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Milchverbrauch auf Rekordtief: Käse und Joghurt werden immer beliebter

Am 1. Juni wurde weltweit der Internationale Tag der Milch begangen. Neue Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) zeigen dabei einen bemerkenswerten Trend: Während der Konsum von Trinkmilch in Deutschland seit Jahren sinkt, greifen Verbraucher immer häufiger zu Käse, Joghurt und anderen Milchprodukten.

Konsummilch verliert an Bedeutung

Nach Angaben des BZL lag der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch von Konsummilch im Jahr 2025 bei nur noch 45,1 Kilogramm. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebungen und deutlich weniger als noch vor 30 Jahren.

1995 standen jedem Einwohner rechnerisch noch mehr als 62 Kilogramm Konsummilch zur Verfügung. Damit ist der Verbrauch innerhalb von drei Jahrzehnten um mehr als ein Viertel zurückgegangen.

Warum wird weniger Milch getrunken?

Für die Entwicklung gibt es mehrere Gründe. Das BZL nennt unter anderem:

  • sinkende Geburtenzahlen
  • veränderte Ernährungsgewohnheiten
  • zunehmende Bedeutung pflanzlicher Alternativen
  • gesundheitliche Aspekte wie Laktoseintoleranz
  • wirtschaftliche Faktoren in der Milchverwertung

Hinzu kommt, dass Rohmilch zunehmend dort eingesetzt wird, wo die höchste Wertschöpfung erzielt werden kann. Das ist nicht zwangsläufig die Herstellung von Trinkmilch.

Käseverbrauch erreicht neue Höchststände

Während die klassische Konsummilch an Bedeutung verliert, steigt der Verbrauch anderer Milchprodukte weiter an.

Besonders deutlich zeigt sich dies beim Käse. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag 2025 bei mehr als 26 Kilogramm. Das sind rund sechs Kilogramm mehr als noch Mitte der 1990er-Jahre.

Auch Joghurt, Kefir, Sauermilchprodukte und Milchmischgetränke gewinnen seit Jahren an Beliebtheit. Ihr gemeinsamer Verbrauch stieg von rund 22 Kilogramm pro Person im Jahr 1995 auf knapp 32 Kilogramm im Jahr 2025.

Milch bleibt wichtiger Bestandteil der Ernährung

Trotz des Rückgangs bei der Trinkmilch bleibt die Nachfrage nach Milchprodukten insgesamt auf einem hohen Niveau. Für die Milchwirtschaft bedeutet dies vor allem eine Verschiebung innerhalb der Produktgruppen.

Statt des klassischen Glases Milch greifen Verbraucher heute häufiger zu veredelten Produkten wie Käse, Joghurt oder anderen Spezialitäten. Die Nachfrage nach Rohmilch bleibt damit eng an die Entwicklung dieser Märkte gekoppelt.

Einordnung für die Praxis

Für Milchviehbetriebe ist die Entwicklung kein Zeichen für einen generellen Rückgang der Nachfrage nach Milch. Vielmehr verschiebt sich der Konsum zunehmend hin zu Produkten mit höherer Wertschöpfung. Entscheidend bleibt daher, wie sich die Märkte für Käse, Joghurt und weitere Milchprodukte entwickeln und welche Absatzmöglichkeiten die Molkereien im In- und Ausland erschließen können.

Quelle: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL)

Bildquelle: MLA


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