Vier Eier mehr pro Kopf: Nachfrage nimmt weiter zu
Der Eierkonsum in Deutschland steigt weiter an: Im Jahr 2025 lag der Pro-Kopf-Verbrauch laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft bei 252 Eiern – vier mehr als im Vorjahr. Damit setzt sich ein klarer Trend fort: Seit 2022 ist die Nachfrage kontinuierlich gestiegen.
Trotz sinkender Legehennenbestände konnte die Produktion leicht erhöht werden – ein Zeichen für steigende Effizienz in der Geflügelhaltung.
🧾 Die wichtigsten Zahlen im Überblick
- 🥚 Pro-Kopf-Verbrauch:
252 Eier (2024: 248 / 2022: 234) - 🐔 Legeleistung pro Henne:
299 Eier/Jahr (+4 Eier) - 🇩🇪 Inlandsproduktion:
15,3 Milliarden Eier - 📉 Legehennenbestand:
51,1 Mio. Tiere (-400.000) - 🌍 Selbstversorgungsgrad:
72 % (weiter rückläufig)
📊 Was steckt hinter dem Trend?
Mehrere Faktoren treiben den steigenden Eierverbrauch:
- 🥗 Ernährungstrends
→ vegetarisch, proteinreich, Low Carb - 💶 Preis-Leistungs-Verhältnis
→ günstige Eiweißquelle - 🍳 Alltagstauglichkeit
→ vielseitig, schnell verfügbar
Laut BZL-Leiter Dr. Josef Goos spielen genau diese Punkte eine zentrale Rolle für die steigende Nachfrage.
⚠️ Markt unter Druck: Weniger Tiere, mehr Nachfrage
Trotz steigender Produktion ist die Lage angespannt:
- 🦠 Tierverluste durch Krankheiten
→ Vogelgrippe, Newcastle Disease - 🚫 Politische Vorgaben
→ Rückbau der Kleingruppenhaltung ab 2026 - 📉 Sinkende Bestände
→ weniger Tiere, höhere Leistung notwendig
👉 Ergebnis: Mehr Druck auf den Markt bei gleichzeitig steigender Nachfrage
🌍 Importabhängigkeit bleibt hoch
Deutschland kann seinen Bedarf nicht vollständig selbst decken:
- 📦 Über 25 % Importanteil
- 🇳🇱 Hauptlieferant: Niederlande (69 %)
- 🇵🇱 Polen (16 %), 🇧🇪 Belgien (3,4 %)
Während die Schaleneierimporte leicht zurückgingen, stiegen die Einfuhren von verarbeiteten Eiprodukten deutlich an.
📦 Infobox: Warum steigt die Leistung je Henne?
Die höhere Legeleistung (299 Eier/Jahr) hängt u. a. zusammen mit:
- Zuchtfortschritt
- optimierter Fütterung
- verbessertem Stallmanagement
➡️ Mehr Leistung kompensiert sinkende Tierzahlen
🚜 Praxisrelevanz für Landwirte
✔️ Chancen
- stabile bis steigende Nachfrage
- gute Vermarktungsperspektiven
- höhere Effizienz pro Tier möglich
❗ Risiken
- steigende Produktionskosten
- Tiergesundheitsrisiken
- politische Eingriffe in Haltungsformen
👉 Besonders relevant:
Der Rückbau der Kleingruppenhaltung könnte die Produktion weiter unter Druck setzen.
Fazit
Der Eiermarkt zeigt sich 2025 robust, aber angespannt.
Die Nachfrage wächst kontinuierlich – gleichzeitig sinkt der Selbstversorgungsgrad weiter. Effizienzsteigerungen gleichen derzeit noch vieles aus, doch langfristig bleibt die Frage:
👉 Wie stabil ist die Versorgung bei weiter sinkenden Beständen?
Kurzfristig – auch zu Ostern – gilt laut BZL:
Die Versorgung ist gesichert.
Langfristig könnte sich die Abhängigkeit von Importen jedoch weiter erhöhen.
Quelle: BMEL
Bildquelle: BLE
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