Aktuell fordert die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab Herbst 2023 einen zielgerichteten Anbau von Zwischenfrüchten und die Bedeckung des Bodens über Winter, um die Austragung und Auswaschung von Nährstoffen zu verhindern. (Siehe unter GLÖZ 6 Mindestbodenabdeckung in ihrem Bundesland). Was ist dabei zu beachten und wie kann man sich auf die neue Situation vorbereiten?

Zwischenfrüchte bedecken, beschatten und durchwurzeln den Boden, aktivieren die Bodenlebewesen, verbessern den Luft- und Wasserhaushalt, bauen Humus auf und steigern die Bodenfruchtbarkeit. Das Wasser und die Nährstoffe, die sie während des Wachsens verbrauchen, geben sie bei der Verrottung wieder zurück, so dass diese der folgenden Hauptkultur zur Verfügung stehen. Alles das wissen die Landwirte, und viele machen das auch schon. Jetzt wird es gesetzlich vorgeschrieben.

Neues zum Herbst 2023

Die neue Herausforderung besteht darin, den Boden gesetzeskonform bedeckt zu halten und die Pflanzen der Zwischenfruchtmischungen rechtzeitig so zu zerkleinern und einzuarbeiten, dass sie bei der Aussaat der Frühjahrskulturen nicht mehr stören.

Dazu muss bereits die Aussaat der Zwischenfrucht so sorgfältig wie möglich erfolgen, um einen gleichmäßigen, üppigen und dichte Pflanzenbestand aus mindestens 4 verschiedenen Pflanzenarten – je mehr, desto besser – zu etablieren, auch bei Trockenheit. Meist ist ein Walzen mit der Prismenwalze hilfreich und sinnvoll, um das Wasser im Boden zu halten. Die Pflanzenzüchter bieten sehr gute Mischungen an, die auch mit wenig Wasser auskommen.

Aus dem Zwang den Nutzen ziehen

Leguminosen in der Mischung sammeln Stickstoff, der sofort zur Verfügung steht und das Wachsen der Zwischenfrucht begünstigt. Sie verbessern die Strohrotte und verwerten die Nährstoffe aus organischem Dünger sehr gut. Ebenso die Mineraldünger Kali, Phosphor und Kalk. Alle diese Substanzen werden von den Zwischenfrüchten aufgenommen und später nach der Verrottung wieder an die Folgefrucht abgegeben. Ein idealer Kreislauf.

Zur Blüte sollte der Auswuchs dann mit der Prismenwalze niedergewalzt werden, damit keine Samen ausgebildet werden und die Stängel nicht verholzen. Es reicht eine Überfahrt, und die Pflanzen sollten dann erst mal so liegen bleiben. Dabei können dann Pflanzen wie Klee oder Sommerwicken weiter wachsen, weil sie mehr Licht bekommen. Solange keine Samen gebildet werden, ist das auch in Ordnung.

Keine Bodenbearbeitung

Wichtig ist, dass die Walze nicht in den Boden eingreift, weil dann die Keimruhe der im Boden befindlichen Unkrautsamen und Ausfallgetreide in Keimstimmung gebracht würde. Dies ist in der Winterruhe nicht von Vorteil. Daher braucht es einen dichten Bestand der Zwischenfrucht, und daher ist auch die Messerwalze nicht so gut geeignet, weil sie leichter in den Boden einschneidet.

Gewalzte Pflanzen bedecken den Boden

Nach dem Walzen sollen die Pflanzen einfach auf dem Boden liegen bleiben und ihn bedecken. Das schützt vor Verdunstung des Wassers und Austrocknung des Bodens. Die Güttler Prismenwalze sticht in die Stängel und bricht sie auf. So verrotten sie besser, bedecken aber trotzdem den Boden. Auf diese Weise füttern die Pflanzen die Mikroorganismen im Boden, aktivieren die Bodenlebewesen stärker und steigern damit die Bodenfruchtbarkeit inklusiv Humusaufbau. Dies wiederum führt mittel- und langfristig dazu, dass die Böden bei Trockenheit länger durchhalten, weil der Humus Wasser speichern kann und bei Trockenstress an die Pflanzen abgibt.

Wenn man die Zwischenfrüchte zu klein gehäckselt, verrotten sie zu schnell und die Nährstoffe drohen ausgewaschen zu werden. Sie sind dann für die Folgefrucht verloren. Mit Blick auf die Düngerkosten und Stickstoffobergrenzen sollte das vermieden werden. Übrigens: die Blätter einiger Zwischenfrüchte geben beim Umsetzen der organischen Masse den Stickstoff ab, ohne das dieser bilanziert werden muss.

Bei Frost walzen

Bei Frost oder Wechselfrösten ist das nächste Walzen sinnvoll. Frost lässt die Stängel noch besser aufbrechen. Wer also die Zwischenfrucht zur Blüte walzt, siehe oben, hat jetzt die Möglichkeit, die bereits niederliegenden Pflanzen mit der Güttler-Walze in kleine Bruchstücke zu zerteilen. Etwas später, nach den gesetzlich festgelegten Terminen und zeitnah vor der geplanten Aussaat, können  die Reste der abgestorbenen, zerkleinerten Zwischenfrucht sehr gut eingearbeitet werden.

Quelle: Güttler

Bildquelle: Güttler


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