Maikäferflug startet

    Dieses Frühjahr ist es wieder soweit! Feldmaikäfer werden an verschiedenen Orten zu sehen sein, denn es steht ein Hauptflugjahr in allen bekannten Maikäfer-Gebieten Bayerns unmittelbar bevor! Das letzte Hauptflugjahr war 2018 und jedes vierte Jahr wiederholt sich dieses Naturereignis.

    Im Februar und März war es in diesem Jahr an manchen Tagen bereits so warm, dass sich die Erde leicht erwärmte. Das veranlasste die in einer Tiefe von 50-60 cm überwinternden Käfer etwas nach oben zu graben. Am 15. April befanden sich viele Käfer teilweise schon direkt unter der Grasnarbe. Ein später Kälteeinbruch mit frostigen Temperaturen bremste die wechselwarmen Tiere vorübergehend aus. Sie verharrten die letzten Tage in den Startlöchern. Falls keine erneute Schlechtwetterperiode folgt, dürfte der Feldmaikäfer aber demnächst seinem Namen alle Ehre machen und im Mai erscheinen.

    Des einen Freud, des anderen Leid, dieser Spruch trifft auf den Maikäfer besonders zu. Familien, Kinder und Naturbegeisterte feiern die Maikäfer und begeben sich auf die Suche nach ihnen, frischen dabei vielleicht Jugenderinnerungen auf. Die Landwirte sehen ihre Wiesen und Weiden durch den Maikäfer bedroht. In manchen Gebieten mit wachsenden Maikäferpopulationen haben die Praktiker das verheerende Erscheinungsbild ihrer Wiesen im Jahr 2019 in schlechter Erinnerung, bei denen die Maikäfer-Engerlingen die Grasnarbe stark geschädigt haben und massive Futterausfälle erzeugt haben. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist in engem Kontakt mit den Praktikern, um für beide Seiten eine tragbare Lösung zu erarbeiten. Es gilt die Wiesen und Weiden zu erhalten, trotz der Maikäfer-Engerlinge.

    maikaefer reifungsfrass 01

    Das inzwischen größte Verbreitungsgebiet des Maikäfers ist in Niederbayern im Bayerischen Wald, verteilt über die Landkreise Deggendorf, Regen, Freyung-Grafenau und Passau. Be-sonders in und um die Orte Breitenberg, Sonnen, Hauzenberg und Neureichenau dürfte es intensiv brummen.

    In Oberbayern findet man die Maikäfer am Jochberg in Schneizlreuth, in den Ortschaften Niederaudorf und Oberaudorf im Inntal sowie im Maikäferdorf Reichling im südlichen Land-kreis Landsberg/Lech. Auf der Fraueninsel im Chiemsee wurde im letzten Hauptflugjahr ebenfalls ein größeres Maikäfer-Auftreten gemeldet. In Unterfranken ist im Spessart der gesamte Talkessel um Hessenthal-Mespelbrunn besonders betroffen. Auch die Wiesen der benachbarten Ortschaften Heimbuchenthal, Leidersbach und Weibersbrunn sind Brutstätten von Maikäfern.

    Der Maikäfer-Flug ist langsam, ähnlich dem einer Hummel. Aber sie übertreffen diese sogar, noch weniger elegant im Flug auszusehen. Ein Maikäfer muss in seinem Leben keine weiten Strecken fliegen, sein Aktionsradius ist beschränkt auf die Stelle der Wiese, an der er aus dem Boden gekrochen ist, bis zu einem nahegelegenen Baum, dessen junge Blätter ihm schmecken. Das sind meist Laubbäume wie Ahorn, Eiche, Buche, Haselnuss und Rosskastanie, einzelstehend in der Landschaft, oft aber auch mitten in Ortschaften. Die Lärche ist der einzige Nadelbaum, der auf dem Speiseplan des Maikäfers steht.
    Auf den Bäumen findet der so genannte Reifungsfraß statt, um Energie für die anschließende Paarung zu haben. Bäume können durch den Fraß der Maikäfer nahezu entlaubt werden, aber sie erholen sich innerhalb der nächsten zwei Monate wieder durch Neuaustrieb. Abends, kurz vor Sonnenuntergang, starten die Käfer in die Luft und umschwärmen Bäume und Lichtquellen wie Haus- und Straßenlaternen. Beim Schwärmflug finden sich die Geschlechtspartner und lassen sich nach dem Flug auf Zweigen und Ästen ihrer Bäume nieder. Dort findet auch die Paarung statt. Nach erfolgreicher Paarung legen die Weibchen etwa 30-70 Eier in die Erde von Wiesen ab und die nächste Generation ist gesichert. Nach einem kurzen, nur vier bis sechs Wochen dauerndem, aber intensivem Käferdasein sterben die Maikäfer, ehe der Juni endet.

    Quelle: LFL

    Bildquelle: LFL