Knappem und teurem Mineraldünger mit dem Anbau von Leguminosen begegnen

    Die Saaten-Union weist darauf hin, dass zunehmend knappe und teure Stickstoffdünger die Düngeplanung für das Frühjahr 2022 vor ungewohnte Herausforderungen stellen können. Diesem Problem kann mit dem Anbau von Körnerleguminosen wie Ackerbohne, Erbse oder Soja wirkungsvoll begegnet werden. Diese Kulturen benötigen keine Stickstoffdüngung, sondern decken ihren Stickstoffbedarf über die N-Fixierung von Knöllchenbakterien. Zugleich wird ein N-Überschuss für die Nachfrucht hinterlassen.

    „Nach diversen Untersuchungen beträgt der Netto-N-Eintrag nach Anbau von Ackerbohnen circa 50 kg N/ha, gefolgt von Sojabohne, Lupine und Erbse“, so Prof. Dr. Christel Baum vom Lehrstuhl für Bodenkunde in Rostock.

    Ackerbohne gilt als „Weltmeister“ der N-Fixierung

    Dieser N-Überschuss macht den Anbau von Leguminosen derzeit ganz besonders interessant. „Die Stickstoff-Mineralisierung aus der Bestandesstreu variiert in Abhängigkeit von der Streuqualität und der standortspezifischen mikrobiellen Aktivität im Boden. Da die Ackerbohne in der Streu ein relativ enges C/N-Verhältnis von circa 30 aufweist, werden die Ernterückstände schneller mineralisiert als zum Beispiel Lupinen- und Erbsenstreu mit ihrem C/N-Verhältnis von etwa 50“, fügt Dr. Baum hinzu. „Die Ackerbohne gilt unter den einjährigen Leguminosenarten sogar als der Weltmeister in der N-Fixierung“, hebt Dr. Olaf Sass, Leguminosenzüchter der NPZ/Saaten-Union in Hohenlieth, hervor.

    Für den Anbau in der Praxis sind Reifezeitpunkt und Proteinerträge wichtige Kriterien. Bei Körnererbsen und Ackerbohnen verfügt die Saaten-Union über ein ganzes Sortiment früh bis spät reifender Sorten mit robustem Wuchs, die hohe Proteinerträge liefern.

    Erbse

    Wachsendes Vermarktungsinteresse

    Erbsen und Bohnen stehen zunehmend im Ernährungstrend auch in der Humanernährung und stoßen auf ein gestiegenes Vermarktungsinteresse. Auch betriebswirtschaftlich lassen sich in günstigen Jahren mit 50 dt/ha Erbsen auf leichteren Standorten und Ackerbohnen auf wasserführenden Standorten lukrative Leistungen erzielen, die sich durch hohe N-Preise aktuell ökonomisch noch verbessern.

    Quelle: Saaten-Union

    Bildquelle: Saaten-Union

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