BayWa unter Druck: Landwirte spüren die Krise längst
Die BayWa AG ist mit einem deutlich niedrigeren Umsatz ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal sank der Konzernumsatz von 3,6 auf 2,3 Milliarden Euro. Nach Angaben des Unternehmens liegt das unter anderem an Portfolioverkäufen, der Bereinigung des Sortiments und schwierigen Marktbedingungen.
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Trotzdem meldet BayWa ein bereinigtes EBITDA über den Vorgaben des Sanierungsplans. Gleichzeitig arbeitet der Konzern weiter an seiner finanziellen Stabilisierung und will das bestehende Sanierungskonzept erneut anpassen.
Agrarbranche zunehmend unter Druck
Besonders brisant für viele Betriebe: BayWa nennt den seit Ende Februar laufenden Irankonflikt ausdrücklich als Belastung für die Agrar- und Baustoffbranche. Höhere Preise für Diesel, Düngemittel und petrochemische Produkte würden die Situation verschärfen.
Für viele Landwirte ist das keine abstrakte Konzernmeldung mehr, sondern tägliche Realität. Betriebsmittel bleiben teuer, Investitionen werden verschoben und gleichzeitig steigen die Anforderungen an Technik, Dokumentation und Nachhaltigkeit weiter.

Kunden halten sich bei Investitionen zurück
BayWa spricht zudem offen von einer Investitionszurückhaltung vieler Kunden. Gründe seien Unsicherheiten rund um die Beteiligung BayWa r.e. AG sowie das allgemein schwierige Marktumfeld.
Gerade im Landtechnikbereich dürfte das viele Händler und Werkstätten treffen. Zahlreiche Betriebe kalkulieren Anschaffungen derzeit vorsichtiger oder verschieben Investitionen vollständig. Besonders größere Maschinenkäufe bleiben vielerorts aus.
Sanierung geht weiter – Unsicherheit bleibt
Um Zeit für die Überarbeitung des Sanierungskonzepts zu gewinnen, hat BayWa mit finanzierenden Banken eine Standstill-Vereinbarung bis Herbst 2026 abgeschlossen. Der Jahresabschluss 2025 kann deshalb nicht fristgerecht veröffentlicht werden.
Das zeigt: Die Lage bleibt angespannt. Zwar spricht der Konzern von Fortschritten und stabiler Liquidität, gleichzeitig wächst aber der Druck auf das gesamte agrarwirtschaftliche Umfeld.
Einordnung für die Praxis
Viele Landwirte dürften die aktuelle Entwicklung mit Sorge beobachten. BayWa ist für zahlreiche Betriebe weit mehr als nur ein Händler – das Unternehmen ist in vielen Regionen zentraler Partner bei Betriebsmitteln, Vermarktung und Technik.
Steigende Kosten, geopolitische Risiken und schwache Märkte treffen derzeit nicht nur Konzerne, sondern vor allem die Betriebe draußen auf den Höfen.
Quelle: BayWa
Bildquelle: MLA
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