv

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