EU will Großbetriebe bei Agrarförderung deckeln – Bauernbund fordert Stopp für Investoren

EU will Großbetriebe bei Agrarförderung deckeln – Bauernbund fordert Stopp für Investoren

EU-Diskussion über Kappung und Degression nimmt Fahrt auf

EU-Agrarkommissar Christophe Hansen hat sich zuletzt für eine stärkere Begrenzung („Kappung“) und Degression der EU-Direktzahlungen ausgesprochen. Ziel ist es, sehr hohe Fördersummen für große Betriebe zu begrenzen und mehr Mittel für kleinere und mittlere Betriebe verfügbar zu machen.

Der Bauernbund Brandenburg wertet diese Aussagen als überfälliges Signal in Richtung einer gerechteren Verteilung der Agrargelder.

Bauernbund sieht Investorenmodelle kritisch

Im Zusammenhang mit den Aussagen Hansens verweist der Bauernbund auch auf große, von außerregionalen Investoren geprägte Agrarunternehmen wie die Deutsche Agrarholding, die Flächen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bewirtschaftet.

Statt immer nur über Kappung und Degression zu lamentieren, sollte die Landesregierung diese Diskussion jetzt zum Ausgangspunkt für eine agrarstrukturell sinnvolle Verteilung der Direktzahlungen machen.Hans-Jürgen Paulsen, Bauernbund Brandenburg

Agrarstruktur in Ostdeutschland weiter unter Druck

Nach Einschätzung des Bauernbundes ist die Agrarstruktur in Ostdeutschland weiterhin problematisch. Zu wenig selbständige Betriebe, zu wenig private Initiative und zu geringe regionale Wertschöpfung prägten vielerorts die Situation. Gleichzeitig würden weiterhin Betriebe oder große Flächenpakete an überregionale Investoren verkauft.

Zu wenig Selbständige, zu wenig Privatinitiative, zu wenig Wertschöpfung – und ein Großbetrieb nach dem anderen wird an überregionale Investoren verkauft.Hans-Jürgen Paulsen

Forderung: Direktzahlungen stärker an Ortsansässigkeit koppeln

Der Bauernbund fordert, die Direktzahlungen künftig stärker an ortsansässige Landwirte und regional verankerte Betriebe zu binden. Gleichzeitig müssten Kappungsregelungen so gestaltet werden, dass leistungsfähige bäuerliche Familienbetriebe nicht benachteiligt werden.

Direktzahlungen sollten künftig vor allem den Betrieben zugutekommen, die vor Ort wirtschaften, investieren und Arbeitsplätze schaffen.Bauernbund Brandenburg

Klare agrarpolitische Richtung gefordert

Die heutigen Großstrukturen in Ostdeutschland seien vielfach historisch bedingt und durch politische Entscheidungen nach der Wende verfestigt worden. Der Bauernbund betont, es gehe nicht um eine ideologische Debatte über groß oder klein, sondern um eine klare agrarpolitische Richtung zugunsten regionaler Landwirtschaft.

Brandenburgs Höfe gehören in die Hand von brandenburgischen Bauern. Der mit Subventionen begleitete Ausverkauf an überregionale Investoren muss beendet werden.Hans-Jürgen Paulsen

Quelle: Bauernbund Brandenburg e.V.

Bildquelle: Moderner-Landwirt Archiv / KI

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