Ware muss jetzt in Bewegung kommen – Experte spricht zum Thema Düngermarkt

    Alles dreht sich um den angespannten Düngermarkt – Auch bei der Onlinekonferenz des
    Kreisverbandes Erding der Arbeitsgemeinschaft für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
    (AG ELF).

    Der Referent Matthias Adam von der BayWa AG schilderte die Situation am Markt, der sich
    von einem extremen Preistief in der letzten Düngesaison, aktuell, zu Rekordpreisen
    entwickelt hat. So haben sich die Preise für Mehrnährstoffdünger annähernd verdoppelt.
    Besonders betroffen vom Preisanstieg sind die Düngersorten, die bei der Produktion auf
    Energie (Erdgas) angewiesen sind. Bei reinem Kali-Dünger dagegen ist kein so extremer
    Preissprung zu verzeichnen. Bei Phosphat-Düngern sind bisher kaum Mengen gehandelt
    worden, auch bei Stickstoffdüngern ist noch kaum Ware kontrahiert. Steigende Frachtkosten
    der Spediteure verteuern die Produkte zusätzlich. Die Corona Situation mit damit
    einhergehend weniger werdenden LKW-Fahrern trägt nicht gerade zur Entspannung der
    Lage bei.

    ELF Duenger
    Michael Hamburger (Stv. AG ELF Kreisvors.), Josef Lohmaier (AG ELF Kreisvors.), Matthias Adam (BayWa Experte)

    In der Region Südbayern ist die Einlagerungsquote bisher sehr gering. Laut Matthias Adam
    besteht daher die Gefahr, dass die noch fehlende Ware logistisch nicht mehr zeitgerecht zu
    den Landhändlern geliefert werden kann. Er rät deshalb den Landwirten, zügig auf ihre
    Lagerhäuser zuzugehen, um Kontrakte und Käufe von Düngern zu tätigen, damit die Ware in
    Bewegung kommt. Im Sinne eines guten Risikomanagements sollte jetzt auf jeden Fall der
    Bedarf für die erste Düngegabe und evtl. auch für die Zweite abgesichert werden. Sonst kann
    es passieren, dass Landwirte im Frühjahr vor den Lagerhäusern stehen und mit leeren
    Düngerstreuern wieder nach Hause fahren müssen.

    Eine Möglichkeit zur Einsparung von Dünger wäre der Anbau von Leguminosen, wie Soja,
    Ackerbohnen, Erbsen und Lupinen. Diese Früchte können den Stickstoffbedarf über
    Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst bilden. Das Saatgut ist allerdings nur begrenzt
    verfügbar.

    Ein anderer Tagesordnungspunkt war die CO2 Einsparung in der Landwirtschaft. Der AG ELF
    Kreisverband Erding sieht dies als Zukunftsthema an und plant dazu eine weitere
    Veranstaltung im neuen Jahr. Über den Aufbau von Humus im Boden können die Landwirte
    einen entscheidenden Beitrag zur Minimierung von Treibhausgasen und damit gegen den
    Klimawandel leisten.

    Quelle: ELF / Michael Hamburger, Stv. AG ELF Kreisvorsitzender Erding

    Bildquelle: ML-Archiv

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