John Deere meldet deutlichen Rückgang bei großen Landmaschinen
John Deere hat die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 veröffentlicht. Während der Konzern insgesamt weiterhin stabile Umsätze meldet, gerät vor allem das Geschäft mit großen Traktoren, Mähdreschern und Präzisionstechnik zunehmend unter Druck.
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Der Nettogewinn lag im zweiten Quartal bei 1,773 Milliarden US-Dollar und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 1,804 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig stiegen die weltweiten Umsätze und Einnahmen um fünf Prozent auf 13,369 Milliarden US-Dollar.
Rückgang bei großen Maschinen und Precision Farming
Besonders deutlich fiel die Entwicklung im Bereich „Großmaschinen & Präzisionslandtechnik“ aus. Dort gingen die Umsätze im zweiten Quartal um 14 Prozent auf 4,503 Milliarden US-Dollar zurück. Der Betriebsgewinn sank sogar um 39 Prozent auf 706 Millionen US-Dollar.
Nach Angaben des Unternehmens lagen die Gründe vor allem in geringeren Liefermengen sowie höheren Produktionskosten. Positive Wechselkurseffekte konnten die Entwicklung nur teilweise ausgleichen.
Damit bestätigt sich ein Trend, der derzeit in vielen Regionen spürbar ist: Zahlreiche Betriebe verschieben größere Investitionen oder entscheiden sich bei Neuanschaffungen vorsichtiger.
Gerade im Bereich:
- leistungsstarker Traktoren
- Mähdrescher
- Präzisionslandwirtschaft
- automatisierter Technik
- digitaler Anwendungen
bleiben die Investitionskosten hoch. Gleichzeitig sorgen schwächere Agrarmärkte und unsichere Erzeugerpreise vielerorts für Zurückhaltung.
Kleinere Maschinen entwickeln sich deutlich stabiler
Anders sieht die Entwicklung bei kompakteren Maschinen aus. In der Sparte „Kompakte Landmaschinen sowie Rasen- und Grundstückspflege“ stiegen die Umsätze im zweiten Quartal um 16 Prozent. Der Betriebsgewinn legte um 25 Prozent zu.
Auch die Bau- und Forsttechnik entwickelte sich deutlich positiv. Hier kletterten die Umsätze um 29 Prozent, während der Betriebsgewinn um 48 Prozent zunahm.
Das deutet darauf hin, dass derzeit vor allem:
- vielseitig einsetzbare Technik
- kompaktere Maschinen
- kommunale Anwendungen
- Hof- und Transporttechnik
stabiler nachgefragt werden als klassische Hochleistungstechnik für den Ackerbau.
Schwierige Marktlage bleibt bestehen
John Deere rechnet auch für den weiteren Jahresverlauf mit einem angespannten Marktumfeld. In den USA und Kanada erwartet das Unternehmen bei großen Landmaschinen einen Rückgang von 15 bis 20 Prozent. Für Südamerika prognostiziert Deere bei Traktoren und Mähdreschern ein Minus von rund 15 Prozent.
Für Europa geht der Konzern dagegen aktuell von einer stabilen Entwicklung bis leichtem Wachstum aus.
Trotz der schwierigen Lage hält John Deere an seiner Jahresprognose fest. Erwartet wird weiterhin ein Nettogewinn zwischen 4,5 und 5,0 Milliarden US-Dollar.
Deere setzt weiter auf neue Technologien
Der Konzern betont außerdem, weiterhin in neue Produkte und digitale Technologien investieren zu wollen. Gerade im Bereich:
- Precision Farming
- Automatisierung
- digitale Maschinensteuerung
- Datennutzung
- Effizienzsteigerung
sieht Deere langfristige Wachstumsmöglichkeiten.
Auch Themen wie autonome Systeme, intelligente Ausbringtechnik und präzisere Datenauswertung dürften für den Hersteller strategisch weiter an Bedeutung gewinnen.
Einordnung für die Praxis
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass viele Betriebe größere Investitionen derzeit genau abwägen. Hohe Maschinenpreise, steigende Finanzierungskosten und unsichere Marktbedingungen sorgen vielerorts für Zurückhaltung.
Gerade bei leistungsstarker Technik steigen die Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Auslastung deutlich. Kleinere oder vielseitiger einsetzbare Maschinen scheinen aktuell dagegen stabiler gefragt zu sein.
Für Hersteller wie John Deere dürfte deshalb entscheidend werden, wie schnell sich Agrarmärkte, Betriebsergebnisse und Investitionsbereitschaft wieder stabilisieren.
Quellen
- Deere & Company Quartalsabschluss Q2 2026
Bildquelle
John Deere / Pressebild
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