Borkenkäfer: Bayerische Staatsforsten starten mit niedrigsten Schadzahlen seit über zehn Jahren in die Saison
Die Bayerischen Staatsforsten gehen nach eigenen Angaben mit der besten Ausgangssituation seit über zehn Jahren in die neue Borkenkäfersaison. Sowohl die Schadholzmengen durch Borkenkäfer als auch die gesamten Schäden über alle Baumarten und Schadursachen hinweg liegen aktuell auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
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Deutlicher Rückgang beim Borkenkäfer-Schadholz in Bayern
Im Zeitraum von Juli 2025 bis Ende März 2026 fielen rund 316.700 Festmeter Schadholz durch Borkenkäfer an. Im Vergleich zu den Vorjahren bedeutet das einen deutlichen Rückgang. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2024 lag die Menge noch bei über 1,6 Millionen Festmetern, im Jahr 2025 bei rund 817.000 Festmetern.
Auch im längerfristigen Vergleich zeigt sich, dass die aktuellen Werte deutlich unter den Spitzenjahren der vergangenen Dekade liegen, in denen teilweise über eine Million Festmeter Schadholz durch Borkenkäfer anfielen.
Typische Anzeichen für einen Borkenkäferbefall sind unter anderem Bohrmehl an der Rinde sowie sichtbare Fraßgänge unter der Borke.

Ursachen: Witterung und intensive Aufarbeitung
Als Gründe für die aktuell günstige Ausgangslage nennen die Bayerischen Staatsforsten insbesondere günstige Witterungsbedingungen sowie intensive Maßnahmen im Herbst und Winter. Unter dem internen Ansatz „sauber in und durch den Winter“ wurde versucht, möglichst viele befallene Bäume frühzeitig zu erkennen und aus dem Wald zu entfernen.
Viel Borkenkäfer überwintern unter der Rinde befallener Bäume. Werden diese rechtzeitig aufgearbeitet, kann die Ausgangspopulation für die folgende Saison deutlich reduziert werden. Sobald sich die Rinde löst, wandern die Käfer in den Boden und sind nur noch schwer zu bekämpfen.
Auch insgesamt weniger Schäden im Wald
Neben dem Borkenkäfer gingen auch die gesamten Schadholzmengen über alle Baumarten und Schadursachen deutlich zurück. Im Zeitraum Juli 2025 bis März 2026 summierten sich die Schäden auf rund 517.800 Festmeter. In den Jahren zuvor lagen die Werte teils deutlich höher, beispielsweise über zwei Millionen Festmeter im Jahr 2024.
In diese Gesamtzahlen fließen neben Insektenschäden auch Schäden durch Windwurf, Schneebruch, Trockenheit und Pilzbefall ein.

Entscheidend bleibt die Witterung
Für die weitere Entwicklung in der Borkenkäfersaison wird maßgeblich die Witterung verantwortlich sein. Eine ausreichende Wasserversorgung der Bäume – insbesondere der Fichten – gilt als entscheidender Faktor für deren Widerstandskraft gegenüber einem Befall.
Der erste Schwärmflug der Borkenkäfer hat bislang noch nicht eingesetzt. Nach Angaben der Staatsforsten hängt dieser vor allem von der Temperatur und der Tageslänge ab. In der Regel werden die Käfer ab etwa 16,5 °C sowie bei entsprechender Tageslichtdauer aktiv.
Einordnung für Praxisbetriebe
Die aktuell niedrigen Ausgangszahlen sind ein positives Signal, sollten jedoch nicht zu einer Unterschätzung der Risiken führen. Gerade bei anhaltend trockenen Phasen kann sich die Situation innerhalb weniger Wochen wieder deutlich verschärfen.
Für Waldbesitzer und Betriebe bedeutet das weiterhin:
- regelmäßige Kontrolle der Bestände
- frühzeitiges Erkennen befallener Bäume
- konsequente Aufarbeitung
Digitale Unterstützung im Einsatz
Die Bayerischen Staatsforsten setzen unter anderem auf digitale Lösungen. Mithilfe einer eigens entwickelten Smartphone-App können befallene Bäume in Echtzeit erfasst und kartiert werden. Dadurch sollen Informationen schneller zwischen Förstern, Waldarbeitern und Betrieben ausgetauscht werden.
Fazit
Die Ausgangslage vor der diesjährigen Borkenkäfersaison ist laut Bayerischen Staatsforsten so günstig wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Ob sich diese Entwicklung fortsetzt, hängt jedoch maßgeblich von der Witterung der kommenden Monate ab.
Die aktuell niedrigen Schadzahlen sind ein positives Signal, ändern jedoch nichts daran, dass Borkenkäferbefall weiterhin ein zentrales Risiko für Wälder bleibt – insbesondere bei trockener Witterung.
Quelle: Bayerische Staatsforsten
Bildquelle: Moderner Landwirt Archiv
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