JENZ – Hackschnitzelheizung versorgt per Nahwärme-Netz umliegende Firmengebäude

    Die JENZ-Unternehmensphilosophie basiert auf der Idee den nachwachsenden Rohstoff
    Holz energetisch nutzbar zu machen. Auch im Rahmen des Fertigungsprozesses setzt das
    Familienunternehmen seit vielen Jahren auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Diese
    Grundüberlegung bildete auch die Basis für die Realisierung des firmeneigenen Nahwärme-Netzes, welches im November an den Start ging und im Rahmen einer Pressekonferenz unter Beteiligung von Achim Post, MdB SPD, eingeweiht wurde.

    „Den Ansatz den Produktionsprozess unserer Maschinen unabhängig von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zu gestalten, verfolgen wir schon seit Jahren,“ erklärt Seniorchef Uwe Hempen-Hermeier, der sich aus dem operativen Geschäft weitestgehend zurückgezogen hat und für das Projekt verantwortlich ist. Bereits 2001 errichtete JENZ auf dem Firmengelände in Wegholm eine Biomasseheizung mit einer Leistung von 320 kW und sorgte damit für eine Verringerung des CO2- Ausstoßes um jährlich ca. 108.000 kg. 2008 folgte die erste Photovoltaikanlage, die bis 2012 kontinuierlich erweitert wurde.

    01 Hackschnitzelheizung Post Hermeier Holland Hempen Hermeier
    Stark und effizient: Achim Post, Anna Hermeier, Elisabeth Holland und Uwe Hempen-Hermeier besichtigen die neue, stärkere Hackschnitzelheizung mit einer Leistung von 540 kW.

    Seit diesem Zeitpunkt ist das Unternehmen bilanziell CO2-neutral. Im November 2021 wurde nun die Hackschnitzelheizung durch eine neue, stärkere Heizung mit 540 kW Leistung ersetzt. Zudem ist der neue Kessel wesentlich effizienter und verringert durch seinen Elektrofilter die Staubemissionen um mehr als 80 %. Damit war die Basis geschaffen, um zukünftig auch die in der Nachbarschaft liegenden, aber zum Unternehmen gehörenden, Wohnhäuser mit Wärme zu versorgen. „Der Anschluss unserer Häuser in der Nachbarschaft war schon lange mein Wunsch.

    Mit dem neuen, größeren Biomassekessel haben wir dafür nun die Voraussetzungen geschaffen. Die in den Häusern laufenden, zum Teil sehr alten, Ölheizungen verbrauchen pro Jahr etwa 14.000 l. Heizöl. Das werden wir nach der Fertigstellung unserer Nahwärmeleitung einsparen“, freut sich Hempen-Hermeier. „Wir wollen zunächst in diesem Winter Erfahrungen sammeln, ob das System auch wie gedacht zuverlässig funktioniert. Deshalb werden die alten Brenner nicht sofort komplett demontiert”, erläutert der Seniorchef.

    Von der Holzhackschnitzelheizung auf dem JENZ-Firmengelände wird warmes Wasser mit hoher Effizienz durch ein neues wärmegedämmtes Rohrsystem unterhalb der Durchgangsstraße in die, in den jeweiligen Gebäuden vorhandenen, Heizsysteme geführt. Die dafür benötigten Leitungen und Übergabestationen waren einfach und problemlos zu beschaffen. Allerdings führte das Bauen im Bestand der Gebäude zu Überraschungen.

    “Ich hatte mir das in ein paar Bereichen etwas leichter vorgestellt”, gibt Uwe Hempen-Hermeier offen zu. „Beim Verlegen der Rohre beispielsweise mussten die Bauarbeiter aufpassen, dass sie nicht das neue Glasfasernetz kappen. Der Baggerführer musste deshalb sehr behutsam vorgehen und das dauerte seine Zeit.“

    Die Förderanträge für das Nahwärmenetz wurden in Zusammenarbeit mit einem Energieberater im Sommer 2021 gestellt, die Bewilligung erfolgte im Februar 2022, kurz vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine. Unter dem Strich erzeugt das Projekt einen kleinen Beitrag zum Kampf für mehr Unabhängigkeit in Zeiten der Energiekrise und bei allen Beteiligten große Zufriedenheit. „Die Wärme in den Wohnungen unserer Mieter wird unabhängig vom Öl und wir können dem Winter auf Basis erneuerbarer Energie aus den heimischen Mindener Wäldern in Ruhe entgegensehen“, ist Uwe Hempen-Hermeier zuversichtlich.

    Quelle: JENZ

    Bildquelle: JENZ

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