Futterengpässe drohen regional: Betriebe sollten Vorräte jetzt prüfen
Die Futterversorgung könnte für einige tierhaltende Betriebe in diesem Jahr zur Herausforderung werden. Nach regional schwächeren Gras- und Maiserträgen rät die Landwirtschaftskammer Niedersachsen dazu, die eigene Versorgung frühzeitig zu überprüfen. Betriebe mit Überschüssen und Betriebe mit zusätzlichem Futterbedarf sollen möglichst früh zusammenfinden.
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Trockenheit setzt Futterversorgung unter Druck
Vor allem die Witterung macht vielen Betrieben zu schaffen. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen weist darauf hin, dass sich bereits abzeichnet, dass 2026 vielerorts kein einfaches Maisjahr werden dürfte.
Längere Trockenperioden können dabei gleich mehrere Folgen haben: geringere Erträge, ein schwächerer Nachwuchs auf Weiden und Grünland sowie teilweise ungünstigere Silagequalitäten.
Damit geht es längst nicht nur um die Frage, wie viel Futter geerntet wird. Fehlt hochwertiges Grundfutter, kann sich dies auch auf die Gestaltung der Rationen und letztlich auf die Futterkosten auswirken.
Futtervorräte jetzt realistisch kalkulieren
Die Landwirtschaftskammer empfiehlt deshalb, nicht erst im Winter auf mögliche Fehlmengen zu reagieren. Betriebe sollten möglichst früh ermitteln, welche Mengen tatsächlich im Silo und Lager vorhanden sind und diese dem voraussichtlichen Bedarf des Tierbestands gegenüberstellen.
Wer bereits jetzt erkennt, dass die Vorräte knapp werden könnten, hat mehr Möglichkeiten zu reagieren. Ein später Zukauf unter Zeitdruck kann dagegen teuer werden – insbesondere dann, wenn in einer ganzen Region gleichzeitig Grundfutter gesucht wird.
Agrarmarkt soll Überschüsse und Bedarf zusammenbringen
Um den Austausch zwischen landwirtschaftlichen Betrieben zu erleichtern, verweist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen auf ihren LWK-Agrarmarkt.
Dort können Betriebe landwirtschaftliche Erzeugnisse anbieten oder Gesuche einstellen. Damit können beispielsweise Betriebe mit verfügbaren Futterüberschüssen auf Betriebe treffen, denen nach einer schwachen Ernte Grundfutter fehlt.
Gerade bei Grundfutter spielen aufgrund der Transportkosten regionale Angebote eine wichtige Rolle.
Nicht nur die Menge zählt
Vor einem Zukauf sollte allerdings nicht allein auf Tonnen oder Kubikmeter geschaut werden. Entscheidend sind auch Trockenmasse, Energie- und Nährstoffgehalte sowie die hygienische Qualität des Futters.
Bei Silagen können deshalb Futteranalysen eine wichtige Grundlage für die Bewertung und spätere Rationsgestaltung sein.
Was bedeutet das für Betriebe?
- Futtervorräte frühzeitig erfassen und dem erwarteten Bedarf gegenüberstellen.
- Weitere Gras- und Maiserträge realistisch einschätzen.
- Bei absehbaren Fehlmengen nicht bis zum Winter mit der Suche warten.
- Regionale Angebote bevorzugen, da Transportkosten bei Grundfutter schnell ins Gewicht fallen.
- Bei Zukauffutter neben der Menge auch Qualität, Trockenmasse und Nährstoffgehalte prüfen.
Wie angespannt die Situation tatsächlich wird, dürfte regional sehr unterschiedlich ausfallen. Die Entwicklung der Maisbestände und der weiteren Grünlandaufwüchse bleibt deshalb in den kommenden Wochen entscheidend.
Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Pressemitteilung „LWK-Agrarmarkt: Überschüsse anbieten – Engpässe ausgleichen“, August 2026.
Bildquelle: Moderner Landwirt Archiv
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