Unterfränkische Landwirte demonstrieren vor dem Bezirksparteitag der CSU in Sömmersdorf – Das Kreuz, das die Bauern zu tragen haben, wird immer schwerer

    Die CSU präsentiert sich gerne als Partei des ländlichen Raums und auch als politischer Vertreter der Landwirtschaft.

    In Abstimmungen handeln die Abgeordneten aber regelmäßig entgegen der Aussagen auf
    Wahlkampfveranstaltungen. So auch geschehen bei der Abstimmung im Bundestag zum Insektenschutzpaket.

    Alle Unterfränkischen Abgeordneten der CSU haben für das Gesetz gestimmt. Dies ist für die Landwirte nicht hinnehmbar und deswegen standen sie am Freitag 02.07.2021 vor dem Bezirksparteitag der CSU in Sömmersdorf (Unterfranken).

    Soemmersdorf 02.07 18

    Ab 16.30 kamen die ersten Traktoren und stellten sich entlang eines Wirtschaftsweges auf.

    Ca. 120 Teilnehmer mit ca. 70 Schleppern Demonstrierten kamen um den CSU Abgeordneten einen Besuch abstatten.

    Soemmersdorf 02.07 2

    Es nahmen sich der Staatssekretär im Staatsministerium des Inneren Gerhard Eck, die Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Schweinfurt Anja Weisgerber, der Landtagsabgeordnete Thorsten Schwab für den Stimmkreis Main-Spessart und die Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach fast eineinhalb Stunden Zeit um mit den Landwirten zu Diskutieren.

    Leider nahm sich der der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder keine Zeit für die Landwirte und fuhr sofort nach der Veranstaltung der CSU wieder zurück.

    Bildergalerie aus Sömmersdorf:


    Der vermeintliche gute Kompromiss, so stellt ihn jedenfalls die CSU dar, ist faul. Für die geplante Evaluierung in vier Jahren gibt es keinerlei Datengrundlage. Wie sollen wir etwas verbessern, wenn wir nicht einmal wissen, was besser werden muss?

    Hier werden Gesetze verabschiedet, deren Erfolg gar nicht messbar ist. Mit jedem neuen
    Gesetz kommen neue Auflagen und Anforderungen auf uns Landwirte zu und die Bürokratie wird immer mehr.

    Das geht so nicht weiter!

    Wenn hier 65Mio Euro als Ausgleich bereitgestellt werden sollen, ist das so, als reicht man uns den mit Essig getränkten Schwamm. Es ist in der Summe viel Geld, doch umgerechnet auf jeden betroffenen Landwirt nützt das Geld auch nicht um den immensen Mehraufwand annähernd zu decken. Der Landwirtschaft werden immer mehr Einschränkungen und Kosten aufgebrummt. Wenn es darum geht die Erzeuger zu stärken, dann werden wir selbst von der CSU verlassen. So war es auch bei der Ausgestaltung der UTP Richtlinie. Der Union war der Schutz der Konzerne wichtiger, als die Landwirte gegen die Übermacht vom LEH zu stärken.
    Der Erhalt einer intakten Natur ist gerade uns Landwirten wichtig, denn schließlich ist die Natur unsere wirtschaftliche Grundlage. Hof und Feld werden schon seit jeher von Generation zu Generation weitergegeben und das soll auch so bleiben. Doch je mehr Landwirte aufgeben, umso mehr landwirtschaftliche Nutzfläche der Produktion durch Extensivierung, Brache und vor allem auch Baumaßnahmen entzogen wird, desto mehr Lebensmittel müssen importiert werden. Wie diese dann produziert werden und vor allem wo, das haben wir dann nicht mehr selbst in der Hand.

    Aldi´s Vorstoß beim Tierwohl

    Während der LEH in Sachen Tierwohl Nägel mit Köpfen macht und die Bauern vor vollendete Tatsachen stellt, vertagt die Politik Entscheidungen auf die Zukunft. Landwirtschaftsministerin Kaniber begrüßt die Ankündigung von Aldi -hierbei offenbart sich die Handlungsunfähigkeit der Politik. Anstatt Rahmenbedingungen zu setzen, überlässt die Politik das Feld den vier Einzelhändlern, die ihre Marktmacht gnadenlos ausnutzen. Wie der finanzielle Mehraufwand durch Bau und Betrieb der neu konzipierten Ställe tatsächlich und dauerhaft beim Landwirt
    ankommen soll, bleiben sowohl LEH als auch die Politik schuldig.

    Den leeren Versprechungen von Konzernen und Politik haben wir Landwirte schon viel zu oft vertraut.

    Hier brauchen wir zukunftsfähige Lösungen für unsere Betriebe – ansonsten gibt’s bald keine Bauern mehr.

    Die CSU steht zwar am Wegesrand und suggeriert den Landwirten das Kreuz ein Stück mittragen zu wollen, packt aber dann am Ende doch immer noch mehr oben drauf!

    Quelle: ML / LsV Bayern

    Bildquelle: Landwirte vor Ort

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