Nachdenken über die Rolle innerhalb der Landwirtschaft zum Tag des Bieres am 23. April

    Ein Gespräch zum Tag des Bieres am 23. April 2022 mit dem Geschäftsführer der Haller
    Löwenbrauerei Peter Theilacker zur Verbindung mit der Landwirtschaft. Die Haller Löwenbrauerei ist Mitglied im Bauernverband und eingebunden in regionale Lieferketten der Landwirtschaft. Wie profitieren die Landwirte und Höfe von dieser Verbindung? Wie wichtig ist die Landwirtschaft für eine
    Brauerei?

    „Die aktuelle Situation zeigt, dass regionale Lieferketten an Bedeutung gewinnen. Zumindest sollten sie gut überdacht werden“, davon ist der Geschäftsführer der Haller Löwenbrauerei Peter Theilacker überzeugt. Als langjähriges Mitglied im Bauernverband lebt die hiesige Traditionsbrauerei eine eher ‚stille Beteiligung‘ am Verband des Berufsstandes der Landwirte. Aber auch eine selbstverständliche. Mit einem hohen Anspruch an die Qualität der Produkte, sowohl bei den verschiedenen Bieren als auch beim Wasser der Wildbadquelle, spielen die Rohstoffe eine entscheidende Rolle. Das ist zum einen das Korn, die Braugerste und der Weizen, welches in süddeutschen Mälzereien für die Löwenbrauerei zum Bierbestandteil Malz aufbereitet wird. Die Mälzereien selbst kaufen süddeutsch-regional direkt bei den Landwirten oder bei Zwischenhändlern ein. Beim Mälzen entsteht in den Gersten- und Weizenkörnern die für den späterem Brauprozess wichtige Stärke. Auch Farbe und Geschmack werden dabei definiert und über eine Karamelisierung der Körnchen kommt die typische Süße in die dunkleren Biere. Die Mälzereien liefern das Gersten- und Weizenmalz nach Schwäbisch Hall. Hier wird es nach dem Schroten in der brauereieigenen Mühle in der Maischpfanne mit Wasser aufgekocht. Dabei wird die enthaltene Stärke in Zucker verwandelt und bei der folgenden Vergärung mit der beigefügten Hefe entstehen der Alkoholgehalt und der spezielle Biergeschmack. Das fertige Bier besteht zu 95% aus Wasser und zu 5% aus Malz. Die Qualität von beidem ist eine wichtige Basis für die hohe Qualität der flüssigen Endprodukte. Und das schmecken die Verbraucher. „Insofern sind wir zu 100% von der Natur und der Landwirtschaft abhängig“, sagt der Geschäftsführer der Haller Löwenbrauerei.

    Denn: Stimmt der Boden, der fachgerechte Anbau, das Korn, die Ernte und die Lagerung nicht, stimmt am Ende auch die Qualität in den Flaschen und Fässern nicht.   

    Video – Wie wird der Hopfen geerntet?

    Die Landwirtschaft liegt uns am Herzen.

    „Wir fühlen uns der Landwirtschaft natürlich sehr verbunden“, sagt Peter Theilacker. Das diese Verbindung keine Einbahnstraße ist, kann man auf dem Gelände der Brauerei in Schwäbisch Hall sehen. Unter einem großen Auslass am Trebersilo fahren regelmäßig Traktoren mit Anhänger von umliegenden Höfen vor, um die Reste aus dem Gärprozess für ihre Tiere abzuholen. 1000 Tonnen von diesem Treber gehen jährlich in die Ställe von Schweinen und Kühen, denn der enthaltene Zucker und das Eiweiß machen die leicht feuchte Masse zu einem leckeren Kraftfutter. Auch die zum Brauen verwendete Hefe aus dem Hefekeller der Brauerei wird gesammelt und als Tiernahrung von den Landwirten der Region angeholt.      

    Brauerei

    Werden die Rohstoffe für die Brauerei knapp?

    „Wir haben für ein Jahr Hopfen im Keller, den wir traditionell aus der Hallertau und aus Spalt südlich von Nürnberg beziehen“, erklärt der Chef der Biere von Hall. Auch, dass früher direkt in den Brauereien gemälzt wurde. Die Mälzereien haben sich letztlich aber zusammengeschlossen. Ausnahme sind die hauseigenen Mälzereien, vor allem die Bio-Brauereien. Letztere kaufen eh schon regional. „Aber insgesamt gibt es erste Rückentwicklungen hin zu einem direkten Kauf des Korns beim Landwirt in der nahen Umgebung“, so Theilacker weiter. Er schätzt ein, dass der regionale Bezug wieder wichtiger wird, als er bisher war. „Und zum guten Schluss sei gesagt, dass hiesige Landwirte unseren Hopfengarten vor den Toren von Schwäbisch Hall pflegen – für alle sichtbar direkt an der B14 nach Stuttgart gelegen“, stimmt er sich am ‚Tag des Bieres‘ positiv auf den nächsten Biersommer und die Hopfenernte ein.       

    Quelle: Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.

    Bildquelle: Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.

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