Aktuelle Zahlen für Deutschland zeigen – Preis deckt Milcherzeugungskosten nur zu 71 %

    Laut der vierteljährlich aktualisierten Kostenstudie des Büros für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) betragen die Produktionskosten – mit aktuellem Stand Januar 2021 – 45,76 ct/kg, während der durchschnittliche Auszahlungspreis in der gleichen Zeit bei nur 32,70 ct/kg lag. Somit fehlten den Erzeugern in Deutschland insgesamt 13,06 ct/kg zur Kostendeckung.

    Entwicklung der Milcherzeugungskosten in Deutschland

    Hier finden Sie die Entwicklung der Kostensituation in der Milchproduktion in Deutschland von 2014 bis Januar 2021.

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    Preis-Kosten-Ratio (Unterdeckung)
    Die Preis-Kosten-Ratio verdeutlicht, inwieweit das Milchgeld die Produktionskosten deckt. Im Januar 2021 haben die Erzeugern nur 71 % ihrer Produktionskosten über den Milchpreis erwirtschaftet; die Unterdeckung betrug somit 29 %.

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    Sehen Sie hier die Kostenunterdeckung seit 2014:

    Milch-Marker-Index (MMI)
    Der Milch-Marker-Index (MMI) zeigt die Entwicklung der Kosten der Milchproduktion auf. Der MMI hatte im Januar 2021 einen Wert von 111, d. h. dass die Produktionskosten für deutsche Milcherzeuger im Vergleich zum Basisjahr 2015 (2015 = 100) um elf Prozent gestiegen sind.

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    Hier sehen Sie den Milch-Marker-Index im zeitlichen Verlauf:

    Biokostenstudie
    Für Deutschland gibt es seit November 2019 nun auch Informationen zu den Milcherzeugungskosten im Biobereich.
    Hier finden Sie die Studie „Was kostet die Erzeugung von Biomilch?“ (Zeitraum: Wirtschaftsjahre 2011/12 – 2018/19) sowie die Aktualisierung für das Wirtschaftsjahr 2019/20.

    Studie zu den Produktionskosten sechs wichtiger Milcherzeugungsländer
    Nicht nur in Deutschland, sondern auch in fünf weiteren Ländern werden regelmäßig Kostenberechnungen durchgeführt. Auch dort wird deutlich, dass MilcherzeugerInnen keine kostendeckenden Milchpreise erhalten.
    Hier finden Sie die Berechnungen der Milchproduktionskosten in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden für das Jahr 2017 sowie in diesem Video eine Übersicht der Zahlen.

    Kosten der Milchproduktion chronisch unterdeckt – was schafft Abhilfe?
    Das European Milk Board schlägt die gesetzliche Verankerung eines Kriseninstruments vor, um der chronischen Unterdeckung entgegenzuwirken. Das Marktverantwortungsprogramm (MVP) beobachtet und reagiert auf Marktsignale durch eine Anpassung der Produktion.
    Sehen Sie hier eine kurze Beschreibung des Marktverantwortungsprogramms des EMB.

    Hintergrund:

    Für die Studie „Was kostet die Erzeugung von Milch?“ hat das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) 2012 im Auftrag des European Milk Boards und der MEG Milch Board erstmals die Milcherzeugungskosten in Deutschland flächendeckend berechnet. Die Kalkulation basiert auf Daten des Informationsnetzes landwirtschaftlicher Buchführungen der EU (INLB) sowie des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und wird seit 2014 vierteljährlich aktualisiert.

    Quelle: European Milk Board

    Bildquelle: European Milk Board