Silage – Auf was sollte bei Umwelt- und Arbeitsschutz geachtet werden?

    Welche Vorteile hat eine Silage?

    Gut gelungene Silage (Gärfutter) ist ein wertvoller Bestandteil vollwertiger Futterrationen. Mit dem Silieren von Gras, Luzerne usw. kann bereits im Frühjahr begonnen werden, wertvolles Futter zu lagern. Die Vorteile dabei ist, junges, eiweißreiches Futter mit geringen Verlusten zu konservieren. Ebenfalls wird die Rauhfutterernte zeitlich auseinandergezogen. Arbeitsspitzen können so entzerrt werden. Die Wetterabhängigkeit wird auch verringert.

    Was ist beim Silieren zu beachten?

    Der rechtzeitige Schnitt ist unabdingbar. Bei eiweißreichen Futterarten spielt das anwelken eine wichtige Rolle. Natürlich müssen die Silos aller Art sauber sein und luftdichtverschließ bar. Das Gärgut muss dicht gelagert werden. Hier ist die Verarbeitung wichtig, die Luft muss herausgepresst werden.

    Ob bei Hochsilos, Tiefsilos, Fahrsilos, Folienschlauchsilos oder Rundballensilage. Bei Betonsilos werden innen säurefeste Anstriche aufgetragen. Hier auch vorher auf lose Stellen achten und diese vor den Anstrich entfernen. Auch hier werden nach dem Verdichten als Abschluss oft Kunststofffolien oder Deckel verwendet. Nicht nur die Schnitthöhe müssen bei landwirtschaftlichen Maschinen, wie Wender und Schwader sondern auch die ideale Arbeitshöhe erfüllen. So werden Verunreinigung des Erntefutters verhindert, da die Zinken die Erde nicht berühren.

    Umweltschutz

    Was ist bei Gärsäften zu beachten? Bei Pflanzen mit weniger als 30% TS entsteht Gärsaft. Diese dürfen nicht in oberirdische Gewässer oder in das Grundwasser gelangen. Hierbei besteht die Gefahr der Nitrat Anreicherungen. Daher muss der Silagesickersaft in eine Jauchegrube oder einen wasserdichten Sammelschacht abgeleitet werden. Silagesickersaft ist eine säurehaltige Flüssigkeit, die bei der Silagebereitung durch Zellaufschluss oder Pressdruck entstehen.

    Ebenfalls bei Silofolien unbedingt auf die fachgerechte Entsorgung achten. Gerade die Initiative ERDE bietet hier nachweislich ein geschlossenes Kreislaufwirtschaffts-System. ERDE bedeutet Erntekunststoffe Recycling Deutschland, dieses System bietet über verschiedene Sammelpartner Deutschlandweit, die getrennte Rücknahme und werkstoffliche Verwertung von gebrauchten Landwirtschaftsfolien. Hierzu könnt ihr z.B. die ERDE App nutzen. In dieser könnt ihr auch einfach die nächste Sammelstelle finden.

    Foliensammlung mit Logo

    Auch wenn es nichts mit Umweltschutz zu tun hat, wollen wir hier auf die bunten Ballenfolien aufmerksam machen.

    Hinter den Farben steckten ernste Erkrankungen. Sie sollen aufmerksam machen, wie wichtig die Krebsvorsorge ist. Was steht hinter den Farben? Rosa steht für Brustkrebs, blau steht für Prostatakrebs und gelb für Krebs Erkrankungen bei Kindern.

    Für den guten Zweck gekauft, als Futter Produktion verwendet und für den Umweltschutz fachgerecht entsorgt!

    Arbeitsschutz

    Gerade bei der Gärung bilden sich in Hochsilos lebensgefährliche Gärgaskonzentrationen. Hierbei handeln es sich um Kohlendioxid und Nitrose-Gase. Kohlendioxid ist geruchs- und farblos und wird daher nicht wahrgenommen. Dadurch das Kohlendioxid in geschlossenen Räumen oder in Vertiefungen Sauerstoff verdrängt, kommt es hier jedes Jahr zu tödlichen Unfällen. Bei Reinigungsarbeiten ist in Hochsilos auf ausreichende Lüftung zu achten. Auch bei Lüftungsgebläsen am besten ein Messgerät benutzen und erst das Silo betreten bei einen Sauerstoffgehalt von mindestens 21%.

    Wenn Mais bei Trockenheit siliert wird kann noch zu viel Stickstoff enthalten sein. Zu Beginn der Silierung besteht somit ein deutlich erhöhtes Risiko der Bildung von nitrosen Gasen. Diese entweichen als orange bis rostrot gefärbte Gase aus dem Silo. Werden derartige Gaswolken am Silo beobachtet, ist besondere Sorgfaltspflicht geboten. Nitrose Gase sind hochgiftig. Das Silo jetzt auf keinen Fall öffnen!

    nitrose Gase Silo b 750

    Werden diese Gase eingeatmet, kommt es zu Reizungen und Verätzungen von Augen, Nase und oberen Luftwegen. Bereits das Einatmen kleinster Mengen schädigt die oberen Atemwege. Aber auch die Speiseröhre und die Magenschleimhaut können betroffen sein. Im Extremfall droht Lebensgefahr. Deshalb unbedingt in solchen Fällen den Arzt konsultieren.