Pöttinger blickt 2026 auf 25 Jahre Sätechnik zurück. Was 2001 mit der Übernahme des Sätechnikwerks Rabe in Bernburg begann, ist heute ein breites Portfolio für präzise Aussaat, moderne Bodenbearbeitung und kombinierte Bestellverfahren. Der ursprünglich stark im Grünland verwurzelte Hersteller hat sich damit schrittweise zu einem festen Player im Ackerbau entwickelt.
Der Einstieg von Pöttinger in die Sätechnik
Der Weg in die Ackerbautechnik begann für Pöttinger bereits 1975 mit der Übernahme der Bayerischen Pflugfabrik in Landsberg am Lech. Der entscheidende Schritt in die Sätechnik folgte dann 2001: Mit dem Kauf des Sätechnikwerks Rabe in Bernburg (Sachsen-Anhalt) stieg das österreichische Familienunternehmen gezielt in den Markt der Sämaschinen ein.

Vom Grünlandspezialisten zum Ackerbau-Anbieter
Über Jahre war Pöttinger vor allem für Grünlandtechnik bekannt. Mit dem Ausbau der Ackerbautechnik verfolgte das Unternehmen jedoch eine klare Strategie: Landwirten komplette Lösungen für Bodenbearbeitung und Aussaat aus einer Hand zu bieten – von der Saatbettbereitung bis zur präzisen Ablage des Saatguts.
VITASEM, AEROSEM und TERRASEM: Das Sätechnik-Portfolio im Überblick
Heute umfasst das Sätechnik-Programm drei zentrale Baureihen:
- VITASEM: mechanische Sämaschinen für klassische Saatbettbereitung
- AEROSEM: pneumatische Sämaschinen für hohe Flächenleistung und gleichmäßige Verteilung
- TERRASEM: Universalsämaschinen für Mulchsaat und kombinierte Verfahren
Damit deckt Pöttinger ein breites Spektrum an Einsatzbereichen ab – vom kleineren Familienbetrieb bis zum Lohnunternehmen.
Technische Meilensteine und Innovationen
Ein wichtiger Meilenstein war 2003 die Vorstellung der TERRASEM auf der Agritechnica in Hannover. Die Maschine setzte neue Maßstäbe in der Mulchsaat.
2009 folgte die Weiterentwicklung der VITASEM für eine noch präzisere Saatgutdosierung.
2012 führte Pöttinger die Unterfußdüngung für TERRASEM ein – Nährstoffe werden gezielt direkt im Wurzelbereich platziert und stehen den Pflanzen frühzeitig zur Verfügung.
- 2001: Einstieg in die Sätechnik (Übernahme Rabe, Bernburg)
- 2003: TERRASEM auf der Agritechnica
- 2009: neue VITASEM-Generation
- 2012: Unterfußdüngung für TERRASEM
- 2013: AEROSEM „Maschine des Jahres“ (IDS & PCS)
- 2019–2021: AEROSEM F & AEROSEM VT
- 2022: AMICO Fronttank
- 2022: Übernahme MaterMacc
- PURO: erste gemeinsame Einzelkornsämaschine
Auszeichnungen und neue Features in der Sätechnik
2013 erhielt die neue Generation der AEROSEM die Auszeichnung „Maschine des Jahres“.
Besondere Merkmale:
- IDS (Intelligent Distribution System): gleichmäßige Saatgutverteilung
- PCS (Precision Combi Seeding): Integration von Einzelkorntechnik-Elementen in pneumatische Sämaschinen
- FOX Kurzkombination: mehr Flexibilität bei der Kombination aus Bodenbearbeitung und Aussaat
Neue AEROSEM-Generation und AMICO Fronttank
Zwischen 2019 und 2021 wurde die AEROSEM-Baureihe weiter ausgebaut:
- AEROSEM F: Fronttank-Sämaschine mit Drucktanksystem für hohe Schlagkraft
- AEROSEM VT: gezogene Sämaschinenkombination, bodenschonend und kompakt
Seit 2022 ergänzt der AMICO Fronttank das Programm. Er ermöglicht individuelle Verteilsysteme für Bodenbearbeitungsmaschinen und kombiniert Bodenbearbeitung, Düngung und Aussaat in einem Arbeitsgang.
Einstieg in die Einzelkornsätechnik durch MaterMacc
Mit der Übernahme des italienischen Herstellers MaterMacc im Jahr 2022 erweiterte Pöttinger sein Portfolio um die Einzelkornsätechnik. Der Standort San Vito wurde gezielt zum Kompetenzzentrum für diesen Bereich ausgebaut.
PURO: Erste gemeinsame Entwicklung von Pöttinger und MaterMacc
Die PURO Einzelkornsämaschine ist die erste gemeinsame Entwicklung beider Unternehmen. Sie vereint die langjährige Erfahrung von MaterMacc in der Einzelkorntechnik mit den Qualitäts- und Entwicklungsstandards von Pöttinger. Damit erschließt sich Pöttinger ein weiteres wichtiges Segment im modernen Ackerbau.
25 Jahre Sätechnik: Bedeutung für die Praxis
Die Entwicklung der Sätechnik bei Pöttinger zeigt, wie stark sich Landtechnik an die Anforderungen der Praxis anpassen muss: präzisere Ablage, kombinierte Arbeitsgänge, Bodenschonung und höhere Schlagkraft. Für viele Betriebe bedeutet das weniger Überfahrten, geringere Kosten und eine effizientere Bestellarbeit – gerade in Zeiten steigender Betriebsmittelpreise und knapper Zeitfenster.
Quelle: Pöttinger
Bildquelle: Pöttinger