Leserbrief „Insektenschutzgesetz“ ist kontraproduktiv!

    Wir bekamen von einem Landwirt aus Stadtlauringen einen Leserbrief zu der aktuellen Diskussion um das Insektenschutzgesetz / Insektenschutz-Paket . Wir berichteten hier darüber.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    am 10.2.2021 soll im Bundeskabinett das „Insektenschutzpaket“ auf den Weg gebracht werden. Ich möchte etwas verdeutlichen, was bisher NICHT BERÜCKSICHTIGT wird: 

    Über 1,3 Mio ha faktisch zwangsbio in den besagten „Schutzgebieten“ (FFH, Natura 2000, Vogelschutzgebiete…) führt dort zwangsläufig zu etwa den halben Erntemengen.
    Also unterm Strich die Ernte von über 650.000 ha verschenktes Potential. Fatal, da wir bereits mehr Nahrung importieren, als exportieren.

    Bei fixem (eigentlich eher steigendem) Bedarf muss zwangsläufig stattdessen jemand anderes diese Menge erzeugen, dass der Bedarf gedeckt wird. Es ist aber schon fast alle ackerbaulich nutzbare Fläche der Welt als Acker genutzt.

    Folglich werden allein durch dieses Gesetz 1:1 über 650.000 ha REGENWALD ZUSÄTZLICH GEOPFERT/ABGEFACKELT. Die brasilianischen Farmer schaffen den Platz für die nötigen Anbauflächen.

    Das ist ganz sicher weit mehr Schaden für Artenvielfalt, Umwelt und Klima.

    Wüssten die Menschen und Politiker um diesen Zusammenhang, würde ganz sicher niemand für das Gesetz stimmen. Niemand will die Asche der Urwaldbäume und das Blut der dort lebenden Wildtiere an seinen/ihren Händen kleben haben.     

    Außerdem werden die erzwungenen Extensivierungen nicht automatisch zu mehr Insekten hier führen.

    Ganz im Gegenteil: 

    Von meinem Betrieb würden fast 75% der Flächen betroffen sein. Derzeit ist meine Fruchtfolge auf vielen dieser Felder Raps-Getreide-Soja-Getreide. Auf den betroffenen Flächen ist der Rapsanbau ohne Herbizide und Insektizide Geschichte.

    Raps ist aber DIE wichtigste Quelle für Nektar (Honig) und wird von Haufenweise Insekten als Nahrungsquelle und Lebensraum genutzt. Ein blühendes Rapsfeld brummt geradezu.

    Die Stellung in der Fruchtfolge wird bei mir Mais einnehmen. Den werde ich notgedrungen mit Pflügen, Hacken und Striegeln unkrautfrei halten. Allesamt Maßnahmen, die den Insekten, dem Boden (Humus, Bodenleben, Erosionsschutz…) und dem Niederwild (bedrohte Rebhühner…) schaden.

    Im Maisfeld leben erheblich weniger Insekten, als im Raps. Wo blieb die nötige Folgenabschätzung Frau Schulze?

    Nicht nur auf meinen Feldern wird das Gesetz zwangsläufig zu einem massiven Insektenrückgang führen. Und wenn ich gegen das Gesetz bin, brandmarkt man mich als Insektenfeind.

    Geht´s noch??  

    Danke

    Gerner Andreas

    97488 Stadtlauringen

    Lesermeinungen sind die persönliche Meinung der Schreiber und entsprechen nicht unbedingt der Auffassung der Redaktion.