Die Anwendung von Arzneipflanzen (TCA) ist die wichtigste Therapiemethode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). In China werden über 500 offiziell registrierte Arzneipflanzen in Kliniken und Praxen verschrieben.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) bearbeitet rund 15 ausgewählte Heilpflanzenarten, die in der TCM in Deutschland eingesetzt werden. Die bei uns angebauten chinesischen Arzneipflanzen sind ein Meilenstein für die TCM, für die Therapiesicherheit und die Versorgung der Patienten in Deutschland.

verschiedene TCM-Kräuter werden von der LfL-Expertin Dr. Heidi Heuberger für den Auftritt auf der BUGA begutachtet

Über 20 Jahre hat die LfL interdisziplinär und mit Partnern an Universitäten und aus dem Gesundheitsbereich geforscht: Von der botanischen Charakterisierung der Heilpflanzen über die Entwicklung von Anbau- und Ernteverfahren, der pharmazeutischen und sensorischen Untersuchung bis zur medizinischen Anwendung der getrockneten Pflanzen. Auf dieser Basis ist es gelungen, für rund 15 wichtige Arzneipflanzen der Chinesischen Medizin eine Versorgung aus professionellem bayerischem Anbau aufzubauen.

LfL-Gärtner Max Mayr bringt den Besenbeifuss auf den Weg nach Erfurt zur BUGA

TCM-Kräuter aus heimischem Anbau haben im Vergleich zu chinesischer Importware den großen Vorteil, dass sie im Rahmen eines kontrollierten, lückenlos dokumentierten Anbaus nach GAP-Richtlinien (Good Agricultural Practise) erzeugt werden und somit bis zur Feldfläche und zum Saatgut rückverfolgbar sind. Die hohe Qualität der bayerischen TCM-Heilkräuter haben chinesische Experten bestätigt, die Wirksamkeit wird im täglichen Gebrauch und durch wissenschaftliche Therapiebeobachtungen bestätigt.

Dr. Heidi Heuberger mit chinesischem Mutterkraut, einer TCM-Pflanze

Die LfL präsentiert ab der Eröffnung am 23.04.2021 ihr Wissen und ihre Pflanzenschätze auf der Bundesgartenschau in Erfurt zusammen mit Medizinern. Die Besucher können einerseits die Pflanzen begutachten, mit so klangvollen Namen wie „Mongolischer Tragant oder „Sibirische Engelwurz“ und gleichzeitig die daraus gewonnenen TCM-Arzneidrogen bestaunen.

In dieser Form werden die TCM-Pflanzen als Arznei verwendet

Klassischerweise werden 2-10 Arzneidrogen zusammen abgekocht (Dekokt), aber auch die Einnahme als Pulver/Granulat, Fertigtabletten, als Salben oder Tropfen ist üblich. Erfolgreich wird die TCA bei akuten und chronischen Infekten, Hautkrankheiten und Allergien, Darmkrankheiten, Rheuma-Krankheiten, Erschöpfungszuständen und in der Gesundheitserhaltung (Yangsheng) angewandt. Wichtig ist, dass vorab ein TCM-Arzt auf Grund der Beschwerden, Puls- und Zungenbild eine Diagnose erstellt und dann individuell eine Rezeptur verordnet – dieses ist entscheidend für den Therapieerfolg.

Quelle: LFL

Bildquelle: LFL