FREIE BAUERN und Landesregierung ziehen beim Moorschutz an einem Strang. Beim Ortstermin auf einem Milchviehbetrieb im uckermärkischen Zollchow stellten der Landessprecher der FREIEN BAUERN Brandenburg Marco Hintze und Brandenburgs Landwirtschaftsminister Axel Vogel klar, dass die angestrebte Wiedervernässung der Moore im Regelfall zu einer Verbesserung der Grünlandnutzung durch Rinder und Schafe führen wird. An dafür besonders geeigneten Standorten kann eine Überstauung der Flächen sinnvoll sein. Mit ihrem Moorschutzprogramm leiste die Landesregierung einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des angespannten Wasserhaushalts, sagte Vogel: „Richtig umgesetzt nützt die Vernässung dem Klimaschutz und der Landwirtschaft gleichermaßen.“ Öffentliche Mittel sollten deshalb schwerpunktmäßig in die Gewässerbewirtschaftung fließen, betonte Hintze: „Wir wollen keine Entschädigungen, sondern wir wollen weiter auf unseren Moorflächen produzieren.“

Der Kern des Problems liege im rigorosen Ausbau der Gewässersysteme zu DDR-Zeiten und der vernachlässigten Instandhaltung der Anlagen seitdem, was in den märkischen Mooren bei längeren Trockenphasen negative Auswirkungen auf Klima und Landwirtschaft zeigt, erklärten Hintze und Vogel: „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Wasserstände so anzuheben, dass Zersetzungsprozesse in den organischen Böden reduziert und damit Treibhausgasemissionen minimiert werden und sich dadurch zugleich die Wasserversorgung der Kulturpflanzen verbessert. Hierfür benötigen wir eine Ertüchtigung der Gewässerinfrastruktur, insbesondere Instandsetzung und Neubau von Stauanlagen, sowie ein regional gesteuertes Wassermanagement, das über die Vegetationsperiode gleichbleibende möglichst hohe Wasserstände von im Regelfall 30 cm unter Geländeniveau realisiert.“

Überstauungen von Mooren sollen nur im Einvernehmen mit den betroffenen Landwirten und Flächeneigentümern vorgenommen werden, versicherte Vogel: „Mir ist wichtig, dass auch auf solchen Flächen künftig eine Wertschöpfung möglich ist, hierfür gibt es vielversprechende Ansätze. Moorgrünland ist nicht für Wildnisentwicklung vorgesehen.“ Der weitaus überwiegende Teil der brandenburgischen Moore könne mit höheren Grundwasserständen aber wie bisher weiter bewirtschaftet werden, so Hintze: „Es wird dann zwar einige nasse Ecken geben, wo Binsen und Seggen wachsen, aber das können wir durch die höheren Grünlanderträge insgesamt locker ausgleichen.“ Für den Klimaschutz entscheidend sei, dass es gelinge, das Wasser in den Mooren zu halten, waren sich Vogel und Hintze einig und vereinbarten, bei der Umsetzung des Moorschutzprogramms in engem fachlichen Austausch zu bleiben.

Quelle: Freie Bauern

Bildquelle: Freie Bauern


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