Unwetter im Landkreis Freising: Schwere Schäden in Mauern und Hörgertshausen
Ein heftiges Gewitter hat am Freitagabend den Landkreis Freising mit voller Wucht getroffen. Besonders im Raum Mauern und Hörgertshausen hinterließen schwere Sturmböen innerhalb weniger Minuten ein Bild der Verwüstung. Zahlreiche Bäume wurden geknickt oder entwurzelt, Maisbestände niedergelegt und Dächer beschädigt. Feuerwehren waren an zahlreichen Einsatzstellen gefordert, um Straßen freizuräumen und Gefahren zu beseitigen.
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Deutscher Wetterdienst warnte vor schweren Gewittern
Bereits am frühen Abend hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) für den gesamten Landkreis Freising eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben. Gewarnt wurde vor:
- schweren Sturmböen bis 100 km/h,
- heftigem Starkregen mit bis zu 30 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde,
- Hagel mit Korngrößen bis 2 Zentimetern.
Von der Warnung betroffen waren unter anderem Mauern, Hörgertshausen, Paunzhausen, Nandlstadt, Wang, Zolling, Freising und Moosburg.
Die Schäden konzentrieren sich auffällig auf den nördlichen Landkreis Freising. Radarbilder und die amtlichen Warnungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass sich über diesem Bereich eine besonders kräftige Gewitterzelle entwickelte. Solche kleinräumigen Gewitter können innerhalb weniger Minuten extreme Windgeschwindigkeiten entwickeln und dabei auf engstem Raum erhebliche Schäden verursachen.

Gewaltige Schäden auf engstem Raum
Die Bilder, die Moderner Landwirt aus der Region vorliegen, zeigen eindrucksvoll die Wucht des Sturms. In mehreren Waldbeständen wurden Fichten großflächig geknickt oder entwurzelt. Teilweise entstanden regelrechte Windwurfschneisen. Nur wenige hundert Meter entfernt blieben andere Flächen nahezu unbeschädigt – ein typisches Merkmal kleinräumiger Gewitter.
Auch die Landwirtschaft blieb nicht verschont. Maisbestände wurden großflächig niedergedrückt. Ob sich die Pflanzen wieder aufrichten können, wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen. Entscheidend ist, ob lediglich die Halme umgelegt wurden oder Stängel und Wurzeln beschädigt sind.
War ein Downburst die Ursache?
Das örtlich sehr begrenzte Schadensbild mit Windwurf und niedergelegten Kulturen lässt auf außergewöhnlich starke Fallwinde schließen. Ob es sich dabei um einen sogenannten Downburst handelte, ist bislang jedoch nicht offiziell bestätigt.
Ein Downburst ist ein besonders starker Fallwind aus einer Gewitterzelle. Trifft dieser auf den Boden, breitet sich die Luft mit hoher Geschwindigkeit aus und kann auf engstem Raum enorme Schäden verursachen.
Für einen Downburst sprechen häufig:
- überwiegend gleichgerichtet geworfene Bäume,
- schmale Schadensschneisen,
- lokal sehr begrenzte, aber massive Schäden,
- niedergelegte Kulturen auf angrenzenden Feldern.
Ob das Unwetter im Raum Mauern und Hörgertshausen tatsächlich durch einen Downburst verursacht wurde, ist derzeit jedoch nicht bestätigt. Dafür wären detaillierte Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes und eine Untersuchung des Schadensbildes notwendig.
Zahlreiche Feuerwehren im Einsatz
Nach ersten Informationen der Kreisbrandinspektion Freising waren Feuerwehren bereits am frühen Freitagabend im gesamten Landkreis gefordert. Betroffen waren unter anderem die Gemeinden Nandlstadt, Attenkirchen, der Raum Allershausen sowie die Städte Freising und Moosburg. Einsatzkräfte mussten umgestürzte Bäume beseitigen und zahlreiche Gefahrenstellen absichern.
Zusätzlich kam es zu weiteren Auswirkungen des Unwetters:
- zeitweise Stromausfälle in Teilen von Mauern, Hörgertshausen und Zolling,
- Sperrung der Bahnstrecke Freising–Moosburg wegen umgestürzter Bäume,
- Schäden an der Bühne des Moosburger Sommerfestivals, weshalb die Veranstaltung abgesagt werden musste.

Landwirtschaft und Forst besonders betroffen
Für viele Betriebe beginnt nun die Schadensaufnahme. Niedergelegte Maisbestände können je nach Schädigungsgrad erhebliche Ertragseinbußen verursachen. Gleichzeitig erschweren liegende Pflanzen die spätere Ernte und erhöhen das Risiko für Pilzkrankheiten.
Vorsicht bei der Aufarbeitung
Nach Sturmereignissen besteht im Wald besondere Gefahr. Unter Spannung stehende Stämme, angebrochene Kronen und entwurzelte Bäume können auch Stunden oder Tage später noch plötzlich brechen oder umstürzen. Waldbesitzer sollten beschädigte Bestände nur mit geeigneter Schutzausrüstung und entsprechender Technik betreten.
Wetterextreme werden zur Herausforderung
Lokale Gewitter mit Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen stellen Landwirtschaft und Forstwirtschaft zunehmend vor große Herausforderungen. Die Ereignisse im Landkreis Freising zeigen eindrucksvoll, dass innerhalb weniger Minuten erhebliche Schäden entstehen können – während benachbarte Orte nahezu unbeschadet bleiben.
Eure Hilfe ist gefragt
Moderner Landwirt möchte die Auswirkungen des Unwetters möglichst umfassend dokumentieren.
Habt ihr Fotos oder Videos von:
- Waldschäden,
- Schäden an Mais, Getreide oder anderen Kulturen,
- beschädigten Dächern oder Gebäuden,
- umgestürzten Bäumen,
- überfluteten Flächen oder blockierten Straßen?
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