Wir lassen uns nicht unterbuttern! – Statement von LSV

    Der Brief des LSV an das Bundeskanzleramt, MIV und BVLH im Wortlaut: 

    An das Bundeskanzleramt, MIV und BVLH

    Sehr geehrte Bundeskanzlerin Merkel! Sehr geehrter Präsident Stahl! Sehr geehrter Präsident Dornseifer!

    Mit großem Unverständnis und tief enttäuscht registrieren wir die deutlich preisabschlägigen Neuabschlüsse der Butterkontrakte zwischen LEH und Molkereien insbesondere vor dem Hintergrund der anlaufenden Arbeitsgespräche zur Optimierung der Wertschöpfungsketten.
    In perfider Weise spielt der LEH seine nunmehr offensichtlich oligopolistischen Möglichkeiten aus, um entgegen steigender Weltmarktpreise nationale Tiefstpreise durchzusetzen. Schlimmer noch wachsen die jährlichen Milchimporte, während das Höfesterben im eigenen Lande ungebremst voranschreitet. Um all dem noch die Krone aufzusetzen, wird dann ausländische Billigsahne als „Deutsche Markenbutter“ verkauft!

    Der Bogen wurde überspannt! Wir fordern hierzu eine sofortige, ehrliche und ausführliche Erklärung darüber, wer diese Kontraktabschlüsse ermöglicht hat und warum diese so niedrig ausfielen. Ferner erwarten wir eine zeitnahe und lückenlose Untersuchung durch das Bundeskartellamt. Letztlich verlangen wir nun auch ausdrücklich vom Handel den Verzicht von Handelsmarken im Lebensmittelbereich und von der Politik die nationale Umsetzung des Artikels 148 der GMO.

    Diese Kontraktabschlüsse haben sehr viel von dem Vertrauen eingerissen, welches in den vielen Gesprächsrunden mit dem LEH der letzten Wochen mühsam aufgebaut wurde. Wir sehen uns daher gezwungen, jetzt noch energischer für unsere Zukunft zu kämpfen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns angesichts dieser schädlichen Entwicklungen nicht nur friedlich an die Arbeitstische setzen können.

    Jeder muss sich an den Ergebnissen seiner Taten messen lassen. Dass es so weit kommen konnte, wie es heute gekommen ist, liegt sicher in einer unglücklichen Gestaltung der Rahmenbedingungen und dem rücksichtslosen Egoismus der wirtschaftlichen Akteure begründet. Was geschehen ist, ist geschehen. Aber wir müssen jetzt eindringlichst darauf hinweisen, dass Sie sich nun persönlich für jede weitere Eskalation verantworten müssen.

    Hochachtungsvoll
    Der Vorstand

    Dirk Andresen Frank Böcker Claus Hochrein Johannes Wagenbach Gerd Austgen

    Quelle: Land schafft Verbindung Deutschland e.V. i.G:

    Kommentar verfassen

    neueste Beiträge:

    meist gelesen