Junge Mitarbeiter des Maschinenringes Hohenlohe nutzen modernste Technik, um ihre Kollegen und Landwirte als Mitglieder zu unterstützen. Mit dem Ziel, auf den Hohenloher Feldern so umweltschonend und effizient wie möglich zu arbeiten. Digitalisierte Daten zu den Böden werden unter anderem mit Hilfe von Satelliten, Apps und Computern erfasst, vernetzt, ausgewertet und spezifisch für die Teilflächen der Höfe als Wissen zur Verfügung gestellt.

Smart Farming von der Aussaat über die Düngung bis zum Pflanzenschutz.

„Ziel und Philosophie sind, unseren Landwirten mit Hilfe aktueller Technik neuestes Know How zur Verfügung zu stellen und sie vor Ort auf ihrem Hof zu unterstützen“, erklärt der Projektmanager für Digitalisierung beim Maschinenring Hohenlohe Maximilian Jungk. Der junge Agrarwirtschaftler ist spezialisiert auf den Bereich Smart Farming. Fachleute sehen darin das große Potential, durch einen präziseren und ressourceneffizienten Einsatz von Betriebsmitteln, wie Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel, eine zugleich produktivere und nachhaltigere Landwirtschaft zu betreiben. Also: Ein ausreichend hoher Ertrag bei der Ernte, um genügend und qualitativ hochwertige Lebensmittel zu produzieren – trotzdem die Flächen und die Umwelt zu schonen und die Artenvielfalt zu erhalten. Zusammen mit seinem Kollegen Marco Schönbein sieht er sich als Schnittstelle und Bindeglied für eine gute Betreuung der Mitglieder des Maschinenringes Hohenlohe bezüglich der modernen Technik. „Mit Hilfe zum Beispiel von Satelliten, fährt ein Traktor oder Mähdrescher auf dem Feld auf 2,5 Zentimeter genau. Und das immer wieder: Bei der Aussaat, beim Düngen und beim Ernten. Hierdurch werden Betriebsstoffe eingespart und die Effizienz gesteigert. Durch ‚Luftbilder‘, die über 10 Jahre hinweg gemacht wurden, oder über Sensoren am Traktor, werden die Flächen bewertet. Diese Daten nutzen die Landwirte für Ihre jeweilige Arbeit. Eine ganze Flut an Messzahlen muss zuvor verarbeitet und aufbereitet werden. Aber Landwirte sind keine IT-Spezialisten. Wir helfen unseren Landwirten, diese angebotenen Daten bestmöglich zu nutzen“, sagt der studierte Landwirt aus Schöntal Marco Schönbein.

So effizient wie möglich säen, düngen und schützen.

„Dass wir diese Informationen so überschaubar wie möglich zur Verfügung stellen, ist nicht das klassische Betätigungsfeld der Maschinenringe“, sagen die beiden jungen Berater. „Aber hier beim Maschinenring Hohenlohe sind wir offen für Innovationen und können unsere Ideen einbringen“, ergänzen sie.  Landwirte erhalten von ihnen Karten, die zeigen, an welchen Stellen Ihre Böden viel oder weniger Ertrag bringen können. Die Moderne Technik in der Landwirtschaft hilft, dies für die verschiedenen Felder ‚zu sehen‘, um deren Potentiale zu erkennen. Dafür werden Applikationskarten erstellt und ausgewertet. Mit dieser Kartierung hat der Landwirt die besten Informationen. Mittels Proben, fast wie bei einer Biopsie, werden zusätzlich die Inhaltsstoffe und die Bodenwerte erfasst. Eine weiter ergänzende Möglichkeit ist der Einsatz von Pflanzensensoren, die durch die Messung des Chlorophyllgehaltes das Datenbild ergänzen. Alles zusammen zeigt im Ergebnis, was der Boden an welcher Stelle braucht.  

Digital vernetzte Landmaschinen – für hohe Qualität und Kostenreduktion.

„Aus der Vernetzung all dieser Daten kann der Landwirt erkennen, wie es seinem Pflanzenbestand geht. Wo er mehr düngen muss und wo weniger, um das Beste für alle Seiten zu erreichen“, weiß Maximilian Jungk. Denn gedüngt werden muss nun mal, so viel steht fest. Entweder mit biologischem Dünger, also Gülle und Mist aus den Ställen, oder mit mineralischem Dünger. „Diese beiden grundsätzlich verschiedenen Wachstumsunterstützer sind für die Pflanzen unterschiedlich verfügbar, aber die Düngung braucht man auf jeden Fall“, ergänzen die Fachmänner. Beide Möglichkeiten haben Einfluss auf die Erntemenge und auf die Qualität. Brotweizen zum Beispiel, braucht in der Zeit von der Aussaat bis zur Ernte drei oder gar vier Düngergaben. Denn, wenn der Weizen für das Brot nicht im richtigen Moment mit Nährstoffen versorgt wird, stimmt die Qualität zum Backen nicht. Ihm fehlt dann der ausreichende Eiweißgehalt für gutes Brot. Dann taugt er zwar noch als Futter für die Tiere, aber ins Bäckerregal gelangt er nicht mehr.          

Technik zur bestmöglichen Nutzung von Ressourcen – nicht als Spielerei.

Bei dieser computergestützten und teilflächenspezifischen Arbeit auf den Äckern geht es hauptsächlich darum, so umweltschonend und effizient wie möglich zu arbeiten. Ganz gleich ob bei der Aussaat, der nötigen Düngung oder dem Schutz gegen Krankheiten. Die smarten Farmer Jungk und Schönbein aus der Maschinenring-Geschäftsstelle in Belzhag versichern dem Fahrer Markus Gronbach vom Betrieb von Martin Michelfelder am Feldrand nahe Neuenstein: Mit dieser technischen Unterstützung wird nie etwas doppelt gestreut, denn die Ausbringmenge passt zum Potential des Bodens. Es wird nie zu viel oder zu wenig gestreut. „Es geht immer um Effizienz: Bezüglich der eingesetzten Mittel und der Man Power – beides hat Einfluss auf die Kosten – und bezüglich des Umweltschutzes. Mit modernster Technik wollen wir zur besten Versorgung mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln beitragen“, versichern sie.   

Quelle: Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.

Bildquelle: Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.


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