Biogasanlage mit Photovoltaik und Windrädern auf landwirtschaftlicher Fläche im Zusammenhang mit Flächenkonkurrenz und Energiewende

DRV warnt vor wachsender Flächenkonkurrenz

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) fordert einen vorsichtigen Umgang mit landwirtschaftlichen Flächen. Nach Angaben des Verbandes bleibt die Sicherung von Ackerflächen eine zentrale Voraussetzung für Ernährungssicherheit, stabile Ernten und eine widerstandsfähige Landwirtschaft.

„Resilienz beginnt mit der Sicherung der Anbauflächen“, erklärte DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler im Rahmen der dritten Ernteschätzung 2026. Hintergrund seien zunehmende Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft, Energieerzeugung und Klimaschutz.

Agri-Photovoltaikanlage auf landwirtschaftlicher Fläche im Zusammenhang mit Flächenkonkurrenz und Energiewende
Der DRV sieht die Konkurrenz um landwirtschaftliche Flächen durch Energieprojekte weiter wachsen.

Nutzungskonflikte nehmen zu

Der Verband sieht vor allem die Konkurrenz um geeignete Flächen kritisch. Nach Angaben des DRV dürften landwirtschaftliche Nutzflächen nicht dauerhaft aus der Produktion genommen werden, wenn gleichzeitig Ernährungssicherheit, erneuerbare Energien und Klimaziele erreicht werden sollen.

Seedler verweist dabei auf geopolitische Unsicherheiten, steigende Anforderungen an die Energieversorgung und die Bedeutung heimischer Produktion. Für Windkraft, Photovoltaik, Netzausbau und Speicher würden ebenfalls Flächen benötigt.

Auch beim Thema Moorbodennutzung sieht der Verband Zielkonflikte. Flächen, die aus Klimaschutzgründen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden, fehlten später bei der Lebensmittel- oder Energieproduktion.

Sonnenblume vor einer Biogasanlage auf landwirtschaftlicher Fläche
Biogasanlagen gehören für viele Betriebe zur Energieerzeugung und Einkommenssicherung.

DRV sieht Biogas weiter als wichtigen Baustein

Nach Ansicht des DRV bleibt auch Biogas ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung. Biomethan könne einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten, benötige jedoch weiterhin Biomasse aus dem Ackerbau sowie organische Reststoffe aus der Tierhaltung.

Der Verband fordert deshalb langfristige Planungssicherheit für Betriebe und Investitionen. Gleichzeitig müsse verhindert werden, dass sich die Konkurrenz um Flächen weiter verschärft.

DRV erwartet solide Ernte 2026

Für die laufende Saison rechnet der DRV derzeit mit einer leicht überdurchschnittlichen Ernte. Erwartet werden rund 44,1 Millionen Tonnen Getreide sowie 4,1 Millionen Tonnen Raps.

In vielen Regionen hätten ausreichende Niederschläge zuletzt zur positiven Entwicklung der Bestände beigetragen. Die Rapsblüte gehe in weiten Teilen Deutschlands bereits zu Ende, während Gerste und Roggen die Ähren schieben.

Mit Sorge blickt der Verband jedoch auf die kommende Saison. Hohe Düngemittelpreise und wirtschaftliche Unsicherheiten könnten Investitionen in den Ackerbau bremsen.

Folgen für landwirtschaftliche Betriebe

Für viele Betriebe dürfte die Diskussion um Flächennutzung weiter an Bedeutung gewinnen. Landwirtschaftliche Produktion, Energieerzeugung und Klimaschutz konkurrieren zunehmend um dieselben Standorte.

Gerade in Regionen mit hoher Flächennachfrage könnten Pachtpreise und Nutzungskonflikte weiter steigen. Gleichzeitig wächst der Druck, Erträge zu sichern und Produktionskosten im Griff zu behalten.

Der DRV warnt deshalb davor, die Bedeutung produktiver Ackerflächen zu unterschätzen. Aus Sicht des Verbandes bleibt die heimische Landwirtschaft ein zentraler Baustein für Versorgungssicherheit und Krisenfestigkeit.

Quelle: DRV

Bildquelle: MLA


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