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Tausende Bauern protestieren in Brüssel

🚜 Bauernproteste heute in Brüssel

Tausende Landwirte aus ganz Europa haben heute im EU-Viertel demonstriert.
Im Fokus:

❌ Mercosur-Abkommen,

❌ unfairer Wettbewerb,

❌ steigender Druck auf Europas Höfe.

Traktoren, Transparente und deutliche Worte an die EU-Politik:

👉 Ohne Landwirtschaft keine Versorgungssicherheit.

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Am Donnerstag 18.12.2025 haben tausende Landwirte aus ganz Europa im Zentrum des EU-Viertels in Brüssel gegen das geplante EU-Mercosur-Freihandelsabkommen, Kürzungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und generelle agrarpolitische Fehlentwicklungen demonstriert.

Auch Bayern war in Brüssel stark vertreten

BBV-Präsident und DBV-Vizepräsident Günther Felßner betonte vor Ort die zentrale Bedeutung der Landwirtschaft für Europas Stabilität und Versorgungssicherheit. Die Gemeinsame Agrarpolitik sei kein Subventionsinstrument, sondern ein tragender Pfeiler für den ländlichen Raum und den Zusammenhalt Europas.

Zeitgleich zum EU-Gipfel warnte Felßner vor geplanten Kürzungen im Agrarbudget ab 2028 und kritisierte die zunehmende Bürokratie sowie das Mercosur-Abkommen in seiner aktuellen Form. Die klare Botschaft der bayerischen Landwirte: Landwirtschaft ist sicherheitsrelevant und braucht eine EU, die sie stärkt – nicht schwächt.

Protest im Schatten des EU-Gipfels

Die Demonstration fiel zeitgleich mit einem EU-Staaten- und Regierungschefs-Gipfel zusammen, bei dem unter anderem über das Mercosur-Abkommen, die Zukunft der GAP-Fördermittel und die Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik beraten wird. Viele Bauern befürchten, dass das Freihandelsabkommen mit Südamerika ihre Höfe unter Druck setzt, weil dadurch billigere Agrarimporte aus Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay leichter auf den europäischen Markt gelangen könnten. 

Traktoren versperrten Straßen rund um das Europaviertel, und Landwirte aus mehreren EU-Staaten – darunter Belgien, Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien – zogen vor das Europäische Parlament und die Kommission, um ihrer Wut Luft zu machen. 

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Zahlen, Stimmen und Stimmung

📊 Teilnehmer: 

Veranstalter sprechen von rund 10.000 Demonstranten, lokale Behörden von etwa 7 000 Personen und hunderten Traktoren vor Ort

🚜 Traktoren aus mehreren Ländern: 

Auch deutsche Landwirte sind mit Hunderten Fahrzeugen nach Brüssel gekommen, um ein Zeichen zu setzen.

Ein belgischer Milchbauer äußerte gegenüber der Presse: „Wir sind hier, um zu sagen: Nein zu Mercosur!“, und kritisierte die EU-Kommission scharf

Was steht auf dem Spiel?

Die Proteste richten sich vor allem gegen zwei große Herausforderungen:

  1. Das geplante Mercosur-Abkommen, das die EU mit fünf südamerikanischen Staaten schließen will und das viele Bauern als Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Landwirtschaft sehen. 

Besonders kritisch sehen landwirtschaftliche Verbände die Auswirkungen des Abkommens auf den Fleischmarkt. Eine aktuelle Studie zeigt, dass der brasilianische Fleischkonzern JBS zu den Hauptprofiteuren des Mercosur-Deals zählen würde. Der Konzern steht seit Jahren wegen Umweltzerstörung, insbesondere der Abholzung von Regenwäldern, Korruptionsvorwürfen und hoher Treibhausgasemissionen in der Kritik.

Auch der Verbraucherschutz droht unter dem Mercosur-Abkommen zu leiden. Erst kürzlich wurde öffentlich bekannt, dass in Brasilien in erheblichem Umfang Antibiotika in der Rindermast eingesetzt werden – Praktiken, die in der EU aus gutem Grund streng verboten sind. Über offene Märkte könnten solche Produkte dennoch ihren Weg in europäische Supermärkte finden.

Mit dem Mercosur-Abkommen opfert die Berliner Politik die heimische Landwirtschaft zugunsten günstiger Importe aus dem Ausland. Die Folgen dieser Entscheidung werden sich erst mit Verzögerung zeigen – dann jedoch umso deutlicher: mehr Betriebsaufgaben, weiter beschleunigter Strukturwandel, höhere Abhängigkeit von Importen und zusätzliche Umweltbelastungen.

2. Eventuelle Kürzungen im künftigen EU-Agrarbudget (GAP), die nach Ansicht vieler Landwirte die Unterstützung für bäuerliche Betriebe reduzieren könnten. 

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BBV-Präsident und DBV-Vizepräsident Günther Felßner in Brüssel

Ausblick

Die Stimmung in Brüssel bleibt angespannt, und die Proteste könnten die laufenden Verhandlungen über das Mercosur-Abkommen im Rahmen des EU-Summits weiter beeinflussen. Einige Mitgliedstaaten – etwa Frankreich und Italien – haben bereits Bedenken gegenüber dem Abkommen geäußert und könnten seinen Abschluss verzögern.

Fazit: Die Bauernproteste in Brüssel markieren einen Höhepunkt der europäischen Agrarproteste 2025 – sie verbinden wirtschaftliche Existenzängste mit politischen Forderungen nach faireren Bedingungen, stärkerer Unterstützung und einer Landwirtschaftspolitik, die die Versorgungssicherheit in Europa schützt.

Quelle: Moderner Landwirt-Archiv

Bildquelle: Landwirte vor Ort


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