Und täglich grüßt das Murmeltier – das einzige Problem der Bauern ist das Wetter…

    Jedes Jahr aufs Neue tritt der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, vor die Mikrophone der Presse und verkündet, dass die Ernte ja so schwierig sei, dass die Bauern es ja so schwer haben. Jedes Jahr wird eine anderes, gerade vorherrschendes, Wettergemenge dafür verantwortlich gemacht. Man fühlt sich an einen berühmten Film mit Bill Murray aus dem Jahr 1993 erinnert.

    Er erweckt immer wiederkehrend den Eindruck, wir Landwirte hätten nur ein Problem – das Wetter. Dabei ist das kein wirkliches Problem. Denn wir arbeiten mit der Natur und somit ist das Wetter unser täglicher Begleiter.

    Was uns weit mehr Sorgen bereitet, sind Auflagen und Verordnungen, die uns unsere tägliche Arbeit zunehmend erschweren. Eine Düngeverordnung nebst Allgemeiner Verwaltungsvorschrift (AVV), die Landwirte kriminalisiert, eine 4% Stilllegung, die bis zum heutigen Tage keinen Nutzen erkennen lässt, Moorvernässungen, die im Endeffekt einer Enteignung und ein Berufsverbot der dort wirtschaftenden Kollegen zur Folge hat, ohne dass es stichhaltige Belege für die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen gibt, eine „Gemeinsame Agrarpolitik“ der EU, die die Landwirtschaft – und damit auch die Versorgungssicherheit der Gesellschaft – großflächig zu zerstören droht.

    Dazu sagt Herrn Rukwied allerdings kaum etwas. Er spricht jedes Jahr zur Ernte übers Wetter. Und gibt damit der Politik jedes Jahr aufs Neue eine Carte Blanche, ideologisch, nicht praxisorientiert, über uns weg zu bügeln. Mit all den negativen Folgen für uns, genauso für die Gesellschaft, der die Versorgungssicherheit durch die eigene Landwirtschaft abhandenkommt.

    Unsere Aufgabe als Landwirtschaft ist, die Grundversorgung der Gesellschaft sicher zu stellen. Auf regionaler, nationaler wie europäischer Ebene. Einen anderen Auftrag braucht es nicht. Denn dieser ist essentiell. Weder Ideologie noch Moral machen die Menschen satt. Sie sorgen aber dafür, dass wir in neue Abhängigkeiten anderer Despoten geraten und dort Biodiversität und Umweltschutz weiter zerstört werden.

    Unser Auftrag an Herrn Rukwied lautet, dafür Sorge zu tragen, dass Landwirte in Deutschland, wie auch in unseren Nachbarländern, ihre Aufgabe erfüllen können, Menschen mit hochwertigen Lebensmitteln aus eigener Produktion zu versorgen. Und dieses auch klar der Politik zu kommunizieren. Denn nur gute fachliche Praxis in einer breit aufgestellten landwirtschaftlichen Branche sorgt für eine ausreichende Nahrungsmittelsicherheit.

    Maike Schulz-Broers                   Klaus-Peter Weinand                 Marcus Vianden

    Vorstand Land schafft Verbindung e. V.

    Quelle: Land schafft Verbindung® e. V.

    Bildquelle: ML-Archiv

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