Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, und die Kommissarin für ländliche Wirtschaft und Landwirtschaft der Afrikanischen Union, Josefa Sacko, haben anlässlich des Global Forum for Food and Agriculture eine Absichtserklärung unterzeichnet, um künftig in zentralen Fragen der Transformation der Ernährungssysteme eng zusammenzuarbeiten. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wird dazu mit der Afrikanischen Union einen „Agrarpolitischen Dialog“ ins Leben rufen, den ersten auf dem afrikanischen Kontinent. Ziel des Agrarpolitischen Dialogs mit der Afrikanischen Union ist es, Agrar- und Ernährungssysteme in Afrika krisenfest und klimafreundlicher zu machen.

Dazu erklärt Bundesminister Özdemir: „Wir haben heute eine Zukunftspartnerschaft vereinbart. Der Agrarpolitische Dialog mit der Afrikanischen Union ist ein Meilenstein bei den Beziehungen zwischen Deutschland und unserem Nachbarkontinent. Wir müssen uns als europäische Staaten mehr engagieren und den Dialog verstärken. Wir dürfen das Feld nicht autoritären Staaten überlassen, die mit ihren Investitionen neue Abhängigkeiten schaffen. Damit ist langfristig niemandem in Afrika geholfen. Für mich heißt das, dass wir jetzt Angebote machen müssen für langfristige Partnerschaften und Zusammenarbeit auf Augenhöhe.“

Hintergrund:

Der Agrarpolitische Dialog des BMEL mit der Afrikanischen Union soll dazu beitragen, die politischen Rahmenbedingungen für eine gemeinsame Klimapolitik Afrikas für den Agrar- und Ernährungssektor zu unterstützen. Geplant ist eine Plattform zum fachlichen Austausch, da der Forschung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik teilhaben sollen. Kern wird der Erfahrungsaustausch zwischen Deutschland und den Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union sein, der mit technischem Know-how aus Wissenschaft und Forschung kombiniert wird.

Im Mittelpunkt der fachlichen Zusammenarbeit stehen unter anderem klimaresistente Züchtungs- und Saatgutsysteme, Förderung der Rolle von Frauen in den Agrar- und Ernährungssystemen, die Stärkung der Verbreitung und Übernahme agrarökologischer und klimaresilienter Anbauverfahren und die Einführung von Maßnahmen zur Reduzierung von Nachernteverlusten. Zudem wollen die Afrikanische Union und das BMEL langfristig gemeinsam Vorzeigeinitiativen für klimaresistente Produktionsmethoden und umweltfreundliche Innovationen, Nacherntepraktiken und nachhaltige Saatgutsysteme entwickeln und stärken, die entscheidende Elemente für zukunftsorientierte und ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Ernährungssysteme darstellen.

Bereits seit 2010 finanziert das Bundesministerium bilaterale Kooperationsprojekte in verschiedenen Ländern Afrikas mit dem Ziel, gemeinsam die Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen, resilienten und klimafreundlichen Agrarsektor in den Ländern Afrikas zu verbessern. Schwerpunkte liegen dabei beispielsweise auf Ökolandbau, überbetrieblicher Zusammenarbeit oder dem Aufbau von nachhaltigen Saatgutsystemen. In Demonstrations- und Trainingsprojekten werden bodenschonende und klimaresiliente Anbauverfahren getestet und über Weiterbildungsmaßnahmen und durch regionale Facharbeitsgruppen verbreitet. Bereits seit letzten Jahr arbeitet das BMEL mit dem Regionalen Bauernverband des südlichen Afrikas, der Southern African Confederation of Agricultural Unions (SACAU) zusammen, über deren 19 Mitgliedsverbände zukünftig Bäuerinnen und Bauern im südlichen Afrika zu klimaresilienten Anbauverfahren geschult werden sollen.

Quelle: BMEL

Bildquelle: © BMEL / Holger Groß