Waldzustand 2025 in Deutschland – Kronenverlichtung bei Fichte, Kiefer, Buche und Eiche

Waldzustand 2025: Nur noch 21 Prozent der Bäume ohne Kronenverlichtung

Deutschlands Wälder zeigen auch 2025 deutliche Spuren der vergangenen Trocken- und Hitzejahre. Nach den Ergebnissen der bundesweiten Waldzustandserhebung weisen nur noch 21 Prozent der untersuchten Bäume keine Kronenverlichtung auf. 44 Prozent befinden sich in der sogenannten Warnstufe mit einer schwachen Kronenverlichtung, bei 35 Prozent wurde eine deutliche Kronenverlichtung festgestellt.

Besonders auffällig ist die Situation bei der Eiche: Bei 51 Prozent der untersuchten Eichen wurde eine deutliche Kronenverlichtung festgestellt. Unterschiede gibt es allerdings zwischen den einzelnen Baumarten. Während sich die Werte bei Fichte und Buche gegenüber dem Vorjahr teilweise verbessert haben, hat sich die Situation bei der Kiefer verschlechtert.

Die wichtigsten Ergebnisse 2025:

  • 21 Prozent der Bäume ohne Kronenverlichtung
  • 44 Prozent mit schwacher Kronenverlichtung
  • 35 Prozent mit deutlicher Kronenverlichtung
  • Eiche: 51 Prozent mit deutlicher Kronenverlichtung
  • Fichte: 38 Prozent
  • Buche: 38 Prozent
  • Kiefer: 31 Prozent
  • Ältere Bäume sind deutlich stärker betroffen als jüngere

Was bedeutet Kronenverlichtung überhaupt?

Die Waldzustandserhebung beurteilt den Zustand der Bäume unter anderem anhand ihrer Kronen. Dabei wird festgestellt, welcher Anteil der normalerweise vorhandenen Blätter beziehungsweise Nadeln fehlt.

Eine Kronenverlichtung von bis zu 10 Prozent wird als „ohne Kronenverlichtung“ eingestuft. Bei einem Verlust von 11 bis 25 Prozent sprechen die Fachleute von einer schwachen Kronenverlichtung beziehungsweise Warnstufe.

Ab 26 Prozent wird eine deutliche Kronenverlichtung angenommen.

Wichtig für die Einordnung: Eine deutliche Kronenverlichtung bedeutet nicht automatisch, dass der betreffende Baum unmittelbar abstirbt. Der Kronenzustand ist vielmehr ein wichtiger Indikator für die Vitalität eines Baumes und kann durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst werden.

Nur 21 Prozent ohne Kronenverlichtung

Über alle untersuchten Baumarten hinweg waren 2025 lediglich 21 Prozent der Bäume der Kategorie „ohne Kronenverlichtung“ zuzuordnen.

44 Prozent wiesen eine schwache Kronenverlichtung auf. Weitere 35 Prozent lagen in der Kategorie der deutlichen Kronenverlichtung.

Damit bleibt der Zustand der Baumkronen insgesamt auf einem hohen Belastungsniveau. Gegenüber 2024 hat sich der Anteil der Bäume mit deutlicher Kronenverlichtung allerdings leicht von 36 auf 35 Prozent verringert. Gleichzeitig stieg die Warnstufe von 43 auf 44 Prozent. Der Anteil ohne Kronenverlichtung blieb bei 21 Prozent.

Langfristiger Vergleich zeigt deutliche Veränderung

Besonders deutlich wird die Entwicklung im langfristigen Vergleich.

1985 wurden noch 42 Prozent der untersuchten Bäume der Kategorie ohne Kronenverlichtung zugeordnet. 34 Prozent zeigten damals eine schwache und 24 Prozent eine deutliche Kronenverlichtung.

1995 lag der Anteil ohne Kronenverlichtung bei 36 Prozent, 2005 nur noch bei 29 Prozent. Im Jahr 2015 waren es 33 Prozent.

2025 liegt dieser Anteil bei lediglich 21 Prozent.

Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil mit deutlicher Kronenverlichtung im Vergleich zu früheren Jahrzehnten. Nach Angaben des BZL ist allein innerhalb der vergangenen zehn Jahre der Anteil der Bäume mit deutlicher Kronenverlichtung um fast die Hälfte gestiegen.

Eiche fällt mit 51 Prozent besonders auf

Besonders auffällig sind die Ergebnisse für die Eiche.

Nur 13 Prozent der untersuchten Eichen weisen 2025 keine Kronenverlichtung auf. 36 Prozent befinden sich in der Warnstufe. Bei 51 Prozent wurde eine deutliche Kronenverlichtung festgestellt.

Damit weist mehr als die Hälfte der untersuchten Eichen eine Kronenverlichtung von mindestens 26 Prozent auf.

Der Anteil mit deutlicher Kronenverlichtung blieb gegenüber 2024 mit 51 Prozent unverändert. Die mittlere Kronenverlichtung erhöhte sich nach den veröffentlichten Ergebnissen leicht von 29,3 auf 30,1 Prozent.

Bei der Eiche können verschiedene Faktoren den Kronenzustand beeinflussen. Dazu gehören unter anderem Witterungseinflüsse sowie Schäden durch Insekten und Pilze. Auch das Alter der Bestände spielt bei der Bewertung der Ergebnisse eine wichtige Rolle.

Fichte: leichte Verbesserung gegenüber 2024

Bei der Fichte zeigt sich 2025 eine leichte Verbesserung.

25 Prozent der untersuchten Fichten weisen keine Kronenverlichtung auf. 37 Prozent befinden sich in der Warnstufe und 38 Prozent zeigen eine deutliche Kronenverlichtung.

2024 hatte der Anteil der Fichten mit deutlicher Kronenverlichtung noch bei 39 Prozent gelegen. Gleichzeitig stieg der Anteil ohne Kronenverlichtung von 21 auf 25 Prozent.

Bei der Interpretation der langfristigen Entwicklung der Fichte ist allerdings Vorsicht notwendig. Durch die erheblichen Schäden und Ausfälle der vergangenen Jahre hat sich auch die Zusammensetzung der untersuchten Bestände verändert. Ausgefallene ältere Bäume können in der Stichprobe durch jüngere Bäume ersetzt werden.

Kiefer verschlechtert sich deutlich

Bei der Kiefer verlief die Entwicklung 2025 in die andere Richtung.

Nur 13 Prozent der untersuchten Kiefern weisen keine Kronenverlichtung auf. 56 Prozent liegen in der Warnstufe und 31 Prozent zeigen eine deutliche Kronenverlichtung.

Im Jahr 2024 hatten noch 20 Prozent der Kiefern keine Kronenverlichtung gezeigt. Der Anteil mit deutlicher Kronenverlichtung lag damals bei 24 Prozent.

Damit stieg der Anteil der Kiefern mit deutlicher Kronenverlichtung innerhalb eines Jahres von 24 auf 31 Prozent.

Buche verbessert sich – Belastung bleibt hoch

Bei der Buche zeigen die Daten dagegen eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.

21 Prozent der untersuchten Buchen weisen 2025 keine Kronenverlichtung auf. 41 Prozent befinden sich in der Warnstufe und 38 Prozent zeigen eine deutliche Kronenverlichtung.

2024 hatten noch 46 Prozent der untersuchten Buchen eine deutliche Kronenverlichtung aufgewiesen. Der Anteil ohne Kronenverlichtung lag damals bei 18 Prozent.

Die mittlere Kronenverlichtung verringerte sich ebenfalls von 28,5 auf 25,6 Prozent.

Ältere Bäume deutlich stärker betroffen

Neben der Baumart spielt auch das Alter eine wichtige Rolle.

Bei Bäumen im Alter von mehr als 60 Jahren weisen 44 Prozent eine deutliche Kronenverlichtung auf. Bei den Bäumen unter 60 Jahren beträgt dieser Anteil dagegen lediglich 17 Prozent.

Ältere Bäume sind damit in der Erhebung wesentlich häufiger von einer deutlichen Kronenverlichtung betroffen.

Dieser Unterschied ist bei der Interpretation der Ergebnisse einzelner Baumarten wichtig. Baumarten mit einem hohen Anteil älterer Bestände können deshalb nicht ohne Weiteres direkt mit überwiegend jüngeren Beständen verglichen werden.

Folgen der Trockenjahre wirken weiter

Nach Einschätzung der mit der Waldzustandserhebung befassten Fachstellen wirken die Folgen der außergewöhnlich trocken-heißen Jahre 2018 bis 2020 weiterhin nach.

Auch die Niederschläge der vergangenen Jahre haben bislang nicht dazu geführt, dass sich der Kronenzustand der Wälder wieder auf das Niveau früherer Jahrzehnte zurückentwickelt hat.

Dabei wirken verschiedene Faktoren zusammen. Trockenheit und Hitze können Bäume direkt schwächen. Geschwächte Bäume können wiederum anfälliger gegenüber bestimmten Insekten oder anderen Schadorganismen sein.

Wie stark einzelne Baumarten reagieren, hängt unter anderem von Standort, Boden, Wasserversorgung, Alter und Bestandesstruktur ab.

Die Waldzustandserhebung wird seit 1984 durchgeführt

Die bundesweite Waldzustandserhebung wird seit 1984 durchgeführt und ermöglicht dadurch einen langfristigen Vergleich des Kronenzustandes.

Die Erhebung erfolgt über ein bundesweites Stichprobennetz. Die Daten werden von den Ländern erhoben und für das Bundesergebnis durch das Thünen-Institut für Waldökosysteme ausgewertet.

Für die Erhebung 2025 wurde die Datengrundlage erweitert. Nach Angaben des Thünen-Instituts basieren die Ergebnisse erstmals auf einem verdichteten Stichprobengitter. Dadurch sollen insbesondere auch für weniger häufig vorkommende Baumarten genauere Schätzungen ermöglicht werden.

Was bedeuten die Ergebnisse für Waldbesitzer?

Für Waldbesitzer ist vor allem entscheidend, die bundesweiten Zahlen nicht unmittelbar auf den eigenen Bestand zu übertragen. Die Situation kann regional und selbst innerhalb eines Forstbetriebes erheblich unterschiedlich sein.

Baumart, Alter, Boden, Wasserversorgung, Exposition und bisherige Bewirtschaftung beeinflussen die Widerstandsfähigkeit eines Bestandes.

Die Ergebnisse unterstreichen jedoch die Bedeutung regelmäßiger Bestandskontrollen. Auffällige Kronenentwicklung, Schädlingsbefall, Trockenschäden und absterbende Bäume sollten frühzeitig erkannt werden.

Bei langfristigen Entscheidungen zur Wiederbewaldung und zum Waldumbau gewinnt außerdem die Frage an Bedeutung, welche Baumarten und Mischungen unter den jeweiligen Standortbedingungen langfristig geeignet sind.

Eine pauschale Empfehlung für einzelne Baumarten lässt sich aus der bundesweiten Waldzustandserhebung nicht ableiten. Entscheidungen über Waldumbau und Baumartenwahl sollten standortbezogen und unter Berücksichtigung regionaler forstlicher Empfehlungen getroffen werden.

Keine Entwarnung für Deutschlands Wälder

Die Waldzustandserhebung 2025 zeigt damit ein differenziertes Bild. Bei Fichte und insbesondere Buche haben sich einzelne Werte gegenüber dem Vorjahr verbessert. Bei der Kiefer ist dagegen eine deutliche Verschlechterung zu erkennen, während die Eiche weiterhin ein sehr hohes Niveau der Kronenverlichtung aufweist.

Über alle Baumarten hinweg bleibt die zentrale Zahl dennoch auffällig: Lediglich 21 Prozent der untersuchten Bäume weisen keine Kronenverlichtung auf.

Von einer allgemeinen Erholung der deutschen Wälder lässt sich daraus nicht sprechen. Gleichzeitig sollte der Waldzustand nicht allein anhand einer einzelnen Kennzahl bewertet werden. Die Kronenverlichtung ist ein wichtiger und über Jahrzehnte vergleichbarer Vitalitätsindikator, bildet aber nicht sämtliche Aspekte des Gesundheitszustandes eines Waldes ab.

Quellen und weiterführende Informationen

Bundeszentrum für Landwirtschaft (BZL): Pressegrafik „Wie geht es den Bäumen in deutschen Wäldern?“, 20. August 2026.

Thünen-Institut für Waldökosysteme: Bundesweite Waldzustandserhebung, aktuelle Ergebnisse und methodische Informationen.

Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH): Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag wurde unter Nutzung KI-gestützter Werkzeuge auf Grundlage der genannten Quellen erstellt und anschließend von Moderner Landwirt redaktionell geprüft, ergänzt und final bearbeitet.

Bildquelle: BZL


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