Leserbrief – Danke, das wars für mich – Ende einer Brüterei, es werden nicht viele in Deutschland bleiben!

    Landwirte aus ganz Deutschland versuchen mit der Politik über die zahlreichen Probleme ins Gespräch zu kommen. Zu dem Thema „Verbot des Kükentötens ab 2022“ erreichte uns heute ein Leserbrief von Markus Brormann aus Ostwestfalen:

    Nun hat man es also geschafft, unter Applaus von CDU,SPD, Grüne, gefeiert vom WDR, Süddeutscher Zeitung und CO, hat man das Verbot des Kükentötens ab 2022 beschlossen.

    Ich habe eine Brüterei in Ostwestfalen. Als Familienbetrieb seit Jahrzehnten betrieben. Wir brüten hier Küken verschiedenster Farben. Bestimmt für Klein- und Hobbyhalter. Für den Garten. Für Mobilställe. Keines der Küken landete in großen Ablegebetrieben.

    Verkauft werden sie an Aufzüchter verschiedener Größe hier im Umkreis, der längste Kükentransport -20 Minuten zum Stall.

    Die männlichen?

    Ja die töten wir. mit Kohlensäure. Mit einer speziellen, teuren Anlage.

    Abgegeben werden diese an Greifvogelhalter, Tierparks, Auffangstationen. Direkt, nicht über Händler oder nicht nachvollziehbare Wege.

    Nächstes Jahr kommen die Küken wohl aus Polen, oder Ungarn. 20 Stunden Transport, statt 20 Minuten.

    Warum das denn?

    Betont Frau Klöckner doch ständig dass es keine Verlagerung in Länder mit niedrigeren Standards geben wird. Das wirtschaftliches Arbeiten gesichert sei……

    Wir sollen eine Geschlechts Erkennung im Ei einsetzen, Brandteuer. Einsetzbar erst beim fast voll entwickeltem Embryo. Töten, kurz bevor Sie auf der Welt sind, statt direkt danach. 10 Prozent weniger Schlupf ergibt das.

    Soviele Embryos sterben nach dem Eingriff ab.

    Viele Hennenküken werden irrtümlich als Hahn erkannt. Geschlüpft gibt es dann sehr viele geschädigte Küken, z.B. Kopfwackler. Es gibt sehr hohe Anfangsverluste.

    Empfohlen wird 8 Prozent mehr Küken einzustallen als üblich. Klingt nach einer ethisch viel besseren Lösung, oder? Nun ja, wohlwissend der mangelnden Ethik hat man diese Technik auch erstmal nur für 2 Jahre erlaubt. Ab 2024 müsste Ich dann erneut in eine andere Technik investieren, falls es diese dann gibt.

    Dann doch lieber die Hähne aufziehen?

    In Ställen, die ich nicht habe und auch nicht bauen darf. Mit 7 kg Futter, was eh schon knapp ist. Soja, für das Regenwald gerodet wurde. Dann schlachten, In Polen.

    Für 500 Gramm Fleisch Das findet nicht mal einen Abnehmer, so wird es hochsubventioniert nach Afrika geschickt. Um auch da noch ein paar Märkte zu zerstören.

    Kosten der Alternativen, irgendwas zwischen 3 und 4 Euro, pro Küken. Während aus Holland, Belgien, Polen, Ungarn weiterhin für 60 oder 70 Cent Küken geliefert werden können.

    Ich habe keinen großen Betrieb. Wenn von „den großen Brütereien in Deutschland“ die Rede ist, dann ist das ein weltweit aufgestellter Konzern. Danach stehe Ich, mit einigen hunderttausend Hennenküken pro Jahr mit einer Handvoll Kollegen direkt in zweiter Reihe. Dann kommen nochmal ca. 5 etwas kleinere. Mehr gibt es nicht mehr.

    Ich sehe nur 2 Lösungen. entweder die männlichen zum Töten ins Ausland. Oder den Betrieb zu schließen, und den Markt den Brütereien aus Polen, Ungarn Tschechien zu überlassen. Ganz ehrlich? Auf das erstere habe Ich ganz einfach keine Lust, und sage lieber,

    Danke, das wars für mich

    Ein paar Stimmen dazu:

    Damit zeigen wir, dass Tierschutz und Wirtschaftlichkeit zusammengehen“, sagte Klöckner. „Wir lagern Tierschutzfragen nicht einfach ins Ausland aus, sondern bieten hier in Deutschland eine Lösung an. Dieses Modell wollen wir zum Exportschlager machen.“

    Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser hat den vom Bundestag beschlossenen Ausstieg aus der Kükentötung begrüßt: „Das Ende des massenhaften Tötens männlicher Küken war überfällig. Der Ausstieg im Jahr 2022 ist ein Meilenstein für den Tierschutz.Till Backhaus: Die Aufzucht der männlichen Küken als sogenannte „Bruderhähne“. Ich sehe hier unglaubliches Potential und bin der festen Überzeugung, dass auch diese Haltungsform am Markt bestehen kann. Bei uns in Mecklenburg-Vorpommern werden „Bruderhähne“ bereits erfolgreich aufgezogen und vermarktet.

    Das zeigt: Es geht, wenn man es nur will.“

    Markus Brormann

    Lesermeinungen sind die persönliche Meinung der Schreiber und entsprechen nicht unbedingt der Auffassung der Redaktion.

    Bildquelle: Markus Brormann

    Verwandte Artikel

    Kommentar verfassen

    neueste Beiträge:

    meist gelesen

    Folge Moderner-Landwirt.de :

    21,421FansGefällt mir
    8,174FollowerFolgen
    16,421AbonnentenAbonnieren
    spot_img

    Beliebte Artikel

    X