Im Rahmen des 13. Berliner Milchforums sind die aktuellen Marktentwicklungen sowie der Umbau der Tierhaltung beherrschende Themen. Der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Karsten Schmal, erläutert hierzu: „Die höheren Milcherzeugerpreise in den vergangenen Monaten waren angesichts gestiegener Produktionskosten notwendig. Die nachgelagerten Stufen in der Kette – also Molkereien und Lebensmittelhandel – sollten hier ein entsprechendes Problembewusstsein entwickeln. Abschläge beim Erzeugerpreis von mehr als 10 Cent passen eindeutig nicht dazu!“ Mit schwankenden Erzeugerpreisen müsse die Branche vor allem eigenverantwortlich umgehen: Schmal weiter: „Preisschwankungen sind gekommen, um zu bleiben. Dem müssen wir unternehmerisch begegnen: Preisabsicherung, Mengenplanung und -abstimmung sowie frühere Weitergabe von Preissignalen. Die deutschen Molkereien haben diesbezüglich Fortschritte gemacht, die aber noch nicht ausreichend sind.“

Zu dem von der Bundesregierung angestrebten Umbau der Tierhaltung erläuterte Schmal: „Der Umbau der Tierhaltung wird unvollständig in Inhalten und Finanzierung sowie handwerklich fehlerhaft von der Bundesregierung vorangetrieben. Die vorliegenden Vorschläge (Tierhaltungskennzeichnung, Baurecht, Investitionsförderung) müssen im weiteren Gesetzgebungsprozessen deutlich nachgebessert werden. Einen schalen Beigeschmack hinterlässt bei vielen Teilnehmern des Berliner Milchforums, dass innerhalb der Regierungskoalition weiterhin keine klare Linie erkennbar ist“, so Milchpräsident Schmal.

Am 13. Berliner Milchforum nehmen in diesem Jahr 540 Personen teil, 490 davon vor Ort. Das Berliner Milchforum wird vom Deutschen Bauernverband und dem Milchindustrie-Verband in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Raiffeisenverband und der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Berlin ausgerichtet. Das nächste Berliner Milchforum findet statt am 21./22. März 2024.

Quelle: DBV

Bildquelle: ML-Archiv


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