Frühjahrsmahd: Wildtiere schützen und Mähtod vermeiden
Frühjahrsmahd und Wildtierschutz: So lassen sich Rehkitze, Hasen und Bodenbrüter vor dem Mähtod schützen.
Mit der Frühjahrsmahd beginnt auf vielen Betrieben die erste intensive Futterernte des Jahres. Gleichzeitig stellt dieser Zeitraum eine besondere Herausforderung dar: Rehkitze, Hasen und Bodenbrüter halten sich in dieser Zeit häufig in Grünland- und Ackerflächen auf.
👉 Im Beitrag:
Das typische Verhalten vieler Wildtiere, sich bei Gefahr zu ducken und zu tarnen, schützt zwar vor Fressfeinden – nicht jedoch vor landwirtschaftlichen Maschinen.
Verantwortung liegt beim Bewirtschafter
Die Mahd ist für die Futtergewinnung notwendig, gleichzeitig sind Landwirtinnen und Landwirte verpflichtet, vermeidbares Tierleid zu verhindern. Daraus ergibt sich die Aufgabe, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Wildtiere vor Verletzungen oder dem Mähtod zu schützen.
Da das Aufspüren und Bergen von Wild rechtlich zur Jagdausübung zählt, ist eine enge Abstimmung mit den örtlichen Jägern erforderlich.
Vorbereitung vor der Mahd entscheidend
Bereits im Vorfeld lassen sich Maßnahmen treffen, um Risiken zu reduzieren. Dazu gehört vor allem die frühzeitige Abstimmung mit Jägern oder Hegeringen. In vielen Regionen stehen Drohnenteams zur Verfügung, die Flächen in den frühen Morgenstunden mit Wärmebildtechnik absuchen.
Der Einsatz von Drohnen gilt derzeit als besonders effektiv, erfordert jedoch Organisation, geeignete Technik und geschultes Personal.
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Einfache Hilfsmittel zeigen Wirkung
Neben moderner Technik können auch einfache Maßnahmen unterstützen. Knistertüten, Radios oder Flatterbänder werden vor der Mahd in den Flächen verteilt und sorgen dafür, dass Wildtiere die Bereiche verlassen.
Mähstrategie anpassen
Auch die Art der Mahd spielt eine wichtige Rolle. Empfohlen wird, die Flächen von innen nach außen zu mähen, damit fluchtfähige Tiere in angrenzende Bereiche ausweichen können.
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In Flächen mit bekanntem Wildvorkommen sollte die Geschwindigkeit reduziert und besonders aufmerksam gearbeitet werden. Auch akustische Wildwarner können zusätzlich eingesetzt werden.
Schnitthöhe und Zeitpunkt berücksichtigen
Da viele Tiere bei Gefahr auf Licht mit Ducken reagieren, sollten Mäharbeiten in der Dunkelheit möglichst vermieden werden. Bei der Ernte kann zudem eine höhere Schnitthöhe von etwa 15 bis 20 Zentimetern helfen, insbesondere Bodenbrüter zu schützen.
Zusammenarbeit ist entscheidend
Ein wirksamer Wildtierschutz bei der Mahd erfordert vor allem eine gute Abstimmung zwischen Landwirtschaft, Jagd und Lohnunternehmen. Entscheidend ist dabei die frühzeitige Kommunikation der Mähtermine.
Funktioniert diese Zusammenarbeit, lassen sich jedes Jahr zahlreiche Wildtiere vor dem Mähtod bewahren.
Der Beitrag zeigt, wie sich der Mähtod bei der Frühjahrsmahd durch gezielte Maßnahmen im Wildtierschutz vermeiden lässt.
Quelle: Landvolk Niedersachsen
Bildquelle: Christina Heinzel / LWK Niedersachsen
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