EG Südbayern verkauft Mehrheitsanteile an Schlachthöfen Landshut und Vilshofen an Marcher
Die Erzeugergemeinschaft Südbayern eG hat 51 Prozent der Anteile an der EG Südbayern Schlachtbetriebs GmbH an die österreichische Norbert Marcher GmbH verkauft. Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung sowie weiterer üblicher Vollzugsbedingungen.
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Mit Wirksamwerden der Vereinbarung übernimmt Marcher die operative und industrielle Führung der Schlachtbetriebe in Landshut und Vilshofen. Laut den beteiligten Unternehmen bleiben die Standorte erhalten, der laufende Betrieb wird unverändert fortgeführt. Auch bestehende Lieferbeziehungen, Arbeitsverhältnisse und Lieferketten sollen bestehen bleiben.
Marcher übernimmt operative und industrielle Führung
Die EG Südbayern begründet den Schritt mit den Veränderungen innerhalb der Schlacht- und Fleischwirtschaft. Steigende Kosten, hoher Wettbewerbsdruck und zunehmende Anforderungen an Effizienz und Vermarktung würden die Branche seit Jahren verändern.
Erwin Hochecker, Vorstandsvorsitzender der EG Südbayern, erklärt, man habe sich bewusst für einen Partner entschieden, der industrielle Verantwortung übernimmt und sich klar zu den Standorten bekennt. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe langfristig zu sichern.
Die Norbert Marcher GmbH mit Sitz im österreichischen Villach zählt zu den größeren Fleischverarbeitungsgruppen im deutschsprachigen Raum. Das Familienunternehmen betreibt mehrere Schlacht-, Zerlege- und Verarbeitungsstandorte in Österreich und beliefert Kunden im Lebensmittelhandel, der Gastronomie sowie der Industrie.
Norbert Marcher erklärt, die Zusammenarbeit mit der EG Südbayern sei ein wichtiger Schritt beim Ausbau der Aktivitäten in Deutschland. Gleichzeitig betont das Unternehmen die Bedeutung der bayerischen Landwirtschaft und der regionalen Viehhaltung.
Was die Beteiligung für Landwirte bedeuten könnte
Für viele viehhaltende Betriebe in Bayern und Niederbayern dürfte vor allem entscheidend sein, wie sich die Vermarktungsstrukturen künftig entwickeln.
Die Unternehmen betonen zwar ausdrücklich, dass bestehende Geschäftsbeziehungen und Lieferketten erhalten bleiben sollen. Gleichzeitig zeigt die Transaktion aber auch den anhaltenden Strukturwandel innerhalb der europäischen Fleischwirtschaft. Schlachtunternehmen stehen zunehmend unter Druck, Auslastung, Vermarktung und Verarbeitung effizienter zu organisieren.
Für landwirtschaftliche Betriebe sind regionale Schlachtstandorte weiterhin von großer Bedeutung. Kürzere Transportwege, feste Vermarktungsstrukturen und verlässliche Abnehmer spielen insbesondere für Schweine- und Rinderhalter eine wichtige Rolle.
Gerade in Süddeutschland beobachten viele Landwirte seit Jahren eine zunehmende Konzentration in der Schlachtbranche. Vor diesem Hintergrund dürfte genau verfolgt werden, wie sich die neue Struktur auf Vermarktung, Preisgestaltung und regionale Wertschöpfung auswirkt.
Standorte Landshut und Vilshofen sollen erhalten bleiben
Nach Angaben der Unternehmen bleiben die Standorte Landshut und Vilshofen in ihrer regionalen Struktur und Funktion erhalten. Marcher kündigt an, Investitionen in Technik, Prozesse und Effizienz bündeln zu wollen.
Die EG Südbayern bezeichnet die Schlachtbetriebe als wichtigen Bestandteil der regionalen Fleischwirtschaft in Südbayern und Niederbayern. Die Standorte sichern laut Genossenschaft Wertschöpfung und Vermarktungsmöglichkeiten für zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe der Region.
Die operative Führung liegt künftig vollständig bei Marcher. Gleichzeitig bleibt die EG Südbayern weiterhin beteiligt.
EG Südbayern zählt zu den größten Viehvermarktern Süddeutschlands
Die EG Südbayern wurde 1967 gegründet und vertritt nach eigenen Angaben mehr als 9.000 Mitgliedsbetriebe. Die Genossenschaft gehört zu den größeren Viehvermarktern Deutschlands und spielt insbesondere in Bayern eine wichtige Rolle bei der Vermarktung von Schlachtvieh.
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Einordnung für die Praxis
Die Beteiligung zeigt, wie stark sich die Schlacht- und Fleischwirtschaft derzeit verändert. Für landwirtschaftliche Betriebe bleiben regionale Vermarktungsstrukturen entscheidend – insbesondere in Zeiten volatiler Märkte und hoher Produktionskosten.
Ob sich die neue Struktur langfristig positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte auswirkt, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Entscheidend dürfte aus Sicht vieler Betriebe sein, ob regionale Vermarktung, stabile Abnahme und planbare Lieferbeziehungen dauerhaft gesichert werden können.
Quelle: EG Südbayern
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