Mercosur: Bauernbund Brandenburg verschärft Kritik – Proteste am Berliner Ring

Bildquelle: Bauernbund Brandenburg e.V.
Mercosur: Bauernbund Brandenburg verschärft Kritik – Proteste am Berliner Ring

Anlässlich neuer Bauernproteste an fünf Autobahn-Auffahrten zum Berliner Ring hat der Bauernbund Brandenburg seine deutliche Ablehnung des geplanten Freihandelsabkommens zwischen der EU und den Mercosur-Staaten bekräftigt. Der Verband warnt vor erheblichen Wettbewerbsnachteilen für die heimische Landwirtschaft.

Bauernbund-Vizepräsident Jens Gerloff macht die Position der Landwirte unmissverständlich klar:

„Wir produzieren hochwertiges Rindfleisch auf unseren Weiden. Wir wollen keine hormonbehandelte Importware aus dem brennenden Regenwald.“

Der Mutterkuhhalter aus Teetz in der Prignitz sieht durch das Abkommen massive Risiken für Tierwohl, Umweltstandards und die Wirtschaftlichkeit bäuerlicher Betriebe.

Forderung an Brandenburgs Agrarministerin

Gerloff appelliert an Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt, sich innerhalb ihrer Partei klar für eine starke heimische Landwirtschaft einzusetzen. Die Entscheidung des Europäischen Parlaments, das Abkommen vom Europäischen Gerichtshof überprüfen zu lassen, bewertet der Bauernbund als wichtigen Erfolg für die bäuerlichen Interessen.

„Wenn bei einem Projekt 25 Jahre lang keine tragfähige Übereinkunft erzielt werden kann, ist das kein Argument für einen schnellen Abschluss – sondern dafür, die Sinnhaftigkeit des Projekts insgesamt in Frage zu stellen.“

EU-Parlament stoppt Tempo – Unterstützung aus mehreren Ländern

Der Bauernbund bedankt sich ausdrücklich bei den Europaabgeordneten von Linken, Grünen, BSW, AfD und Freien Wählern, die für eine juristische Überprüfung gestimmt haben. Auch Abgeordnete aus Frankreich, Polen, Irland, Ungarn und Österreich hätten parteiübergreifend zur knappen Mehrheit beigetragen.

Aus Sicht des Bauernbundes zeigt die Abstimmung, dass Mercosur nicht nur ein agrarpolitisches, sondern ein grundsätzliches wirtschaftliches Konfliktthema ist.

„Bäuerlicher Mittelstand gegen internationales Handelskapital“

Gerloff betont die grundsätzliche Dimension des Konflikts:

„Lässt man das geopolitische Geschwurbel der Befürworter beiseite, geht es um knallharte Interessengegensätze – mit dem hart arbeitenden bäuerlichen Mittelstand auf der einen und dem internationalen Handelskapital auf der anderen Seite.“

Scharfe Kritik am Deutschen Bauernverband

Besonders deutlich fällt die Kritik am Deutschen Bauernverband aus. Dessen Versuche, die Bedeutung von Mercosur herunterzuspielen, bezeichnet der Bauernbund als unglaubwürdig.

„Wenn sich Friedrich Merz sogar schon bei Joachim Rukwied für die Unterstützung beim Zustandekommen des Abkommens bedankt, sollte jeder Landwirt wissen, wer seine Interessen nicht vertritt.“

Fazit: Mercosur bleibt hoch umstritten

Die Proteste am Berliner Ring zeigen: Das Mercosur-Abkommen bleibt für viele Landwirte ein rotes Tuch. Der Bauernbund Brandenburg sieht in dem Abkommen eine massive Gefahr für faire Wettbewerbsbedingungen, Tierwohlstandards und die Zukunft des bäuerlichen Mittelstands in Deutschland.

Quelle: Bauernbund Brandenburg e.V.

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