FREIE BAUERN stellen klar: Mehr Biodiversität nützt nicht automatisch der Umwelt

    Die FREIEN BAUERN, Interessenorganisation der bäuerlichen Familienbetriebe, haben die Forderung nach mehr Biodiversität in der Landwirtschaft als großes ökologisches Missverständnis kritisiert.

    „Für die Umwelt bringt es rein gar nichts, wenn wir unsere Landwirtschaft in eine Gänseblümchenwiese mit Streichelzoo verwandeln und die Lebensmittel kommen aus dem brennenden Regenwald“, sagte Peter Guhl von der Bundesvertretung der FREIEN BAUERN.

    Ökologisch richtig sei vielmehr eine möglichst umfassende Selbstversorgung aus heimischer Erzeugung. Die Herausforderung bestehe darin, Artenvielfalt in eine hochproduktive Kulturlandschaft zu integrieren, argumentiert der 56jährige Milchviehhalter aus Vorderhagen in Mecklenburg-Vorpommern:

    „Neue Naturschutzgebiete, Blühflächen und Vernässungen brauchen wir dafür definitiv nicht.“

    Dass die Biodiversität durch Flurbereinigung und Komplexmelioration in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Schaden genommen habe, möchte Guhl überhaupt nicht bestreiten:

    „Allerdings waren dies staatliche Programme, und sie haben eine Artenvielfalt zurückgedrängt, die erst durch Landwirtschaft entstanden ist. Ohne die Rodung von Wäldern und die Trockenlegung von Sümpfen seit dem Mittelalter hätte es unsere abwechslungsreichen Landschaften mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna nie gegeben.“

    Durch freiwillige Programme für die Neupflanzung von Hecken und Baumreihen könnten derzeit monotone Agrarstandorte aufgewertet werden, regt Guhl an und warnt zugleich davor, statt dessen die Landwirtschaft weiter einzuschränken:

    „Bewirtschaftungsauflagen oder Flächenstillegungen führen zu noch mehr Abhängigkeit von Importen und zu Umweltzerstörung anderswo.“

    Um Biodiversität auf verantwortliche Weise zu erhöhen, fordern die FREIEN BAUERN deshalb einen Paradigmenwechsel in der Naturschutzpolitik: Nicht Flächengewinne zulasten der Landwirtschaft müssten das Ziel sein, sondern eine gute Mischung von – je nach Bodengüte – intensiv und extensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen, naturbelassenen Biotopen und einem Biotopverbundsystem aus Gehölzstreifen und Wasserläufen, das die Landschaft durchzieht. Guhl:

    „Vielleicht sollte man öfter daran erinnern, dass wir Landwirte Lebensmittel produzieren. Von uns pauschal mehr Biodiversität zu verlangen, ist lebensfremd, ja menschenverachtend – so lange nicht gesagt wird, wo die Lebensmittel sonst produziert werden sollen.“

    Quelle: Freie Bauern

    Bildquelle: Freie Bauern

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